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myheimat bat den Friedberger Kulturabteilungsleiter Frank Büschel um seinen Rückblick auf ein ungewöhnliches Kulturjahr

Kulturabteilungsleiter Frank Büschel (Foto: Sandra Vitting)
 
Skulptur "Herzträger" (Foto: Frank Büschel)
Ein außerordentliches Jahr liegt hinter uns. Das gilt für Friedberg besonders, denn 2020 war unsere Stadt gemeinsam mit Aichach Schauplatz der Bayerischen Landesausstellung zum Thema „Stadt befreit – Wittelsbacher Gründerstädte“. Über 63.000 Besucher sahen diese spannend inszenierte Präsentation trotz pandemiebedingter Einschränkungen. Unser Dank gilt dafür dem Veranstalter, dem Haus der Bayerischen Geschichte sowie dem Landkreis Aichach-Friedberg und der Stadt Aichach. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, ob eine Partnerschaft funktioniert. Und das hat sie: mit einem überzeugendem Hygiene- und Sicherheitskonzept und kurzen Abstimmungswegen boten wir wohl die erste große Ausstellung in Europa, die nach dem ersten Lockdown die Türen wieder öffnete.

Neue Wege wagen

Die Beschränkungen aufgrund der Pandemie ab März brachten auch in Friedberg den Kulturbetrieb zunächst weitgehend zum Erliegen. Die Kulturschaffenden und große Teile der Veranstaltungsbranche haben unter den Folgen zu leiden. Nach einer kurzen »Durchatmen« im Sommer kommt es seit dem Herbst zu neuen Stillständen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten hat die Kulturverwaltung der Stadt Friedberg in den letzten Monaten Maßnahmen ergriffen und neue Projektideen auf den Weg gebracht, um Künstler und Veranstalter pragmatisch zu unterstützen, die Infrastruktur zumindest teilweise abzusichern und trotz radikaler Einschränkungen kurzfristig neue Formate zu entwickeln. Wir waren außerdem Gastgeber eines Runden Tisches, bei dem sich bayerische Kulturämter vernetzt haben zum Thema „Streichen, strecken oder ändern – Kulturarbeit mit und nach Corona.“

So unterstützte die städtische Kulturabteilung Kulturschaffende unter anderem mit der Vermittlung von staatlichen Sonder- und Förderprogrammen, aber auch mit dem Verzicht auf Rückforderungen von bereits geleisteten Zuschüssen. Ebenso haben wir freilich bei der Erstellung von Hygienekonzepten mit unserer Expertise bei Nachfragen ausgeholfen. Zahlreiche Einzelgespräche zu den unterschiedlichsten Problemstellungen fanden statt. Wo wir helfen konnten, haben wir es gerne getan.

Neue Kunst kaufen

Die Stadt führte ihre eigenen Veranstaltungen in variablen Formaten durch: Veranstaltungsorte wurden geändert, Besucherzahlen begrenzt und auch mal verkürzte Konzerte hintereinander geschalten. Digitale Lösungen wurden gesucht und gefunden, wie bei Online-Projekten zur Friedberger Kunstausstellung oder zur Sonderausstellung »Cherchez« im KunstWerk.
Mit der Teilnahme an der bundesweiten Aktion »Night of Lights« leistete die Stadt Friedberg einen Beitrag, um auf die Nöte der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen. Das Rathaus und das Schloss erleuchtete dafür Aufsehen erregend in Rot.
Bereits länger geplante Kulturformate wie die Kunst im Schlosspark wurden durch Marketingmaßnahmen gestärkt. Und was mich besonders freut: drei Werke von Künstlern aus der Stadt und der Region wurden mit Hilfe der Stadtsparkasse Augsburg angekauft und dürfen dauerhaft an Ort und Stelle verbleiben und wir uns daran erfreuen.

Für 2021 haben wir wie gewohnt viele gute Veranstaltungsvorsätze. Dafür danke ich dem gesamten Team der Kulturabteilung. Allein im Wittelsbacher Schloss stehen schon rund 150 öffentliche und private Events auf dem Programm. Wir hoffen für die Mieter, das Publikum, die Künstlerschaft und die Dienstleister, dass es mit durchdachten Rahmenbedingungen im Laufe des Jahres wieder aufwärts geht. Die Vorbereitungen dafür sind getroffen.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.AMH02 myheimat friedberger | Erschienen am 18.12.2020
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