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BUDVA vor 30 Jahren

Westturm, das was noch von ihm übrigblieb
In den 70er Jahren war ich mehrmals in Budva/Montenegro, eine sehr alte Stadt aber mit jungem Herzen und so lebendig, ein Traum aus Sonne, Fels und Meer. Ich war verliebt in diese Stadt und in ihre Menschen, die so herzlich waren, offen und frei...
...und ich versprach jedes mal: Ich komme wieder.
Das hatte ich auch für die Osterferien 1979 vor und buchte für mich und meinem Sohn "unser" Hotel für volle 3 Wochen. Doch es kam ander, aus betrieblichen Gründen meines Arbeitgebers mußte ich die Reise stornieren. Die Kosten wurden zwar von der Firma übernommen, doch meine Fassungslosigkeit und Enttäuschung mündeten in Wut auf meinen Chef, meine Kollegen und überhaupt auf alles und ich haderte mit dem Schicksal, ganz fürchterlich....
Doch dann kam der 15. April 1979 - nie werde ich diesen Tag vergessen. Ein schweres Erdbeben dort, wo ich gewesen wäre, wenn's denn nach meinen Plänen gelaufen wäre. Budva wurde dabei fast vollständig zerstört und unser Hotel war zusammengeklappt wie ein Kartenhaus, nachts natürlich, wie die meisten Erdbeben.
Welche verschlungenen Wege hat mein Schutzengel genommen, um mich mit meinem Kind an diesem Tag von diesem Ort fern zu halten!!

Im August des selben Jahres habe ich mir den Ort der Verwüstung angesehen, ich konnte nicht anders.
Als traurige Erinnerung blieben ein paar wenige Fotos, nach drei Jahrzehnten vergilbt und verblasst, zurück.

Damals entstand dieses kleine Gedicht von mir:

Budva

Und wieder geh' ich deine Straßen,
von Wehmut schwer das Herz, der Schritt.
Versprengter Traum -
ich kann's nicht fassen.

Mit Schaudern seh ich deine Wunden,
spür deinen Schmerz, der meiner ist,
oh alte Stadt -
von dunklen Mächten schwer geschunden.

Und traurig senk ich meinen Blick,
spür die Vergänglichkeit,
doch ich versprech' auch dieses mal:
Ja, irgendwann komm ich zurück...
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1 Kommentar
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Gisela Görgens aus Quedlinburg | 21.09.2009 | 22:46  
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