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Wochenend-Kneippianer wandern auf dem Patensteig

  Extertal: Patensteig | Die Gemeinde Extertal in Ostwestfalen-Lippe ist sicherlich vielen ein Begriff. Dass der Ort, der nach dem Wesernebenfluss Exter benannt ist, mit dem Patensteig einen ganz besonderen Wanderweg besitzt, war für viele der 22 Wanderfreunde des Kneipp-Vereins Barsinghausen aber neu.

Dieser Themenweg wird von dem „Patensteigteam“ und ihren Familien betreut und weiterentwickelt. Der sechs Kilometer lange Patensteig ist sehr gut ausgeschildert. Kaum zu übersehen sind die vielen bunten Wegweiser, die im Rahmen des Projekts „Kunst am Patensteig“ von kleinen und großen Künstlern geschaffen wurden und geschaffen werden. Der Patensteig erschließt mit der Rickbachschlucht und der Gersiekschlucht die zwei naturhistorisch und geologisch interessantesten und schönsten Täler mit ihren Wasserfällen und unzähligen Findlingen. Auf zahlreichen Infotafeln gibt es spannende Einblicke in die von der Saale-Eiszeit und den harten Gesteinen des Rhät (Rhaetium) geprägte Geologie des Gebietes.

Nachdem man die Autos am Draisinen-Parkplatz „Rickbruch“ abgestellt hatte, wies Wanderführer Uwe Hormann darauf hin, dass der Patensteig nicht nur so heißt, sondern in vielen Abschnitten auch ein Steig ist und eher kein klassischer Wanderweg. Trittsicherheit sei also gefordert, entsprechendes Schuhwerk ist bei den Kneippianern sowieso selbstverständlich.

Zunächst ging die Wandertour am Gut Rickbruch vorbei, über die L758 zur Rickbachschlucht. Dann auf einem schmalen Pfad immer am Rickbach entlang mit Kaskaden und Wasserfall. Es folgten Salamander-Quellen und Nasenstein. Am Ende der Rickbachschlucht ging es weiter an Ackerflächen und Windrädern entlang, danach orientierte sich die Gruppe in südlicher Richtung mit herrlichen Ausblicken ins Weserbergland und den Teutoburger Wald. Nach einer Infotafel zur Wüstung Hilkerberg folgte im Wald auf schmalem Pfad die Hilkersiekschlucht mit Wasserfall, die Überquerung der Hilkersiek, weiter kurz parallel auf hohem Steig und mit Blick auf die Extertal-Straße, Abstieg in die Gersiekschlucht und Höllbach-Wasserfall. Danach zurück zu den zuvor ignorierten Rastplätzen, wo ein Mitwanderer in das dort ausliegende Tagebuch-Kästchen eine Widmung für den Kneipp-Verein hinterließ.

Nach der inzwischen verdienten Picknick-Pause ging es weiter vorbei an der Feenquelle und dem Schützengraben, dann Abstieg und Überquerung des Fahrenbach-Wasserfalls, Verlobungsbank und Abzweig Richtung Dichterbank. Dort wurde ebenfalls in das schon gut gefüllte Buch ein kleines Gedicht eingetragen und der Gruppe vorgelesen:

Wie gut, wenn einer dann und wann
sich etwas Schönes dichten kann.
Bis hierher gab es viel zu sehn,
 doch müssen wir nun weitergehn.
 Allmählich plagt der Hunger sehr,
 und der Durst noch viel, viel mehr.

Der Weg führte dann vorbei an Pilz-Skulpturen aus Holz und einer hölzernen Stehle mit „herzlichem“ Durchblick in das Gersiekbach-Tal, Querung der Straße Im Siek und nun entlang dem Gersiekbach. Unter weiteren Mühen wanderte man neben der Straße Im Fahren, an der Fahrenbach-Quelle und landwirtschaftlichen Höfen, Windrädern, der Straße Römerweg und Gut Rickbruch vorbei zum kleinen Parkplatz mit Schutzhütte und Info-Tafeln.

Im Bewusstsein anstrengender zehn Kilometer Weg waren die Wanderer froh, nach kurzer Autofahrt endlich einkehren und beim verdienten Essen und Getränken die Erlebnisse verarbeiten zu können – verbunden mit einem großen Dank an Uwe Hormann für diese, auch für erfahrene Naturliebhaber, ungewöhnliche Tagestour. Dass dies für ungewisse Zeit angesichts der derzeitigen Lage das letzte Gemeinschaftserlebnis der Kneipp-Wanderfreunde war, ahnte da noch keiner.

Bericht und Gedicht*: Peter Wannemacher
Fotos: Uwe Hormann
Kneipp-Verein Barsinghausen
* die ersten beiden Zeilen Wilhelm Busch nachempfunden
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1 Kommentar
9.908
Peter Pannicke aus Lutherstadt Wittenberg | 22.03.2020 | 19:09  
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