Architekturreise durch den Landkreis

Aichach, Beckmühle
 
Wohnhaus in Haunswies
Eine Premiere für den neuen Landrat Dr. Klaus Metzger war die Häuserfahrt zu der der Bayerische Landesverein für Heimatpflege zusammen mit dem Kreisbaumeister am ersten Samstag im Mai eingeladen hatte. Landrat Metzger begrüßte die 50 Teilnehmer, den Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl und den Architekten und Bauberater Thomas Lauer vom Landesverein. Er betonte in seiner kurzen Ansprache, dass die Häuserfahrt auch dazu dient über Architektur nachzudenken und wünschte den Teilnehmern viele neue Erkenntnisse und einen regen Gedankenaustausch.

Die Architekturreise führte zunächst nach Haslangkreit, Schlossstraße 9. Dort steht am Ortsrand ein zweigeschossiges Einfamilienhaus, geplant von Architekt Markus Karl. Es besticht durch seine klare Geometrie mit dem flach geneigten Satteldach, ohne Dachvorsprünge. Die je nach Raumnutzung und Himmelsrichtung unterschiedlich dimensionierten, überlegt gesetzten Fensteröffnungen beleben die Fassade und sind Bestandteil des Energiekonzeptes.

Aichach, Beckmühle 6-7a war das nächste Ziel. Das von der Architektin Caroline Moser geplante und selbst bewohnte Haus aus Brettsperrholz, mit einer grauen Zedernholzschalung verkleidet, präsentiert sich im städtebaulichen Umfeld introvertiert, fällt auf ohne sich aufzudrängen. Die Hausfassade, zur Straße mit nur wenigen Fensterelementen versehen, öffnet sich zum Garten und zur freien Landschaft hin mit großen Glasflächen. Innen- und Außenraum verschmelzen hier. Die Grundrisse der beiden Geschosse entsprechen der klaren Entwurfshaltung. Das Wohngebäude ist ein qualitätsvoller Beitrag für ein Wohnhaus in einem städtischen Siedlungsquartier.

In Obergriesbach, Buchenweg 13a, staffelt sich eine moderne Villa mit drei sichtbaren Geschossen in eine steile Hanglage mit Baumkulisse im Hintergrund. Architekt Raymund Fay hat es verstanden die Baumasse geschickt auf drei jeweils versetzte Geschosse zu verteilen. Die südorientierten großen Glasflächen sind energetisch vorteilhaft (passive Sonnenenergienutzung). Sie tragen aber auch zu einer gestalterischen Transparenz bei.

In Taiting, St.-Emeran-Straße 19 erwartete ein Wohnhaus, von Architekt Christian Moosbichler in traditionellem Baustil geplant, die Architekturinteressierten. Das erdgeschossige Gebäude mit steilem Satteldach, verputztem Ortgang, in der Grundriss- und Fassadengestaltung zeitgemäß, ist eine gelungene Interpretation dieser Bautradition. Die schlanken Zwerchgiebel gliedern die Dachfläche harmonisch und bringen Licht und räumliche Spannung in die Innenräume.

Der Zubau in Rieden, Kreit 2, geplant von Christian Moosbichler, fügt sich in das landwirtschaftliche Ensemble sehr gut ein. Der erdgeschossige Neubau mit steilem Satteldach ist eine zeitgemäße Weiterentwicklung eines für die Hauslandschaft des Landkreises typischen Wohngebäudes. Die Dachaufbauten, als schlanke Zwerchgiebel geformt, sind ein stimmiges Element der Fassade. Das Wohnhaus ist ein Beweis dafür, dass man sehr wohl modern bauen kann ohne modisch zu erscheinen.

Das Haus in Friedberg, Seestraße 65 von Architekt Hans Hicker geplant, fällt sowohl von seiner Nutzung als Wochenendhaus auch von seinem Erscheinungsbild etwas aus der Reihe der besichtigten Objekte. Es behauptet sich durch seine Form- und Farbgebung in dem parkartigen Seegrundstück. Die unübliche Anordnung des Dachfirstes an der Längsseite ermöglicht eine bessere Dachraumnutzung und verleiht dem Haus eine eigenständige Note. Die übergangslose einheitliche Dach- und Wandverkleidung mit Kupferblech an den Schmalseiten ist ein gelungenes Detail. Die zusätzliche Dachterrasse auf dem Wintergarten erhöht den Aufenthaltswert.

Das kleine Siedlungshaus in Hofhegnenberg, Herzog-Wilhelmstraße 14, von Architekt und Bauherr Reinhard Elbl besticht durch seine klare Geometrie. Der untergeordnete Carportanbau und einige gelungene Details, wie die Dachrandausbildung ohne Vorsprünge sowie die mit der Raumnutzung korrespondierenden Fensterformate sprechen für das unspektakuläre dennoch auffallende Wohnhaus.
Das Wohnhaus in Haunswies, Zellerstraße 14, geplant von der Architektin Birgit Rümmelein, ist ein Beispiel dafür, dass sich auch ein großer Wohnflächenbedarf in eine anspruchsvolle Hanglage am Ortsrand einfügen kann. Das Eingangsgeschoss mit dem hervortretenden in Farbe und Material abgesetzten Garagenanbau, die darüber liegende Wohnebene in L-Form und die dritte Geschossebene mit flach geneigtem Satteldach gliedern das Bauvolumen und binden es in die Landschaft ein. Die vergrauende Holzschalung unterstützt zusätzlich die Landschaftsverträglichkeit des Wohnhauses.

Das ehemalige bäuerliche Anwesen in Igenhausen, Augsburger Sraße 12, steht unter Denkmalschutz und wurde in mehrjähriger Arbeit von der Familie Fuß in Eigenleistung saniert. Der sorgsame Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz und die Verwendung von historischen Materialien ist dabei besonders zu erwähnen. Ein wertvolles Zeugnis der Orts- , Familien- und Baugeschichte Igenhausens konnte so erhalten und wiedergenutzt werden. Die Teilnehmer der Häuserfahrt konnten sich davon überzeugen, dass man ein Gebäude, das im Kern im 18. Jahrhundert erbaut wurde, auch im 21. Jahrhundert sehr gut bewohnen kann.
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