Über den Niedergang unserer Sprache

Über den Niedergang unserer Sprache (Foto: Cover © riva Verlag)
Andreas Hock hat sich der deutschen Sprache in einem Buch gewidmet. Inzwischen hat der riva Verlag sein Werk „Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?“ zum vierten Mal in die Druckerei geschickt. Denn so traurig der Anlass des Druckerzeugnisses mit dem Untertitel „Über den Niedergang unserer Sprache“ auch sein mag, so kurzweilig ist das Lesevergnügen. Dabei erfährt der Leser auf 192 Seiten sogar noch so einige historische Entwicklungen unserer Sprache.

Der Autor verdient seine Brötchen hauptsächlich als Journalist. Die Sprache ist also sein täglicher Begleiter, der Verfall derselbigen ihm ein Dorn im Auge. Andreas Hock, Jahrgang 1974, schwelgt in Erinnerungen, trauert der Zeit nach als Deutsch noch verstanden wurde. Als der kleine Andreas noch vor dem Fernsehgerät saß, flimmerte lehrreiches oder zumindest harmloses Kinderprogramm von der Sesamstraße bis zur Biene Maja über die Bildschirme. Er kehrt in „Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?“ zurück in die Schulzeit und zeigt auf, wie der Lehrplan versagt hat, uns für unsere Sprache zu begeistern. Er erläutert, wie die Rechtschreibreform in die Hose ging. Außerdem beklagt sich der ehemalige politische Parteisprecher über die Inhaltslosigkeit von politischen Reden und Interviews mit Sportlern sowie über die Abgründe der Kommunikation, die sich durch Facebook, Twitter und SMS auftun und deren bedauernswerten Folgen für das menschliche Zusammenleben. (Schein-) Anglizismen bekommen ebenso ihr Fett weg. Nur, dass kaum ein Engländer oder Amerikaner Wörter wie Handy oder Oldtimer versteht.

Mit scharf?

Niederländer im deutschen Fernsehen, die Wiedervereinigung, Unterschichtenfernsehen und Gangsta-Rapper – sie alle haben ihren Anteil daran, dass es mit der deutschen Sprache rasant abwärts geht. Mittlerweile ist das gesprochene Deutsch ein Trümmerhaufen, wie die Verwendung von Abkürzungen wie LOL auch außerhalb kurzer Textnachrichten eindrucksvoll demonstriert. Oder haben Sie schon einmal einen Döner nach einer sprachlich einwandfreien Bestellung verzehrt? Andreas Hocks Bestseller ist voll von solchen Fällen, die den Niedergang unserer Sprache kennzeichnen. Dabei geht der Autor auch auf die Hintergründe ein, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen. Er behandelt praktisch alle Unsitten, mit denen wir uns auf sprachlicher Ebene konfrontiert sehen. Und er spricht in vielen konkreten Beispielen in der „Wir“-Form, wenn er höchstwahrscheinlich sich selbst meint. Trotzdem gefällt Bewahrern der deutschen Sprache dieses Buch und gleichgesinnte Sprachästheten fühlen sich in der „Wir“-Form direkt angesprochen. Denn Andreas Hock schreibt ihnen aus der Seele.

Titel: Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann? Über den Niedergang der deutschen Sprache
Autor: Andreas Hock
Informationen: Taschenbuch, 192 Seiten, 4. Auflage 2015
Verlag: riva
ISBN: 978-3-86883-443-7

Noch mehr Unsitten der deutschen Sprache erkunden? Stichwort: Hottie.
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 11.04.2015 | 22:56  
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Kornelia Lück aus Zeitz | 12.04.2015 | 07:17  
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Gabriele B. aus Gersthofen | 12.04.2015 | 21:00  
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