Anzeige

„Jeden Monat einen Tag Schule außerhalb der Schule“

Kinder fütterten die Rehe mit Kastanien
 
Mit Bollerwägen durch den Wald gerollt
Diesen Leitsatz hatten die Eltern und der Klassenleiter der Klasse 3 b der Volksschule Westheim zum Schuljahresbeginn gemeinsam beschlossen. Somit unternehmen diese Westheim Schulkinder unter der Leitlinie des Drittklasslehrplanes jeden Monat eine unterrichtliche Aktion außerhalb des Schulgebäudes. Um die Fahrten ökologisch ausgerichtet durchzuführen sowie die Fahrkosten gering zu halten, wird die Klasse 3b ihre Unternehmungen mit einer Ausnahme (Wasserkraftwerk Langweid) jeweils mit dem öffentlichen Nahverkehrssystem durchführen. Die Erkundigungen führen die Kinder unter anderem nach Augsburg ins Stadttheater, in das Waldinformationszentrum, in das Sparkassenplanetarium, weiter nach München in das Museum „Mensch und Natur“ sowie nach Ichenhausen ins bayerische Schulmuseum.

Auftakt war eine Fahrt mit dem Fugger-Express von Westheim nach Gessertshausen. Von dort ging es zu Fuß, ausgerüstet mit drei Bollerwägen, in Richtung Oberschönenfeld, wo am Wildgehege die zahlreichen Rehe mit zu Hause gesammelten Kastanien gefüttert wurden. In Oberschönenfeld selbst gab es nach einer längeren Pause im Schwäbischen Volkskundemuseum eine Führung unter dem Titel „rund und gesund“. Hier wurden den Kindern das Brotbacken früher, eine typische alte Bauernhofküche, eine Stube von vor 100 Jahren gezeigt. Anschließend durfte jedes Kind selbst eine Vollkornsemmel vorbereiten, welche anschließend im vorgeheizten Holzofen gebacken wurde. Inzwischen war auch ein Schülervater mit einer Videokamera eingetroffen, um die Aktivitäten festzuhalten. Gemeinsam ging es weiter zum Grillplatz, an welchem ein anderer hilfsbereiter Vater bereits den Grill angeworfen hatte. Nach dem Verzehr der leckeren Würstchen, Grillfackeln und natürlich der selbst gebackenen Semmeln ging es zurück nach Oberschönenfeld. Fast jedes Kind kaufte sich für zu Hause ein leckeres Oberschönenfelder Klosterbrot. Vom Kloster aus fuhr die Klasse mit dem ÖPNV-Bus nach Gessertshausen und weiter mit dem Fuggerexpress nach Westheim.

Eine weitere Aktion war der gemeinsame Apfelsafttag am darauffolgenden Samstag. Hier trafen sich die Eltern und die Kinder der Klasse 3 b am Vormittag in der Mosterei des Gartenbauvereines „Mittleres Schmuttertal“. Die Vereinsleitung hatte extra für die Klasse einen Termin reserviert. Der Vorsitzende Hannes Gröninger erklärte den interessierten Zuhöreren vor Ort den Apfelpressvorgang, die Kinder durften von einer Leiter aus ganz genau den Herstellungsprozess beobachten. Gemeinsam erlebten die Kinder, aber auch die neugierigen Eltern, wie aus den vielen, vielen Äpfeln ein leckerer Apfelsaft gepresst wurde. Fast 700 kg Äpfel hatten die fleißigen Kinder und Eltern gesammelt. Anschließend wurde mit einer gemeinsamen Aktion der Saft in der geräumten Doppelgarage eines großzügigen Elternpaares pasteurisiert. Während die Eltern arbeiteten, sich unterhielten, den Grill bedienten und den Apfelsaft abfüllten, erkundeten die Kinder die nähere Umgebung. Der in Boxen haltbar abgefüllte Apfelsaft wird während des Schuljahres beim 14tägigen „Gesundes Pausenbrot“ an der Schule verkauft. Mit dem Erlös werden Teile jener monatlichen Klassenunternehmungen finanziert. Die nächsten Aktionen führen die Klasse 3 b in das Waldinformationszentrum nach Haunstetten und im Dezember ins Stadttheater zur Weihnachtsaufführung „Die kleine Hexe“.
0

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 29.10.2010
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.