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Marathon in Hannover: Beobachtungen bei Kilometer 17

Flagge zeigen: Diese Läufer erinnern an die Situation in Tibet.
Guter Sport, aber auch viel Spaß: Die Stimmung kam rüber, auch wenn wir an Kilometer 17 nur eine handvoll Zuschauer waren (die übrigen 107980 Schaulustigen müssen sich anderswo gedrängelt haben).

Nachdem der Zeitwagen mit den ersten beiden Läufern durchgefahren war, konnten wir noch einige Minuten die Sonne genießen und gut hundert Meter die Straße entlangbummeln, bevor der Nächste um die Ecke bog. Auch danach wieder eine große Lücke. Erst nach und nach kamen größere Läufer-Pulks. Anfangs die Leistungsorientierten, die ständig auf die Uhr schauten und das Publikum kaum wahrnahmen.

Dann die Freizeitläufer. Technische Fehler (etwa kraftraubendes Schlackern mit dem Oberkörper) sind auch für Laien zu erkennen. Aber wie würde ich wohl mit 17 Kilometern in den Beinen laufen? Was auffällt: Die Freizeitsportler sind weniger verbissen. Winken und rufen ins Publikum, lächeln in die Kamera.

Dann kommt eine Lücke, und schließlich biegen die Kämpfer um die Ecke. Ihnen geht es nicht um die Zeit. Durchkommen ist alles, was zählt. Nicht alle haben optimales Schuhwerk an, einige tragen kuriose Perücken. Allen steht die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Und trotzdem: In dieser Gruppe ist die Stimmung am besten. Die Läufer reagieren dankbar auf den anfeuernden Applaus: klatschen zurück, grüßen, freuen sich. Richtig sympathisch.

Ich würde ja gerne wissen, wer von ihnen auch die restlichen 25 Kilometer geschafft hat. Das ist ja ein wenig schade bei Marathonveranstaltungen: Als Zuschauer bekommt man nur einen ganz kleinen Ausschnitt mit, der Blick aufs Ganze fehlt.

Trotzdem: Der Ausflug hat sich gelohnt. Und nächstes Mal treten wir professioneller an: mit Rasseln oder ähnlichem Lärmwerkzeug. Denn gut 45 Minuten lang klatschen - das ist auch eine Art Marathon...
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Detlev Zemmin aus Peine | 08.03.2009 | 15:34  
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