Villahermosa: Olmeken, Nasenbären und Kakao

Olmeken - Der Gouverneur
 
Nasenbär spaziert auf einer Mauer
Tag 8, Sonntag, 13. März 2016: La Venta und Kakao-Hacienda
Olmeken, Tiere und Kakao bilden heute den Rahmen eines Urlaubstages im mexikanischen Bundesstaat Tabasco, der übrigens nichts mit dem Chili für Speisen zu tun hat, sondern an einen Maya-Herrscher (Tabacso) erinnert. Im archäologischen Park La Venta in Villahermosa sind Figuren und Köpfe aus Basalt der Kultur der Olmeken ausgestellt. Zur Abwechslung mal viele Originale. Über die Olmeken ist wenig Wissen gesichert. Da dieses präkolumbische Volk in den Zapoteken und Mayas aufging und niemand wirklich ihre Sprache sprechen oder lesen kann, sind die bisherigen Erkenntnisse weitgehend Interpretation. Die rund 3000 Jahre alten Skulpturen und Stelen der Olmeken stammen aus der archäologischen Fundstätte La Venta und sind in den Stadtzoo von Villahermosa eingebettet.

Die Tiere dort haben leider sehr wenig Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten in ihren Gehegen, die zudem bei den Raubtieren mit doppelten Zäunen abgesichert sind und das Fotografieren erschweren. Nur die Nasenbären laufen frei herum und zanken sich um Futter, wobei es zu Beißattacken untereinander kommen kann. Der Otter erwartet offenbar schon sehnlichst Futter, macht seine Männchen allerdings vergeblich. Der Anblick eines Waschbären blieb uns im Bergnebelwald verwehrt, nun sehen wir ihn im Gehege. Wie ein Grisón aussieht, erfahren wir ebenfalls. Die beiden Jaguare hinter Gittern gönnen sich ihr Vorspiel, der „Jaguar Negro“ macht einen traurigen Eindruck, die Schildkröten werden mit Krokodilen im gleichen Becken gehalten, da die Krokos ihren Panzer nicht durchbeißen können. Die Voliére ist begehbar. Darin teilen sich Papageien unterschiedlicher Couleur den Lebensraum mit Enten und anderen Vögel. Einer der Kerle, ein Chachalaca, ist ganz versessen auf Schnürsenkel und hackt beharrlich auf meinen Tretern herum. Später findet er weitere Opfer und bringt einen panisch rückwärts flüchtenden Zweibeiner sogar zu Fall. Der des Weges kommende Parkangestellte kennt diesen Tick seines Pappenheimers schon und schirmt den Vogel am Ende von uns ab, nachdem er erst auf ihn und dann grinsend auf unsere Schuhe gedeutet hat. Bei den Spinnenaffen gibt es sogar Nachwuchs. Das Jungtier hält sich in der Früh auf dem Rücken der Mutter fest, als wir den Park am späten Vormittag verlassen, turnt es tapsig in den Seilen herum.

Auf die Spuren des Kakaos begeben wir uns mittags im Garten der Hacienda La Luz. Hier in Comalcalco, eine Stunde Autofahrt entfernt von Villahermosa, hat ein deutscher Auswanderer – ein Arzt mit Namen Wolters - eine Kakaoplantage ins Leben gerufen. Wir sehen im Rahmen der Choco Tour Kakaobäume und Kakaofrüchte in unterschiedlichen Größen. Wir kosten von den Kakaobohnen in den Früchten bzw. schlutzen die leckere schleimige Schicht um die Bohne, die innen übrigens lila ist, herum ab. Im Garten entdecken wir auch Helikonien, Kalebassen und einen Tamarindenbaum und kosten von der süß-sauren Frucht. Dann geht es ins Innere der kleinen Kakaoproduktion, wo wir die einzelnen Schritte der Verarbeitung erklärt und demonstriert bekommen und vom Kakao in unterschiedlichen Stadien naschen. Anschließend decken wir uns noch mit Schokolade ein. Der Einkauf ist schnell verputzt, schließlich möchte man bei Temperaturen jenseits der 30 Grad und enormer Schwüle nicht, dass der schmackhafte Nachtisch ein Opfer der Sonne wird und im Bus schmilzt.

Das gekaufte Kakaobier genehmige ich mir abends im Hotel Ciudad Real in Palenque. Das Bier taugt nicht wirklich, Manfred gießt mit dem 50-Peso-Einkauf (ca. 2,50 bis 3 Euro) sogar die Pflanzen. Die Hotelanlage ist sehr schön: Mit einem großen, wohltemperierten Pool, an dem auch Cocktails serviert werden und eine Wasserrutsche für die Portion Extraspaß sorgt, sowie Hängematten, Essen im Freien und schönen Räumlichkeiten, die aufgrund der recht zahlreichen Mücken mit Fliegengitter-Türen vor der Balkontüre ausgestattet sind. Wenige hundert Meter weiter befindet sich ein Bahnhof, an dem auch „La Bestia“ Station macht – ein Zug, mit dem Flüchtlinge aus Zentralamerika versuchen, in die USA zu gelangen und dabei häufig von kriminellen Jugendbanden abgezogen oder gar umgebracht werden.


Chronologie meiner Mexiko-Reise 2016:
Etappe 1: Mexico City mit Teotihuacan
Etappe 2: Danza del Volador: El Tajin und Coatepec
Etappe 3: Xico: Mit der Machete durch den Bergnebelwald, Kaffee und ein Kleidermuseum
Etappe 4: Am Catemaco-See auf den Spuren von Apokalypto und Medicine Man
Etappe 6: Mundo Maya: Palenque, Calakmul und Uxmal

Reise-Bausteine Mexiko in Eigenregie:
* Guadalajara
* Guanajuato
* Noch mehr Mayas: Yucatan-Trip 2012
* Mehr zum Verkehr in Mexiko mit Schwerpunkt auf Guadalajara
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