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"Kinder an die Macht!" - VTE feiert internationales 15. Kinderfest in Augsburg

Beim 15. Kinderfest des VTE Augsburg e.V erlebten die Zuschauer in der Augsburger Sporthalle ein buntes Programm mit vielen Kindern und Jugendlichen aus türkischen, deutschen, russischen und albanischen Familien.
 
15. Kinderfest des VTE Augsburg e.V. in der Augsburger Sporthalle
Augsburg: Sporthalle Augsburg |

In fröhlichen Kinderhänden war die Augsburger Sporthalle beim großen Kinderfest, das der Verein Türkischer Eltern e.V. (VTE) am letzten Aprilwochenende veranstaltete.

Die Kinder und Jugendlichen vieler Nationen zeigten in Tänzen, Gedichtvorträgen und Aufführungen ein rauschendes Programm, das von den Zuschauern in der gut besetzten Sporthalle mit viel Applaus belohnt wurde.

myheimat-Reporterin Sabina Scherer sprach mit Augsburgs Bürgermeister Peter Grab und dem 1. Vorsitzenden des Augsburger VTE, Fahrettin Tuncay:

Sabina Scherer: Herr Grab, die Stadt Augsburg fördert die VTE-Kindertage im Rahmen des ku.spo-Programms. Was sagt Peter Grab als Politiker und als Mensch zum Thema Integration unserer ausländischen Bevölkerung in Augsburg mit ausländischen Wurzeln?

Peter Grab: "Augsburg hat von allen deutschen Großstädten mit 42 Prozent den vierthöchsten Migrationsanteil in der Bevölkerung. Als Bürgermeister ist es für mich wichtig, bei allen Nationalitäten vor Ort zu sein. Ich besuche gerne die Menschen aller Nationalitäten, will ihre Sorgen und auch ihre Wünsche erfahren, weil diese Menschen genauso Bestandteil unserer Bevölkerung sind wie wir."

Zum Begriff "Mitbürger" macht sich Peter Grab so seine Gedanken ...

Peter Grab: "Als ich das erste Mal den Begriff "Mitbürger" in einer politischen Ansprache hörte fragte ich, was den Unterschied zwischen Bürger und Mitbürger ausmache. Niemand konnte mir das erklären. Warum also sprechen wir nicht einfach vom Bürger? Ich denke, dieser Begriff vom "Mitbürger" stammt noch aus der Zeit, als in der Bundesrepublik Gastarbeiter angeworben wurden. Damals stellte sich politisch die Frage, wie man Menschen nenne solle, die nur vorübergehend ein Teil unserer Bevölkerung sein sollten. Da ist, denke ich, der Begriff vom "Mitbürger" entstanden. In der Folge sind dann die Gastarbeiter geblieben und fester Bestandteil unserer Bevölkerung geworden. Geblieben ist aber auch der eigentlich überkommene Begriff vom "Mitbürger".

Herr Tuncay, 15 Kinderfeste hat der VTE in Ausgburg veranstaltet. Was hat sich verändert im Lauf der Jahre in Augsburg?

Fahrettin Tuncay: "Immer mehr zeigt sich nicht nur bei solchen Veranstaltungen , das wir alle eine Gemeinschaft geworden sind. Es freut uns sehr und es unterstreicht den Stellenwert, dass namhafte Politiker und die Presse bei unseren Festen präsent sind. Mit ein wenig Toleranz ist eine großartige Zusammenarbeit mit russischen, thailändischen, albanischen und deutschen Gruppen entstanden. Sehen Sie, viele der Kinder, welche heute dieses Programm gestalten, sind in Deutschland geboren. Sie gehen in die gleichen Schulen wie ihre deutschen Freunde und sind untereinander manchmal schon einen großen Schritt weiter in Sachen Integration und Verständigung. Wir als Verein Türkischer Eltern in Augsburg sehen uns bestätigt in unseren Zielen, durch die Kooperation mit den Schulbehörden in Augsburg und Umgebung, durch die Sensibilisierung der Eltern und Lehrer als gleichwertige Partner ein "Bündnis für Erziehung" zu schaffen. Wir arbeiten für eine Gesellschaft des gegenseitigen Respekts. Trennende Ansichten müssen auf beiden Seiten angeglichen werden, ohne dass eine Seite seine Identität aufgibt."

Peter Grab: "Wie wir soeben sehen und hören können, zeigen Kinder einen asiatischen Tanz. Die kulturelle Vielfalt ist in stetem Wachstum in und um Augsburg. Ein großer Anteil daran gebührt dem VTE, der sich allerorts einbringt und mit seiner Präsenz nicht in Wartestellung geht. Seien es der große Stand bei der Augsburger Frühjahrsausstellung oder Veranstaltungen wie heute. Das Engagement des Vereins Türkischer Eltern ist ein großer Beitrag zur Integration und Völkerverständigung."

Hat man sie beobachtet, die Kinderaugen der Tanzgruppen und Vortragenden, hat man die Freude bemerkt bei den vielen Zuschauern, hat man die Selbstverständlichkeit der Kinder aller Nationen im Umgang untereinander verfolgt, muss dem Beobachter ganz einfach die Hymne Herbert Grönemeyers in den Sinn kommen:

"Gebt den Kindern das Kommando, sie berechnen nicht, was sie tun.
Die Welt gehört in Kinderhände, dem Trübsinn ein Ende!
Wir werden in Grund und Boden gelacht - Kinder an die Macht!"

Weitere Informationen:

Verein Türkischer Eltern in Augsburg e.V.
Augsburg Türk Veliler Derneği e.V.
Donauwörther Straße 48
86154 Augsburg

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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin friedberger | Erschienen am 01.06.2013
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