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"Selfies“ berühmter Künstler - ein Who´s who der Kunstgeschichte mit der Zeichenfeder

Wer sah die Bilder, kennt die Namen?
Walter Stöhr(1913-2006) war begeisterter Museumsgänger – ich hoffe ich oute meinen Vater jetzt nicht allzu sehr. Sein Leben galt schon als Zeichenlehrer am Sankt Anna Gymnasium der Kunst, dann aber erst recht, als er 1978 in den Ruhestand ging, aber weiterhin als Dozent und Reiseleiter tätig war. Er sah sich die Bilder anderer großer Künstler mit der nacherzählenden und nachempfindenden Zeichenfeder an. Jeder Kunststil hat etwas für sich ganz Besonderes, sei es im Bildaufbau, in der Bewegung der Körperhaltungen und Architekturglieder, sei es in der Verwendung von Licht und Schatten oder der Kombination von Bildstrukturen. All jenes lernt man als Bildliebhaber so allmählich nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Verstand und letztlich dann auch mit dem ganzen Körper wahr zu nehmen. Kunstwerke in Fläche und Raum sind ein Tanz über das Papier oder die Leinwand. Walter Stöhr kam, fotographierte mit Ausdauer und tanzte mit der Feder über das kleine Format seiner Skizzenblöcke. Für ihn war es ganz besonders interessant, wie andere große und vielleicht auch größere Künstler vor ihm, sich selbst gesehen und in Darstellung gebracht haben. Waren es da die erdrückenden Farbflecken bei Bonnard, das Zerfetzte eines Selbstportraits von Jansen, das Selbstironische eine Toulouse-Lautrec oder das Distanzierte eines Giacometti, das dort beim Gemälde im Museum den Pinsel geführt hatte. Walter Stöhr gab ihnen allen den gleichen Stellenwert in einer 10-minütigen Federzeichnung, aber er versuchte die Besonderheiten durch seine dichten Strichbündel jeweils ganz anders zu übersetzen.
Eine Ausstellung mit 50 seiner Skizzenbücher, digital und manuell erlebbar ist ab 1. Mai 2017 im Haus der Kulturen Diedorf, Lindenstrasse 1 zu sehen.
Erweitert wird die Ausstellung unter dem Thema " Heimat und Fremde" durch Reisefotobände seines Sohnes und der "Ausstellung Pottstausend" mit fast 1000 unterschiedlichen Schalen und Töpfen aus Stein, Holz, Metall und Keramik der unterschiedlichsten ganz alten und neuen Weltkulturen.
Beim internationalen Museumstag, ebenso wie am 1. Mai kann man kostenlos die Ausstellung besuchen, ansonsten empfiehlt sich telefon. Absprache unter 08238/60245.
Zu den Kulturtagen imOktober 2017 in Diedorf zeigen viele unserer Diedorfer Kunsterzieher anstelle der Ausstellung Pottstausend ihre eigenen Arbeiten, quasi eine andere Form des Selbstportraits, im großen Ausstellungsraum im Haus der Kulturen/Maskenmuseum..
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Romi Romberg aus Berlin | 10.02.2017 | 21:36  
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