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Es gibt so viel zu fragen!

   
Creamy

Der, die, das…Wer, wie, was…wieso, weshalb, warum?


Ich verstehe nach wie vor so viel nicht, was mir bisher hier in meinem Zuhause nie aufgefallen ist. Es gibt so viel zu fragen und eines ist sicher, wer nicht fragt, der bleibt dumm und das kann ich mir als Schriftführer des Tagebuchs nicht leisten.
Deswegen stelle ich unseren Menschen und meinen Mitbewohnern ganz viele Fragen, denn nur dann kann ich verstehen, was ich bisher nicht weiß.
Wie, werden Sie fragen, ich frage unsere Menschen? Ja! Die sind nicht dumm, die sehen, wenn ich etwas nicht verstehe und es aber wissen will…Unsere Menschen nehmen sich viel Zeit für uns alle, um uns die Dinge zu erklären, die uns bis dato einfach noch nie jemand beigebracht hat. Und ich rede hier nicht von „Sitz“ und „Platz“ und „Fuß“. Ich bitte Sie, das ist Kindergartenkleinkram, der im normalen Hundeleben überhaupt nicht wichtig ist.
Ja, ich sehe schon die Widerworte und vielen „Abers“, die nach dieser Aussage kommen.
Doch meine lieben Leserinnen und Leser für uns Hunde ist es nicht wichtig, dass wir sitzen, liegen und neben Ihnen herlaufen. Das macht Sie glücklich und nur deswegen haben wir es über so viele Jahrhunderte hinweg bis zur Perfektion übernommen. Aber wichtig ist es für uns nicht!
Wichtig ist, dass Sie uns Hund sein lassen, dass Sie nicht verkennen, dass wir Gefühle haben und unser Leben ebenso genießen wollen, wie Sie selbst auch. Sie dürfen uns nicht zu einem Roboter mit Fell und wedelndem Schwanz erziehen, Sie müssen einkalkulieren, dass wir einen eigenen Kopf haben und diesen auch nutzen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie einen reinen Ja-Sager-Hund an Ihrer Seite wollen.
Sie wollen doch ehrliche Zuneigung und nicht Angst-Schmusen. Sie wollen doch einen Gefährten, ein Familienmitglied und kein Stofftier das zufälligerweise atmet.
Sehen Sie, vertrauen Sie uns einfach, wir Hunde wissen manchmal, was besser für Sie ist – immerhin sorgen wir auch für Ihre Bewegung.
Aber für uns ist es schwer, manche Dinge zu verstehen, die unser Instinkt uns sagt und unsere Natur uns beigebracht hat, die aber scheinbar im wirklichen Zusammenleben mit Ihnen falsch sind.
Das lernen wir hier von unseren Menschen. Unsere Menschen sind in vielen Fällen, der erste echte menschliche Bezugspunkt, den wir kennen lernen – und das betrifft nicht nur uns Hunde.
Auch im Katzenhaus gibt es oft genug neue Bewohner, die erst lernen müssen, dass sogenannte Liebesbisse nicht immer so innig sein müssen und dass Katzenkrallen echt spitz sein können. Ich habe mit großer Bewunderung mehrfach unsere Menschen beobachtet, wie Sie in unserem kleinen Katzenhaus sitzen und versuchen nicht ruckartig aufzuspringen, wenn mal wieder eine Katze auf ihrem Schoß zu scharren anfängt.
Das ist natürlich, das tun Katzen, sie schaffen sich einen gemütlichen Platz, aber es ist wohl nicht ganz so angenehm für menschliche Beine.

Aber das war ja eigentlich gar nicht mein Thema.

Ich habe schon festgestellt, dass man wenn man Tagebuch schreibt hin und wieder vergisst, was man eigentlich sagen wollte, weil einen ein Thema irgendwo anders hin geführt hat.
Es ist schon erstaunlich, wie schnell man an sich selbst neue Seiten kennen lernt, wenn man Verantwortung übernehmen darf.
Ja, das Tagebuch ist Verantwortung und ich freue mich nach wie vor sehr, dass ausgerechnet ich Pino gefragt wurde, da ich ja nicht unbedingt auf den ersten Blick als der zuverlässigste Bewohner erscheine.
Deswegen muss ich auch noch viele Fragen stellen...vielleicht sind einige davon leicht zu beantworten oder gar dumm, aber ich habe einfach noch nie darüber nachgedacht.

Warum putzen unsere Menschen zum Beispiel so viel, warum bekommen wir morgens und abends Futter und nicht einfach einen großen Topf mit leckerem Fressen und essen wann immer uns danach ist? Warum dürfen wir jeden Tag in den Auslauf? Ab wann ist es ungewöhnlich, dass sich kein Besucher für einen interessiert? Warum haben wir einen Hofkater? Was bedeutet es, wenn Katzen wild sind? Warum sind so viele von den Katzenkindern krank, wenn sie zu uns kommen? Warum werden Katzen weit weniger vermisst, wenn sie gefunden werden als Hunde? Was müssen unsere neuen Familien alles können – außer uns zu lieben natürlich – dass wir zu ihnen ziehen dürfen? Gibt es eigentlich auch Regeln für Menschen, wie sie sich uns gegenüber zu verhalten haben? Gibt es eine Hundeschule für Menschen? Oder ist die Hundeschule an sich gar nicht für Hunde, sondern in Wirklichkeit für Menschen? Gibt es eine Katzenschule?
Ja, gerade im Bereich Katzen habe ich wirklich viele Fragen und so musste ich mir nun endlich einen Fachmann suchen. Nachdem ja meine ganzen Kontaktkatzen ausgezogen sind, habe ich mich langsam an Creamy angenähert und siehe da, er ist gern bereit mir zu helfen.
Nachdem es in der letzten Zeit leider keine Auszüge gegeben hat und Creamy mich gebeten hat, ihm noch etwas Zeit zu schenken, um sich auf seinen Eintrag vorzubereiten, wird er den nächsten übernehmen.
Ich freue mich schon darauf, denn er ist ein ganz toller Bursche, der wirklich einiges hinter sich hat.
Seine kurze Vorstellung darf ich übernehmen.
Creamy kam als Fundkater ins Tierheim, wie so viele andere auch, und ist, wie so viele andere auch, nicht gesucht worden. Er war in keinen so guten Zustand als er zu uns kam, da er einen Unfall hatte. Bei diesem Unfall ist seine Blase gerissen! Ja, das klingt dramatisch und war es auch. Creamy musste eine schwere und lange Operation überstehen und verkraften und hat das Gott sei Dank geschafft. Aber er braucht Medikamente und dummerweise kann er auch nicht einfach so alles fressen. Im Moment bekommt der arme Kerl auch jeden Tag eine sogenannte Infusion, da kann er Ihnen sicherlich mehr erzählen als ich, ich mag keinen Arzt und ich mag sicherlich keine Spritzen oder Nadeln…aber Creamy ist halt ein richtiger Kater, der steckt das weg. Wahrscheinlich weiß er, dass er es braucht und damit gut leben kann. Auch scheint es ihn nicht wirklich zu stören, dass er nicht frei über die weiten Felder streunen kann, denn da er nicht einfach alles fressen darf, sollte Creamy auch nicht einfach alleine rumlaufen. Aber er ist ohnehin ein ruhiger Vertreter seiner Art, der am liebsten kuschelt und schmust und wenn das Wetter nass und kalt ist, lieber einen Platz am warmen Ofen den weiten Feldern vorzieht. Nein, nicht, dass Sie jetzt glaube unser Creamy wäre ein alter Kater. Er ist mit seinen bald 4 Jahren im besten Alter, aber er ist halt kein Haudegen, sondern mehr eine Menschen-Kater. Creamy hätte auch sicherlich nichts dagegen allein mit seinen Menschen zu leben.
Das klingt doch eigentlich nach dem absoluten Super-Kater und er wird im nächsten Eintrag mal ein bisschen genauer auf unser Katzenhaus mit seinen Bewohnern eingehen.
Ich weiß, wir hatten früher immer wieder tolle Katzen oder Kater als Hauptverantwortliche fürs Tagebuch…ich habe viel von Betty gehört und auch von Dreamteams wie Jonas und Peterle und es gab auch eine Katzendame namens Tosca, die mit viel Hingabe das Tagebuch geführt hat. Ich denke, dass Creamy perfekt in diese Reihe der erfolgreichen Katzen-Tagebuchschreiberlinge passen wird und Ihnen das Katzenhaus ganz wundervoll nahebringen kann – sicherlich besser als ich.
Ich dagegen werde mich mit den wichtigen Fragen beschäftigen, warum schnelles Rennen für Hunde so wichtig ist und warum wir eigentlich etwas fangen wollen oder ob wir es überhaupt fangen wollen oder wir einfach nur gerne schnell rennen und den Anreiz brauchen, um es wirklich zu tun. Und die spannende Frage: ist der Mensch in der Tat der beste Freund des Hundes?
Seien Sie gespannt auf meine Schlussfolgerungen.

Vergessen Sie uns nicht.
Ihr
Pino

www.tierheim-hoechstaedt.de
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1 Kommentar
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 01.12.2017 | 16:40  
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