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Die Anleitung für andere... Anleitung zum Unglücklichsein (2012)

Essen: Lichtburg | Tiffany Blechschmid (Johanna Wokalek) betreibt nach Abbruch des Medizinstudiums einen erfolgreichen Feinkostladen in Berlin-Kreuzberg. Ihre Angestellten Rita (Katharina Marie Schubert) und Luise (Margarita Broich) haben sich schon lange an die ewig pessimistische Chefin gewöhnt. Seit ihrer Kindheit leidet Tiffany an Komplexen, die ihr auch das Erwachsenenleben schwer machen. Sie hält sich für durchschnittlich und wenig liebenswert. Ausserdem erscheint ihr in den unpassendsten Momenten ihre tote Mutter (Iris Berben), und auch der ehemalige Klavierlehrer (Richy Müller), der gerade nebenan einzieht, bringt unangenehme Erinnerungen zurück.


Och, Mutti...

Die Hoffnung auf das Glück und auf einen Mann hat Tiffany schon lange aufgegeben. Doch dann taucht eines Abends der draufgängerische Polizist Frank (Benjamin Sadler) vor Tiffanys Laden auf. Und wieso interessiert sich der gutaussehende Fotograf Thomas (Itay Tiran) eigentlich mitten in der Nacht für Käse und Wein?



Kinofilm-Rating

1983 veröffentlichte der Psychologe Paul Watzlawick das Buch mit dem Titel "Anleitung zum Unglücklichsein". Er wollte der Leserschaft vor Augen führen, wie sich die Menschen täglich und mit Leidenschaft das eigene Leben zur Hölle machen. Regisseurin Sherry Hormanns gleichnamiger Film basiert ansatzweise auf diesem Werk.

Bei der Ausgestaltung des Films bedient sich Hormann rege bei Le Fabuleux destin d'Amélie Poulain, was sich am deutlichsten beim Soundtrack zeigt. Im Gegensatz zu Amélie ist es schwierig, für die Hauptfigur Tiffany uneingeschränkte Sympathie zu empfinden - dauernde Schwarzmalerei macht nun mal nicht gerade beliebt. Johanna Wokalek, nach Der Baader-Meinhof Komplex und Die Päpstin für einmal in einer komödiantischen Rolle, wirkt etwas unterfordert. Hin und wieder blitzt jedoch der Schalk aus Ihren Augen - dann läuft sie zur Hochform auf.

Tatsächlich haben die absurden Momente des Films durchaus ihren Reiz. Es ist eine Freude, Iris Berben zuzusehen, wie sie als Geist ihre Tochter konfrontiert. In diesen Dialogen kommt die Stärke des Films zum Vorschein. Ganz allgemein schliesst man die Nebenfiguren gerne ins Herz: Richy Müller spielt den schrägen, leicht schmierigen Polizisten Frank herrlich, und David Kross gibt den geistig zurückgebliebenen Küchengehilfen mit einem unschlagbaren Talent fürs Gemüseschnitzen sehr charmant.

Schade ist lediglich, dass der Film so ganz ohne Selbstironie und etwas oberflächlich daherkommt. Tiffany ist zu übertrieben neurotisch, als dass man sich in der Figur wiedererkennen könnte. Ausserdem werden zu viele Erzählstränge angeschnitten und dann nur halbherzig oder zu abrupt zu Ende geführt.

Alles in allem ist Anleitung zum Unglücklichsein eine kurzweilige Komödie mit melancholischen Untertönen, die dank starken Darstellern einige Schwächen auszugleichen vermag.

Bilder vom roten Teppich
Prädikat: sehenswert

www.anleitungzumunglücklichsein.de
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