Bildung macht stark - Friedberger Mittelschule und viele Friedberger unterstützen Ndanda in Tansania

Schülerinnen und Schüler der Friedberger Mittelschule setzen sich ein für Afrikas Kinder in Ndanda/Tansania. In der Adventszeit übernehmen die Schüler den Pausenverkauf und spenden die Verkaufserlöse. Im Bild Schwester Raphaela Händler und Lehrerin Edith Wagner
 
Hilfe für Ndanda/Tansania. Die unvergessene Schwester Lia in in der Benediktiner-Mission
Friedberg: Mittelschule Friedberg |

Spricht man in Friedberg im Wittelsbacher Land von Hilfen für die notleidende Bevölkerung Afrikas, sollte der Gedanke an den "Klingelbeutel" gleich wieder in den Gedächtnisschubladen verschwinden. In Friedberg wird seit vielen Jahrzehnten aktive Hilfe geleistet.

Mit einem Gesamtergebnis von 22.311 Euro haben die Schülerinnen und Schüler der Friedberger Mittelschule zusammen mit Friedberger Bürgerinnen und Bürgern im Jahr 2011 erneut einen wertvollen Beitrag geleistet gegen den Hunger, für die von Aids betroffen Kinder und für die Schulbildung für Mädchen in Ndanda in Tansania.

In der Friedberger Mittelschule wird der Pausenverkauf während der Adventszeit von den Schülern übernommen. Der Hausmeister überlässt den Schülern diese Einnahmequelle. Die Lehrkräfte organisieren dazu im Rahmen der Arbeitslehre ein "Marktprojekt". Die Schüler erlernen dabei Grundkenntnise im Einkaufen, Organisieren, Werben und Bilanz. Allein mit der Aktion Pausenverkauf haben Schüler und Lehrer im Jahr 2011 die stolze Summe von 4.100 Euro erwirtschaftet. Mittelschul-Rektorin Magdalena Singer sieht es als Verpflichtung, das Projekt fortzusetzen.

Seit 1974 wird die Schüleraktion auch von der Katholischen jungen Gemeinde Friedbergs (KjG) unterstützt. Mit der jährlichen "Aktion Rumpelkammer" hat die KjG 3.000 Euro an Spenden für Ndanda zusammengetragen. Der alljährlich vor dem großen Adventsmarkt "Friedberger Advent" stattfindende "Karitative Adventsmarkt" brachte im Jahr 2011 Einnahmen in der Höhe von 11.000 Euro. Mit einem Spendenergebnis von 2.220 Euro von ehemaligen Schülern, Lehrern und privaten Spendern wird deutlich, dass die Aktion "Hilfe für Ndanda" für Friedberg zur Institution geworden ist.

Zurück bis ins Jahr 1956 reichen die Wurzeln der Afrika-Hilfe in Friedberg. Es sollten von Anbeginn "keine anonymen Spendenaktionen" werden, vielmehr sollte die persönliche Betroffenheit erreicht werden. Unter der Betreuung durch den damaligen Klassenlehrer Georg Hehnle beschloss die 7. Klasse der Friedberger Knabenschule, einem Kind in Afrika zu helfen. Mit der Hilfe der 2011 verstorbenen Missionsbenediktinerin Schwester Lia Schwarzmüller kamen die ersten Kontakte zum Ort Ndanda in Tansania zustande. Im Brennpunkt stand einst die Hilfe für die Leprastation Mwena Camp. Bis zu ihrem Tod sei Schwester Lia 55 Jahre Ansprechpartnerin für die Friedberger gewesen, erzählt uns die Betreuerin der Friedberger Ndanda-Hilfe, Martha Reißner. Die ehemalige Fachlehrerin und heutige Stadträtin sieht mit Blick auf die gesamte Spendensumme von 563.500 Euro seit 1956 das Ziel der "persönlichen Betroffenheit" erreicht.

"Die stete Verlässlichkeit der Friedberger-Unterstützung über die 56 Jahre ist einmalig!", freut sich Martha Reißner. "So haben wir die Bekämpfung der Lepra geschafft und sind jetzt für Aidswaisen und den Aufbau der Schulbildung ein zuverlässiger Partner."

"Wenn man bedenkt, dass die meisten der heutigen Mittelschüler die großherzige Schwester Lia nicht mehr kennen gelernt haben, ist es dennoch eine Freude, dass alle Schüler mit Spaß und Engagement noch heute bei der Sache sind", so Reißner. Heute setzt Schwester Raphaela Händler OSB den Einsatz in Ndanda fort. Sie ist überzeugt davon, dass auch 2012 auf Hilfe aus Friedberg zu zählen ist. Der Bau einer Mauer um die Schule in Ndanda, die Anschaffung von Schulbüchern - es gibt in Ndanda keine Schulbücher -, das sind kleine Dinge, die sich mit den Spendengeldern realisieren lassen. Die Aids-Prävention, der Aufbau zweier neuer Kindergärten und die Arbeit an einer konsequenten Schulbildung - für alles schickt Schwester Raphaela "einen riesigen Dankesgruß" nach Friedberg. "Möge Gott Sie alle segnen und das Leben Ihrer Schutzbefohlenen und Familien gelingen lassen." Ja, gerade in einer Zeit, in der auch in unserer Gesellschaft der Überfluss und die soziale Not manches Mal sehr nahe angesiedelt sind: Die Friedberger haben nicht vergessen, dass es Menschen gibt, die auch heute ihre Hilfe brauchen.

Weitere Informationen:

Spendenkonto Ndanda:
Martha Reißner
Konto: 0240917809 Stadtsparkasse Augsburg
BLZ: 720 500 00

Priorat Ndanda in Tansania
Ndanda in Tansania bei Google Maps

Text: Franz Scherer
Bilder: Franz Scherer, Mittelschule Friedberg (Bayern)
0

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin friedberger | Erschienen am 31.10.2012
1 Kommentar
21.222
Giuliano Micheli aus Garbsen | 20.10.2012 | 08:22  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.