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„Wir wollen regionale Produkte und Dienstleistungen fördern“: Ein Interview mit dem Geschäftsführer des Begegnungslandes Lech-Wertach e. V., Benjamin Früchtl

Forum Wirtschaft auf der LEWA
 
Mit dem Badesee Obermeitingen wurde 2016 das neue Projekt eingeweiht
 
E-Cars wurden auf Initiative der Regionalentwicklung im Begegnungsland angeschafft
myheimat: Das LEWA-Wochenende fand dieses Jahr bei hochsommerlichen Temperaturen in der Hydro-Tech Eisarena statt. Hat sich das auf die Besucheranzahl der Gewerbeschau ausgewirkt?

Früchtl: Das schöne Wetter mit teilweise mehr als 30°C über das gesamte Wochenende hat natürlich viele Leute dazu bewogen, noch einmal die Badeseen und Freibäder in unserer Region aufzusuchen. Trotz dieser tropischen Temperaturen haben sich immerhin noch etwas mehr als 6.000 Besucher über das Angebot auf der LEWA informiert.

myheimat: Die Organisation der Lech-Wertach Ausstellung stellt eine sehr umfangreiche Aufgabe dar. Wer ist an den Vorbereitungen beteiligt? Verlief die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten reibungslos?

Früchtl: In der Tat ist die Organisation der LEWA ein großes Unterfangen, für welches das Begegnungsland gerne die Funktion als Veranstalter und Kooperationsplattform der Gewerbevereine unserer Region übernimmt. Neben dem BDS Ortsverband Königsbrunn waren die Stadt Königsbrunn und ihr Kommunalunternehmen BVE mit allen Mitarbeitern diesmal wichtige Partner. Daher an dieser Stelle auch nochmals ein großes Dankeschön an alle Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.

myheimat: Auf der LEWA 2016 konnten sich Besucher über die Themen Bauen, Gesundheit und Fitness, Freizeit und Lifestyle, Finanzen und vieles mehr informieren. Was glauben Sie, kam bei den LEWA-Gästen am besten an?

Früchtl: Das lässt sich aus meiner Sicht nicht auf einen Themenbereich herunterbrechen, vielmehr haben die Besucher auf den bisherigen 3 LEWAs die vorhandene Vielfalt hervorgehoben. Und ein weiterer Reiz ist natürlich, dass man mit den regionalen Anbietern etwas intensiver ins Gespräch kommt und das ein oder andere neue Angebot in seiner Heimat kennenlernt.

myheimat: Im „955-Infopavillon“ und in der Jugendfreizeitstätte „MatriX“ wurden viele Vorträge gehalten und Showauftritte aufgeführt. Welcher Programmpunkt der LEWA war ihr persönlicher Favorit?

Früchtl: Nachdem ich am LEWA-Wochenende rund um die Uhr im Einsatz war, konnte ich leider nicht an allen Programmpunkten teilnehmen. Für mich persönlich waren jedoch die Vorträge rund um Gesundheit und Fitness sehr interessant, da ich gerade selbst daran arbeite, ein paar überflüssige Pfunde zu verlieren.

myheimat: Viele der rund 90 Aussteller auf der LEWA 2016 kamen aus Augsburg und Umgebung. Wie wichtig sind Ihnen regionale Angebote auf der Gewerbeschau?

Früchtl: 90 Aussteller sind für eine regionale Gewerbeausstellung ein vergleichsweise hoher Wert – und wenn dann noch wie bei der LEWA nahezu alle aus der Region kommen, dann ist das für uns eine tolle Sache. Regionale Produkte und Dienstleistungen zu fördern, ist dabei eines der satzungsgemäßen Hauptziele unserer Arbeit und in unserer Lokalen Entwicklungsstrategie 2014 – 2020/22 ein fest verankertes Ziel. Dieses Ziel wird nicht nur durch die LEWA, sondern auch durch unsere zahlreichen weiteren Projekte wie den SonnenSchein, Regionale Kosmetika, etc. unterstützt.

myheimat: Bitte ziehen Sie Bilanz: Wie zufrieden sind Sie und die Aussteller mit der diesjährigen LEWA, auch im Vergleich zu den vergangenen Ausstellungen in Bobingen 2013 und in Schwabmünchen 2014?

Früchtl: Die LEWA als Veranstaltungsreihe hat sich inzwischen etabliert, dies zeigen die vielen Rückmeldungen, Nachfragen und Reaktionen bei allen 3 LEWAs. Der organisatorische Ablauf und die Zusammenarbeit mit den Gewerbevereinen und den jeweiligen Kommunen laufen sehr gut. Mit der Zahl an Ausstellern sind wir auf allen 3 LEWAs zufrieden, wetterbedingt konnten die Besucherzahlen in Königsbrunn leider nicht mit denen in Bobingen (ca. 12.000) und in Schwabmünchen (knapp 15.000) mithalten. In ersten Gesprächen haben die Gewerbevereine und auch unsere Mitgliedskommunen bekräftig, die LEWA fortführen zu wollen. Die Aussteller haben bei den LEWAs 2013 und 2014 zum Großteil sehr positive Rückmeldungen gegeben, bei der LEWA 2016 waren aufgrund der geringeren Besucherzahlen die Meinungen sehr gemischt: einige waren mit der Resonanz und Besucherfrequenz überhaupt nicht zufrieden, andere Anbieter machten gute bis sehr gute Geschäfte und Kontakte.

myheimat: Wann und wo findet die nächste LEWA statt? Wird es Neuerungen geben oder bleibt alles beim Alten?

Früchtl: Die nächste LEWA findet mit hoher Wahrscheinlichkeit im April 2018 in Bobingen statt. Damit wechselt sie wieder in ihren eigentlichen Rhythmus ins Frühjahr. Erste Gespräche mit den Gewerbevereinen haben bereits stattgefunden. Gegen Ende des 1. Quartals 2017 werden wir mehr sagen können, wir werden aber natürlich die Erfahrungen der bisherigen LEWAs nutzen, um die LEWA noch attraktiver für Besucher und Aussteller zu gestalten.

myheimat: Seit dem 1. Oktober 2016 sind Sie der Geschäftsführer des Begegnungslandes Lech-Wertach und lösten somit Albert Teichner ab, der diese Stelle seit der Gründung in 2008 besetzte. Welche Veränderungen werden Sie als Geschäftsführer verwirklichen?

Früchtl: Die Aufgaben des Begegnungslands umfassen bekanntlich wesentlich mehr Vorhaben als die LEWA. In den vergangenen Jahren waren wir an mehr als 60 Projekten beteiligt und haben mehr als 3,2 Millionen Euro Fördergelder für Projekte in der Region akquiriert. Für diese Erfolgsgeschichte hat Albert Teichner gerade in der Gründungsphase der Regionalentwicklung maßgeblich die Weichen gestellt und das Netzwerk geschaffen. Ohne sein Wirken wären zahlreiche Projekte nicht zustande gekommen. Deshalb ist es mir persönlich wichtig, die überörtliche Zusammenarbeit der Kommunen und der Akteure im Begegnungsland Lech-Wertach weiterhin zu stärken und zu fördern, so z.B. mit unserer neuen Kulturdachmarke VOKUS. In der nächsten Zeit werden wir außerdem schwerpunktmäßig an einigen Änderungen in der Organisationsstruktur des Begegnungslands arbeiten. Dies liegt jedoch nicht im Wechsel der Geschäftsführung begründet, sondern ist eine notwendige Konsequenz der nun geltenden EU-Beihilferichtlinien. 2017 wird für die Regionalentwicklung somit ein ereignisreiches Jahr - nicht zuletzt durch 13 zur Förderung oder Umsetzung anstehende LEADER-Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 3,4 Millionen Euro.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.königsbrunner | Erschienen am 19.12.2016
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