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"Jetzt wird ausgeteilt"

Schluß, aus, Ende ... (Foto: pixelio.de / Grossi1985)
Das Konfetti ist weggekehrt, die Luftschlangen sind im Müll und Horst Seehofer nimmt einen kräftigen Schluck aus dem Aschermittwochs-Maßkrug im tiefschwarzen Passau in Niederbayern. "Jetzt wird ausgeteilt", erhebt er sich und tritt ans Rednerpult. Beseelt von der Doktrin eines bayerisch-holländisch geführten Fußballvereins "Mia san Mia" – in der hochdeutschen Übersetzung "Wir sind Wir" bringt er vor den Zuhörern sein tiefstes seelisches Empfinden zum Ausdruck: "Der beste Platz am Aschermittwoch ist Passau - dort ist die schwarze Gemeinde versammelt und dort fühlt man sich geborgen und wohl. " Als ein geborener oberbayerischer Ingolstädter ist die Verliebtheit zu den Niederbayern nicht hoch genug zu bewerten. Der Mann, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs weckt bei den Anwesenden eine tiefe Zuneiung. "Ja, der Horst, der ist schon recht", wird da zwischen kräftigen Schlucken aus den tönernen Maßkrügen gebrummt. Als stände Louis van Gaal am Rednerpult, füllen die Worte "Die CSU ist putzmunter und bärenstark - "Schwarz ist wieder Trumpf in Bayern" den großen Saal.

Einen "eigenständigen Kurs" wolle die CSU gegenüber der Schwesterpartei weiter steuern. Die bildhafte Vorstellung, zwei Schiffskapitäne drehten zusammen in eigenständigem Kurs am Steuerrad, stimmt dann am Rande doch etwas nachdenklich. Aber so kennen wir unseren Horst. Mit harter Hand durchgreifen, das Ruder herum reissen – das sind Seehofers Stärken. Seine Handlungen in den Fragen der Gesundeitsreform sind an dieser Stelle beispielhaft. Man muß nur ein wenig mehr von dem süßen Senf zur Weißwurst packen und schon versteht jeder den Horst.

Zur gleichen Zeit stellt der blonde Engel der Bayern-FDP, Miriam Gruß im ebenfalls niederbayerischen Straubing die Frage "ob die CSU in Berlin weiter zusammen mit den Liberalen regieren oder lieber in die Opposition gehen wolle. " Wenn wir uns wieder die zwei Kapitäne am selben Steuerrad ins Gedächtnis rufen kommt man zum Schluss, dass Miriam den eigenständigen Kurs von Kapitän Horst gar nicht so schlecht interpretiert.

Sei 's drum, zuhören muss man dem Horst ganz aufmerksam. Den wirtschaftlich gebeutelten Niederbayern hat er erst einmal seine tiefe Verbundenheit erklärt. Das letzte mal als er das tat, hat er das Statistische Landesamt von München nach Nürnberg/Fürth verlegt zur Unterstützung Nürnberger Region, die nach der Schließung von Quelle höchst notleidend ist. Die Münchner Ämterwelt steht auf dem Prüfstand. Wenn der Horst zu retten beginnt, findet sich schnell mal der Bayerische Landtag in Passau wieder. In der Drei-Flüsse-Stadt namlich könnte Horst ganz praktisch seinen eigenständigen Kurs steuern: Auf eigenem Gewässer fahren, das dann am Ende doch in die Donau fließt. Prost Horst!

Foto: pixelio.de / Grossi1985
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16 Kommentare
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Joachim Meyer aus Friedberg | 17.02.2010 | 16:56  
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Franz Scherer aus Friedberg | 17.02.2010 | 18:00  
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Erika Walther aus Augsburg | 17.02.2010 | 18:07  
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Kathrin Zander aus Meitingen | 17.02.2010 | 18:49  
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Marlene Feldmeier aus Ederheim | 17.02.2010 | 21:03  
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Franz Scherer aus Friedberg | 17.02.2010 | 21:31  
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Willi Hembacher aus Affing | 18.02.2010 | 08:48  
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Wolfgang Amadeus Austrianer aus Langenhagen | 18.02.2010 | 10:08  
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x x aus Donauwörth | 18.02.2010 | 20:10  
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Petra Pschunder aus Langenhagen | 18.02.2010 | 22:54  
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Franz Scherer aus Friedberg | 18.02.2010 | 23:23  
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Gisela Schild aus Peine | 19.02.2010 | 13:48  
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Christl Fischer aus Friedberg | 19.02.2010 | 17:53  
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Franz Scherer aus Friedberg | 20.02.2010 | 18:09  
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Axel Haack aus Freilassing | 20.02.2010 | 18:36  
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Franz Scherer aus Friedberg | 20.02.2010 | 20:38  
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