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Ein Ausflug zur Mühlengeschichte Thierhauptens: Mühlenweg – Mühlengarten – Mühlenmuseum

Mühlenweg
  Thierhaupten: Klostermühlenmuseum |

Geheimtipp für Fußgänger und Radfahrer:

Wer Thierhaupten im Sommer einen Besuch abstattet, der sollte den „Mühlenweg“ erkunden. Der romantische und landschaftlich reizvolle Weg am Ufer der Friedberger Ach entlang verbindet das Kloster Thierhaupten und die Standorte der ehemaligen Klostermühlen. Acht Stationen am Mühlenweg erzählen die Geschichte der Mühlen und des Baches, außerdem Wissenswertes über Flora und Fauna rund um den Klosterweiher. Steigt man die steilen Treppen vom Kirchberg zum Bach hinunter, gelangt man zu zwei Sägewerken, die einst Sägemühle und Ölmühle waren. Hinter Dickicht verborgen steht am Hang unterhalb des Klosters ein unscheinbares Häuschen, das im Dornröschenschlaf zu liegen scheint. Kaum jemand ahnt, dass dieses ehemalige Wasserhaus das Kloster von 1558 bis 1954 mit Trinkwasser aus dem heute als „Brunnenwasser“ bezeichneten Gebiet versorgte. Wer anschließend den Klosterweiher umrundet, gelangt zu diesem heute renaturierten Gebiet mit Auerochsenweide und angrenzender Gartenanlage des Obst- und Gartenbauvereines.

Das Klostermühlenmuseum: 4 Mühlen unter einem Dach

Anschließend führt der Mühlenweg zur ehemaligen Getreidemühle des Klosters, dem Klostermühlenmuseum. Schon von weitem hört man das Rauschen des über 100 Jahre alten eisernen Wasserrades am Mühlengebäude, das seine heutige Form um 1820 erhielt. Das im Jahr 1997 von Barbara und Karl Seidenschwann gegründete Museum veranschaulicht die Technik der vier ehemaligen Klostermühlen: Die Getreidemühle wird anhand eines altdeutschen Steinmahlganges und der Technik des 20. Jahrhunderts mit Walzenstühlen, Elevatoren und Plansichter dargestellt. Modelle erklären die Öl- und Sägemühle. Die Papiermühle, die am Ende des Mühlenweges gestanden war, ist im Klostermühlenmuseum nachgebaut. Ein Hadernstampfwerk, eine Lumpenmahlmaschine und eine Bütte mit Schöpfsieben lassen die handwerkliche Papierherstellung anschaulich nachvollziehen. Mehrere Tausend Besucher jährlich erkunden hier die Bedeutung der historischen Mühlen und können bei verschiedenen Aktionen selber Hand anlegen.

Wie wird man heute Müller?

Derzeit zeigt die Sonderausstellung „Müller werden – vom Handwerksberuf zum Verfahrenstechnologen“ wie die Ausbildung zum Müller früher aussah und welche Anforderungen an den modernen Müller, heute auch Verfahrenstechnologe genannt, gestellt werden. Bei spannenden Spezialführungen können Schülergruppen viel zu einem weitgehend in Vergessenheit geratenen „Traumberuf“ erfahren. Bei einem Besuch der 7. Klasse der Thierhauptener Mittelschule erklärt der Müller Wolfgang Balk, Mitglied des Landesverbandes für Mühlenkunde und -erhaltung den Schülerinnen und Schülern wie die Arbeit des Müllers heute aussieht. Kurzweilig beschrieb Balk die Geschichte der Getreidevermahlung von der Handmühle bis zum Walzenstuhl heute. Wie ein Walzenstuhl arbeitet, zeigt er anhand eines Modell-Walzenstuhles, den er extra für die Führung mitbrachte. Die Schüler mahlten darin eine kleine Portion Getreide, die anschließend im Modell eines Plansichters in die Mahlerzeugnisse Schrot, Gries, Dunst und Mehl sortiert wurden. Beim Rundgang durch das Museum begegneten die Kinder dann den verschiedenen Maschinen und Methoden und hörten viele Anekdoten aus dem Arbeitsleben eines Müllers.

Vom Wildgras zum Hochertragsweizen


Im Mühlengarten auf der gegenüberliegenden Bachseite erwartet den Spaziergänger ein Getreidelehrpfad, der die Entwicklung des heutigen Weizens anhand verschiedener Urgetreide- und Weizenarten vorstellt. Innerhalb einiger Jahrtausende sind aus einigen Wildgetreidearten viele Kulturarten mit einer unüberschaubaren Vielfalt von Sorten entstanden. Beispiele dafür wie Emmer, Einkorn, Dinkel, Igelweizen, Fuchsweizen, Hart- und Rauweizen und viele mehr – wachsen im Mühlengarten. Die Getreidearten, mit kleinen Schildern gekennzeichnet, angeordnet in Form eines Rades, zeigen vielerlei Halmhöhen, Ährenformen und –farben. Daneben sind Wildblumen und Kräuter zu entdecken, die von einer Thierhaupter Grundschulklasse gesät und gepflanzt wurden. Die Kinder haben seit 2012 die Naturpatenschaft für den Mühlengarten übernommen, ein Projekt in Kooperation mit der Umweltstation Augsburg.

Klostermühlenmuseum
Thierhaupten gemeinnützige GmbH
Franzengasse 21
86672 Thierhaupten
Tel. 0 82 71-53 49 (Anmeldung)
Führungen: jederzeit nach Vereinbarung
Tel. 0 82 71-17 69 (Mühle)
Fax: 0 82 71-42 78 92
info@klostermuehlenmuseum.de
www.klostermuehlenmuseum.de

Öffnungszeiten:
1. Mai bis 31. Oktober 2013
Dienstag, Donnerstag 9:00-12:00 Uhr
Mittwoch, Freitag, Sonn- und Feiertage 14:00-17:00 Uhr
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Regionalmagazin meitinger | Erschienen am 03.08.2013
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