30 Jahre – Straßenfest der Seltenheit

Vor mehr als 35 Jahren waren auf dem „Beilinger“ noch Wiesen und Felder und nur wenige Anzeichen sprachen dafür, dass hier ein großes Baugebiet realisiert werden konnte. Allmählich aber wurde rund um die Straße – die BEILINGERSTRASSE – gebaut und die Wiesen mit mehreren kleinen Stichstraßen links und rechts davon erschlossen. Es entstanden viele Doppelhäuser und Leben begann im „Stätzlinger Oberdorf“ zu pulsieren. Stichstraße für Stichstraße wurde Jahr für Jahr lebendiger und junge Familien begannen hier zu wurzeln. Man lernte sich kennen und schloss neue Bekanntschaften. Man traf sich zum Austausch von Werkszeugen und kam ins Gespräch. Kinder wurden geboren und Gemeinschaften fanden zusammen. In mancher Stichstraße wurden erste Sommerfeste gefeiert – es entstanden die ersten Straßenfeste.
So kam es, dass Mitte der 80er Jahre auch in unserer Stichstraße die Nachbarn zusammen-getrommelt wurden. Unter der Federführung unseres unvergessenen Freundes Hans Schoder, der leider viel zu früh verstorben ist, und seinem „Co“ Günther Rupprecht wurde der Grundstein für die inzwischen jährlich wiederkehrende Institution „Straßenfest“ gelegt. Man konnte mit alten und neuen Nachbarn an einem lauen Sommerabend einen vergnüglichen Abend verbringen, sich näher kennenlernen und sogar Freundschaften schließen. In den darauffolgenden Jahren wurde das Straßenfest für alle in unserer Stichstraße fast schon „Pflichtprogramm. Die Damen kümmerten sich um Salate, feine Nahrungsergänzungen und kreative Leckereien. Und die Herren ergänzten ihre Kenntnisse beim Grillen. Das „Fasserl“ besorgten die Herren Organisatoren und jeder warf einen Obolus in ein Kästchen. Der Überschuss – und es blieb immer genügend übrig – wurde für das nächste Straßenfest hergenommen. Da gab es mal Leckeres vom Schwein oder gar ein Spanferkel oder sonst Gutes, was für die langen Abende als Grundlage diente.
Für unsere Kinder war jedes Jahr klar, dass sie dabei sein wollten, denn sie konnten tolle Spiele und kleine Theaterstücke vorbereiten. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Weitere Freundschaften wurden geschlossen – Kinder wie Erwachsene rückten näher zusammen. Ob es Eierlaufen, Zauberkünste oder Fragestunden waren, wir Erwachsene wurden stets von den Kindern mit eingebunden. Der Spaßfaktor war gewaltig - für Klein und Groß. Jahr für Jahr kamen neue Ideen und nicht zu vergessen sei die „Pausenmusik“, die live von unserem Cheforganisator gespielt wurde. Manches Repertoire war bekannt und die Textsicherheit wurde von Jahr zu Jahr besser. Bis heute halten wir an dieser Tradition gerne fest und Teile der Jugend kommen zumindest zum Essen noch mal vorbei.
Dass wir inzwischen in unserer Gemeinschaft das 30-Jährige feiern können freut uns ganz besonders. Unsere Straßengemeinschaft bedeutet zwischenzeitlich, dass jeder im Notfall für den anderen da ist. Die Feste dauern heute immer noch genauso lang wie früher und das wird auch in Zukunft weiterhin so sein. Auch wenn Petrus mal nicht so auf unserer Seite war oder ist, das Straßenfest findet trotzdem immer statt. Dazu braucht es einen Organisator (danke lieber Günther !!), der Termine vorschlägt und es braucht die gewachsene Gemeinschaft auch mit neuen Nachbarn, die immer gerne mitmacht. Text: H.-Peter Schneider, Bild: privat
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.friedberger | Erschienen am 04.06.2016
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