Erntedank rund um die alte Mühle

Farben des Herbstes und eine Erntekronze zierten den Eingangsbereich der Mühle beim Erntedankfest.
 
Ein grandioses Ensemble und „Hingucker“ mit Früchten aus Garten und Feldern wurde von Heidi Kommer an der Ostfassade der Mühle errichtet.
Thierhaupten: Klostermühlenmuseum | Erntedankfest Erstmals richtete das Klostermühlenmuseum einen großen Aktionstag aus. Warum es auch ein Kontrastprogramm gab.

Von Claus Braun

Thierhaupten. Wenige Wochen vor dem Ende der diesjährigen Mühlensaison war das Klostermühlenmuseum und die romantische Fläche an der Friedberger Ach drum herum nochmals Anziehungspunkt für viele Interessierte. Erstmals wurde nämlich ein Erntedankfest initiiert.

Passender hätte ein Ort für ein derartiges Fest nicht gewählt werden können, als Mitten in der grünen Lunge der Marktgemeinde, umgeben von großen Kastanienbäumen und viel Grün. Und würde das Gebäude der altwürdigen Mühle nicht alleine schon auf den Betrachter eine besondere Faszination ausüben, wurde es eigens für diesen Tag noch aufgehübscht. Besonders Heidi Kommer, die nur wenige Meter von der Mühle entfernt wohnt, schmückte die Ostfassade mit vielen Früchten aus Gärten und Feldern und gestaltete sogar noch eigens eine Erntekrone. Ein grandioses Ensemble und „Hingucker“, der von jedem Gast bewundert wurde.

Die Mühle selbst diente am vergangenen Sonntag als Informationsraum verschiedenster Art. Barbara Fendt erzählte die Geschichte zum Erntedankfest und seine Bräuche, der über 70-jährige Karl Hammerl zeigte einen Bildervortrag zu Anbau und Ernte aus seiner Jugend, Sophie Bösel klärte über heilsame Rosengewächse auf, die Künstlerin Heidrun Stallwanger demonstrierte in ihrer Papier-Werkstatt in der Müller-Stube „Freude am Werken mit Papier“ und natürlich ließ es sich Mühlenleiterin Claudia Drachsler-Praßler nicht nehmen, durch das Haus zu führen und über die Funktionsweise aufzuklären, wie aus gerade geerntete Getreidekörnern feines Mehl wird. Ferner wurde als „Dauerbrenner“ im Inneren der Mühle auch feucht-fröhlich Papier geschöpft und im benachbarten Stadl Märchen gelauscht.

Ein Hauptakteur und Kooperationspartner der bunten Veranstaltung war der BUND Naturschutz in Bayern e. V., der durch die Kreisgruppe Augsburg vertreten war. Mit Informationsbannern wurden die Besucher über verschiedene Themen wie „Es muss nicht immer Spinat sein“, „Von Emmer und Einkorn“ – den ältesten Getreidearten mit Zukunftschancen, „Wildtomaten und erste Kulturformen“ oder der „Kartoffelvielfalt“ aufgeklärt. Die Kreisgruppen-Geschäftsführerin Erika Bißle verteilte zudem Informationsmaterial und kleine Tütchen mit Samen, die das kommende Jahr blütenreicher gestalten sollen. Zudem war Bißle engagierte Vermittlerin bei der Pflanzen-Tausch-Aktion, die am alten Kollergang Anklang fand. „Alles was übrig bleibt und einheimische Pflanzen sind, wird in den nächsten Tagen auf dem Gelände der benachbarten Meitinger Ortsgruppe in den Lechauen wieder eingepflanzt“, klärte sie auf.

Für die Verpflegung sorgte auf der Mühlenwiese Helga Grimm vom Team des Klostermühlenmuseums: eine frische Gemüsesuppe, schmackhafte Kürbiscremesuppe oder große Folien-Kartoffeln aus dem Holzbrotofen stärkten die Gäste, die sich danach unter der Anleitung von Franz Rechner beim Dreschen von Getreide per Hand probieren konnten.

Das bunte Treiben auf dem Gelände bereicherten Bienen, als fleißigste „Erntehelfer“ der Natur überhaupt. Wolfgang Patz aus Zusamaltheim hatte gleich ein ganzes Bienenvolk zur Thierhauptener Mühle mitgebracht und klärte Groß und Klein über die ökologische Bienenhaltung auf.

Abgerundet wurde das erste Erntedankfest des Klostermühlenmuseums durch das Kontrastprogramm „Plastikwirbel“ von Hans-Rainer Mayer, der in Erzählungen, einem Liedervortrag und durch eigene Collagen auf das Problem der Plastikverschwendung, der Verschmutzung der Flüsse, Meere und des Landes und dem damit verbundenen Schicksal des „armen blauen Planeten“ hinwies. Besonders nachdenklich wurden die Zuhörer bei Mayers Aussagen „das Meer ertrinkt im Plastikmüll“ oder „stell dir vor, Bäume würden gratis WLAN ausstrahlen – wir würden sie überall pflanzen! Doch leider produzieren sie nur die Luft, die wir atmen!“
Dieses skurril gezeichnete Bild Mayers konnte dann nicht konkurrieren mit dem grandioses Ensemble mit den vielen Früchten aus Gärten und Feldern am Eingang zur alten Mühle.
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