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Durch die Wüste – Unterwegs in den Randzonen der Sahara in Marokko, Tunesien und Ägypten

Unterwegs in den Randzonen der Sahara. Die mittelalterlichen Stadtmauern von Taroudannt.
 
Doch zunächst verlassen wir Europa. Die ca. 40 Kilometer breite Straße von Gibraltar, die Europa von Afrika trennt. Rechts Spanien, links Marokko.
Agadir (Marokko): Sahara | Wohl fast jeder aus der älteren Generation, der gern liest, ist in seiner Kindheit an Karl May-Büchern nicht vorbeigekommen. Natürlich waren es in erster Linie die Geschichten, die in Nordamerika spielten, die uns faszinierten. Winnetou und Old Shatterhand waren Kultfiguren unserer und früherer Generationen, genauso wie für die jungen Leute heutzutage irgendwelche Popstars. Und wir stürmten damals in den sechziger Jahren die Kinos, wenn ein neuer Karl May-Film anlief.
Doch dann gab es da noch die Erzählungen, die im Orient spielten. Dort waren Kara Ben Nemsi und sein Begleiter Hadschi Halef Omar die Helden. Und in erster Linie war es das Buch „Durch die Wüste“, das uns fesselte. Da ist so einiges hängengeblieben. So zum Beispiel wie Kara Ben Nemsi die Frau eines Gefährten aus einem Harem befreite. Wie er sich als Araber mit Beduinengewändern verkleidet nach Mekka hineinschlich. Und erst recht, wie er sich in Tunesien auf dem Weg nach Kbilli durch die gefährliche Salzwüste des Schott el Dscherid einen Pfad suchen musste, und wie Freund und Feind darin im salzigen Schlamm versanken. Mit diesem Buch nun war bei mir die Begeisterung für die Wüste geweckt.
Dann gab es da noch einen weiteren Film, den ich mir sogar mehrfach im Kino angesehen habe. Damals wurden Monumentalfilme im Cinemaskop-Verfahren gedreht. Zwei Kameras nebeneinander nahmen die Filmszenen auf und ermöglichten dadurch ein wesentlich breiteres Bildformat. Und dazu war auch eine bestimmte Kinoleinwand notwendig. Besonders breit, wie es sie heute nicht mehr gibt, und dazu konkav durchgebogen, so wie ein angedeuteter Halbkreis. Das hatte den Vorteil, dass man sich mehr ins Filmgeschehen hineinversetzt fühlte. Es hatte einen angedeuteten Drei-D-Effekt. In Hannover gab es eine solche Riesenleinwand nur im Gloria Palast an der Hildesheimer Straße. Nun hatte ich da schon Ben Hur, Die Zehn Gebote, Spartakus, Kleopatra, Meuterei auf der Bounty, Vom Winde verweht, Die Brücke am Quai und andere Filme dieser Art gesehen. Sie alle waren in diesem Riesenformat bildgewaltig und mehr als eindrucksvoll. Doch dann sollte ich einen Film sehen, der spielte in der Wüste. Es weiß wohl jeder, welchen Film ich damit meine. Natürlich war es Lawrence von Arabien. Darin wurde die Wüste in schwelgerischen Bildern gezeigt, wie man sie zuvor so noch nie gesehen hatte: Fantastische Felslandschaften, goldgelbe Sanddünen soweit das Auge reichte, einsame Palmenoasen, Araber in ihren weißen und schwarzen wallenden Gewändern auf dem Rücken von Kamelen. Und dann natürlich die glutroten Sonnenuntergänge, die in der Wüste eine ganz besondere Schönheit haben. Diese traumhaften Bilder, die schmachtende unverwechselbare Musik von Maurice Jarre, Peter O´ Toole als Lawrence und Omar Sharif mit seinen funkelnden Augen als Beduinenprinz. Alles das zusammen faszinierte und weckte in mir nun endgültig die Begeisterung für die Wüste. Und wenn man schon von etwas gefesselt ist, dann möchte man es natürlich auch, wenn nur irgendwie möglich, selber erleben und mit eigenen Augen sehen. Einmal in der Wüste unterwegs sein, das war einer meiner damaligen Träume. Für einen Jugendlichen war das damals jedoch schlecht möglich, kostet so ein Wüstentrip doch schließlich Geld, das man in einem solchen Alter noch nicht hat. Doch da das Leben weitergeht, wird man zwangsläufig älter. Und der Vorteil dabei ist, dass sich einem dadurch neue Möglichkeiten eröffnen. So konnte ich dann meinen Traum, die Wüste kennenzulernen, der über die Jahre nichts von seiner Faszination verloren hatte, endlich wahrmachen. Es waren die Länder Ägypten, Marokko und Tunesien, die ich in den siebziger und achtziger Jahren bereisen sollte. Nach Möglichkeit sollte es schon etwas abenteuerlich sein. Und wie könnte so etwas besser gehen, als mit einer Land Rover-Tour. Möglichst fernab der großen Städte. Wo man zumindest das Gefühl hat, weit vom üblichen Touristenrummel entfernt zu sein, und wo es auch tatsächlich noch ursprünglich ist. Zumindest zu dieser Zeit noch ursprünglich war.
Schildern möchte ich diese Touren an dieser Stelle nicht. Das würde den Rahmen sprengen. Die Erklärungen zu den Bildern werden ausreichen. Aber ich kann sagen, dass damals fast alle meine Wüstenklischees erfüllt wurden. So im Süden Marokkos. Im Hohen Atlas und im Antiatlas, und in den Randzonen der Sahara bis zur Algerischen Grenze hin. Nicht anders war es in der Wüstenregion Tunesiens. Dort sollte ich tatsächlich die Landschaft des Schott el Dscherid kennenlernen, über die Karl May so spannend erzählt hat. Aber noch viel mehr. Auch hier eindrucksvolle Natur und Orte, die dem Alten Testament der Bibel entsprungen sein könnten. Sie gab es tatsächlich noch, auch wenn sie zum Teil verlassen waren und zu verfallen drohten. Und die größte Oase, die ich erlebt habe, die war das Niltal. 1000 Kilometer lang, und von beiden Seiten des Nils hart von der Libyschen und auf der anderen Seite von der Arabischen Wüste bedrängt. Dazu eine Kultur, die über 5000 Jahre zurückreicht. Alles das faszinierte mich und tut es im Grunde auch heute noch.
Von diesen Touren möchte ich also Fotos zeigen. Natürlich haben diese in den Jahrzehnten stark an Qualität eingebüßt, und es ist nicht unbedingt eine Freude, sie so zu zeigen. Doch ich denke, dass sie zumindest ein wenig das Faszinosum Wüste deutlich machen können. Und wer selber schon einmal in einer solchen Landschaft unterwegs war, der weiß sowieso darum. Nun also viel Spaß beim Betrachten der Bilder bei einer Reise „Durch die Wüste“. Bei einer Reise in eine Welt, die so fremdartig ist, die mit der unsrigen nicht viel gemein hat, die uns staunen lässt und die uns so beeindruckt.

Siehe auch:
- Eine Reise durch Marokkos Königsstädte
- War Ramses der Große der Pharao des Mose
- Das Grab des Tutanchamun im Tal der Könige
- Die Pyramiden von Gizeh - Bauwerke für die Ewigkeit
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7 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 07.11.2012 | 20:29  
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Kurt Wolter aus Hannover-Bemerode-Kirchrode-Wülferode | 07.11.2012 | 22:44  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 07.11.2012 | 23:01  
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Hartmut Rensch aus Hannover-Bemerode-Kirchrode-Wülferode | 20.11.2012 | 21:54  
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 30.12.2012 | 11:04  
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Gisela Görgens aus Quedlinburg | 21.02.2013 | 12:52  
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Kurt Wolter aus Hannover-Bemerode-Kirchrode-Wülferode | 21.02.2013 | 22:00  
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