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Naturwäldchen mitten in Bemerode soll Kunststoffrasen-Fußballplatz weichen - Rettungsversuch durch eine Online-Petition

Ein Teil des Wäldchens, das Mitte Januar 2020 innerhalb von vier Tagen vernichtet worden ist. Hier soll ein großer Kunststoffrasen-Fußballplatz entstehen.
 
Das war einer der prächtigen Bäume im "Bemeroder Forst". Im Januar 2020 gefällt für einen Kunststoffrasen.
Hannover: "Bemeroder Forst" | Aktualisierung 20.Januar 2020 : Das Naturwäldchen in Bemerode wurde vor dem bekannt gewordenen Termin schon Mitte Januar in nur vier Tagen dem Erdboden gleichgemacht. Empfehlungen des von der Stadt selbst beauftragten Gutachters zum Artenschutz wurde dabei nicht gefolgt.
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Mitten in Hannover-Bemerode an der Oheriedentrift soll wohl schon ab 20. Januar für einen weiteren Kunststoffrasen-Fußballplatz und eine künstliche Strandsportanlage ein Wäldchen von 10.000 qm gefällt und gerodet werden. - Wer das verhindern will, kann eine Petition unterschreiben: Online-Petition: Naturfläche in Hannover-Bemerode erhalten!

Neben einem Pionierwald aus Vor-Expo-Zeit sind  87 ausgewachsene Bäume  - darunter Stileichen, Ahornarten, Hainbuchen. Manche der Bäume sind 80 bis 90 Jahre alt und haben einen Stammumfang von mehr als 2 Metern. Auch zahlreiche hohe Sträuchern sollen entfernt werden. Und natürlich leben dort bisher auch zahlreiche Tierarten.


In der Bezirksratssitzung Mitte Dezember 2019 gab es mehr Klarheit zu Flora und Fauna in Bemerode an der Oheriedentrifft, die wohl ab dem  20. Januar einem weiteren riesigen Kunststoff-Fußballplatz und künstlichen Strand-Sportanlagen geopfert werden sollen. Umwelt-Gutachter Daniel Gruening (NZO-GmbH in Bielefeld) hat auf Verlangen der Grünen im Bezirk seine Ergebisse aus der Vor-Ort-Untersuchung präsentiert. Hier ein unvollständiger Auszug aus dem Gesamtgutachten  - allein für die 12.000 Quadratmeter-Fläche, die jetzt mit Kunststoffrasen-Fußballplatz und Beachsportanlage überbaut werden soll:

🌳Bäume: Auf dem Gelände, das mit totem Kunststoffrasen überbaut werden soll, gibt es einen etwa 20 Jahre alten Pionierwald, aber auch viele Bäume, die älter sind als 30, 40, 50 Jahre sowie mehrere Bäume, die etwa 80 bis 90 Jahre alt sind – unter anderem eine Reihe Stieleichen, Ahronarten, Faulbaum und Weiden. (Das Leistungsverzeichnis in der Ausschreibung der LHH führt insgesamt 87 Bäume mit einem Stammumfang über 60 cm auf, acht Bäume haben einen Stammumfang von mehr als 1,50 Meter (drei davon mehr als 2 Meter Stammumfang)

🦎Amphibien: Der Gutachter hat Erdkröten, Bergmolche und Fadenmolche in dem Gebiet gefunden. Er sagt: „Es kann zu Tötungen kommen, es gibt einen Verlust potentieller Landlebensräume, aber Möglichkeiten ins Umfeld auszuweichen." - Dass auch dort bald noch viel bebaut wird, hat er nicht erwähnt.

🦉Vögel: Der Gutachter hat 22 Vogelarten und 15 Brutvogelarten in dem Gebiet gefunden, darunter zwei streng geschützte Arten und drei Arten mit Rote-Liste-Status. U.a. Nachtigall, Buntspecht. Auch Sperber, von denen nur noch 15 bis 25 Paare in ganz Hannover leben. Der Gutachter meint: Das macht nichts, der Sperber kann ausweichen.

🦇 Fledermäuse: Der Gutachter hat sieben Fledermausarten in dem Gebiet beobachtet, aber keine Baumhöhlen festgestellt. Unter anderem jagt dort der stark gefährdete Kleinarmsegler. 

Online-Petition zum Erhalt der Naturfläche im Quartier


Helfen kann nur noch viel Öffentlichkeit  - unter anderem über die Online-Petition, die eine Bewohnerin des Kronsbergs mit Unterstützung von Nachbarinnen gestartet hat.

Annette Volland
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1 Kommentar
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Jost Kremmler aus Potsdam | 22.12.2019 | 16:47  
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