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Evangelische Woche in der Wasserkirche am 7.9.2010

Helga Simon begrüßt Roswitha Zeller
 
Karl Weitzel bekommt am Eingang einen Stein angeboten.
Musikprogramm mit Latin Rock
Die musikalische Einstimmung ist von der Stadtallendorfer Sing- und Musikschule übernommen worden. Mit Schlagzeug, elektrischer und akustischer Gitarre wurden andere Klänge angestimmt als am Vortrage. Instrumentalstücke wie "Samba Pa Ti" von Carlos Santana ließen die Besucher von der Karibik träumen. Für die Gesangsstücke gab es noch Unterstützung von Peter Groß und seinem Churchtett.

Zeitzeugin Roswitha Zeller
Die in Marburg lebende Roswitha Zeller war der besondere Star an diesem Abend: Als Frau des ersten Pfarrers der evangelischen Kirchengemeinde von Stadtallendorf hatte sie die Anfänge der Kirchengemeinde voll miterlebt und spannende Geschichten zu erzählen. Etwas verwundert war sie, als ihr Pfarrer Thomas Peters erklärte, dass er zehn Minuten für das Zeitzeugeninterview eingeplant habe. Roswitha Zeller hatte mit mehr Zeit gerechnet und sich mit einem fünfzehnseitigen Manuskript gründlich auf einen ausführlichen Vortrag vorbereitet. Ihre Erzählungen dauerten dann auch deutlich länger als die eingeplanten zehn Minuten, aber es hätte wahrscheinlich hätten sich die meisten Kirchenbesucher auch noch mehr von Frau Zeller erzählen lassen, zumal einige extra wegen ihr gekommen waren.

Besuch aus Jerusalem
Einen nicht ganz so großen Auftritt wie Roswitha Zeller hatte ein Gast aus Jerusalem: Der römische Statthalter Pontius Pilatus (meisterlich gespielt von Frank Reimuth) lamentierte, dass es nicht seine Schuld sei, dass Jesus sterben musste, und dass es doch ziemlich merkwürdig war, dass Jesus nicht versucht habe, dem Tode am Kreuz zu entkommen.

Bade ich lieber in Geld oder Gottes Vergebung?
Pfarrer Gottfried Bormuth aus Kaufungen begann seine Ansprache damit, dass er gerade bei AOL (gibt es noch...) gelesen habe, dass Geld glücklich mache, wobei die Grenze zum Glück bei einem Jahreseinkommen von 58.000€ liegen solle. Pfarrer Bormuth wies aber darauf hin, dass - egal wie viel Geld man nun zu seinem Glück brauche - sich dadurch die entscheidenen Probleme im Leben nicht lösen ließen, welche zischen den Menschen auftreten. Er nannte als ein Beispiel das Unglück mit den eingeschlossenen Bergbauarbeitern in Chile, welche zum Glück noch ihre Rettung erleben konnten - als vorher die Schwierigkeiten bei einer Rettung diskutiert wurden, wurde als größtes Problem genannt, dass die Männer auf engstem Raum zusammen auskommen müssen.
Zur Wichtigkeit von menschlichen Problemen erwähnte Pfarrer Gottfried Bormuth, dass es bei den in seiner Sprechstunde am häufigsten angesprochenen Problemkreisen um schwere Krankheiten und um Ehescheidungen ging.
Kränkungen durch Mitmenschen führen zu Streit, der Vergebung nötig macht. Laut Psychologen lassen sich Kränkungen in drei Kategorien unterteilen: Ehre (z.B. ich bekomme kein Lob für meine gute Arbeit), Besitz (jemand beschädigt mein Auto) und Lebensfreude (vor dem Urlaubshotel ist eine große Baustelle). Ohne Vergebung besteht die Gefahr, dass wir solche Kränkungen ansammeln und der angestaute Ärger dann voll herausbricht, wenn es zu viel wurde.
Laut Psychologie gibt es drei Wege für Vergebung: Verstehen (warum handelt der so), Relativierung (wie hätte ich mich verhalten) und Delegation (jemand anderes muss die Sache übernehmen). Für die Delegation nannte Gottfried Bormuth zwei Beispiele aus der Zeit, in der Jesus gelebt hatte: der Brauch, die eigene Schuld auf einen Sündenbock zu übertragen und diesen in die Wüste zu jagen oder das Lösegeld für Sklaven. Die Übernahme der menschlichen Sünden war das Ziel, was Jesus mit seinem Kreuzestod ermöglichte.
Hätte Pilatus sich diesen Vortrag angehört, dann hätte er sich nicht so sehr wundern müssen...

Steine und Abendmahl
Vor der Veranstaltung hatte jeder Besucher am Eingang einen Stein und ein Stück Kreide erhalten. Während eines Lieds sollten dann die Besucher den Stein mit etwas beschreiben, was sie belastet. Anschließend konnten sie ihn in ein vorne aufgebautes Aquarium werfen, wo das Wasser die Schuld von dem Stein abwaschen sollte.
Dem Gang zum Aquarium folgte dann ein Abendmahl am Tisch der Begegnung, wo Fladenbrot zum Abbrechen und ein Becher mit Saft gereicht wurden.

Zeitreise: Einweihung der Notkirche
Historische Fotos von der Einweihung der Stadtallendorfer Notkirche am 14.12.1952 sind unter folgendem Link veröffentlicht:
http://www.myheimat.de/stadtallendorf/kultur/die-n...

(Bilder von Leif-Erik und Sören-Helge Zaschke)
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