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Maifeier in Bobingen - Kritik an ausuferndem Kapitalismus

Maikundgebung Bobingen
Die Maifeier des Siedlervereins und des DGB Ortskartells Bobingen war in vieler Hinsicht ein Erfolg. Ein reges kommen und gehen herrschte bei herrlichem Sonnenschein im Bobinger Stadtteil Siedlung. Die Veranstalter schätzen das mehr als 600 Gäste über den ganzen Tag verteilt, das reichhaltige Speisen und Getränkeangebot des Siedlervereins wahrnahmen. Bürgermeister Bernd Müller wies in seinem Grußwort auf die wichtige Rolle der Gewerkschaften in der heutigen Wirtschaftswelt hin. Ihnen, den Betriebsräten und den fleißigen Belegschaften ist es zu verdanken, dass die Wirtschaftskrise weitgehend an Deutschland vorüber ging. Mehr als 150 Teilnehmer waren bei der DGB Kundgebung anwesend; Thomas Gürlebeck, Gewerkschaftssekretär von Ver.di ging in seiner 15 minütigen Rede auf die unterschiedlichen Themen in der Region ein. Bei Amazon in Graben werden fast 2.000 Arbeitnehmer/Innen zum Teil zu grenzwertigen Arbeitsbedingungen beschäftigt. Im Saisongeschäft werden Langzeitarbeitslose und Hartz IV Empfänger für 9,- Euro in der Stunde ausgebeutet. Wer sich weigert, die schwere körperliche Arbeit bei Amazon anzunehmen, wird von der Arbeitsagentur oder vom Jobcenter so lange gegängelt, bis er aufgibt oder sich mit einer Sperre der Sozialleistungen zufrieden stellt. Nach der Saison werden die Arbeitnehmer/Innen, die Amazon wochenlang kostenfrei von der Arbeitagentur zur Verfügung gestellt bekommt, dann wieder gefeuert.
Gürlebeck ging mit einigen Sätzen auch auf die manroland Insovenz ein. Dort warten immer noch ausgebildete, aber leider über 50-jährige Fachkräfte auf Vermittlungsangebote, der Arbeitsagentur. Leider bisher Fehlanzeige, obwohl die Industrie über einen erheblichen Fachkräftemangel klagt und die hohe Wertschätzung gegenüber Älteren beteuert. Gürlebeck ging auf die laufenden Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie ein und forderte ebenfalls eine unbefristete Übernahme von AzuBis nach der Ausbildung. Auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, die allein im Industriepark in Bobingen für mehr als 1300 Beschäftigte zuständig ist, befindet sich derzeit in der Tarifrunde. Sie fordert 6 % mehr Geld für die Beschäftigten und versucht einen Angriff der Arbeitgeber auf Freischichten von älteren Arbeitnehmern abzuwehren. Die Chemiearbeitgeber, die bereits den massiven Fachkräftemangel spüren, wollen den Arbeitnehmern, die ab dem 55. Lebensjahr zusätzlich bis zu 24 Freischichten im Jahr bekommen können, diese Freischichten kürzen. Begründung: Wenn die Menschen jetzt bis 67 arbeiten müssen, dann ist das für die Firmen zu teuer.
Gewerkschafter und Betriebsräte der Firmen ABB, Nextrusion, Trevira, Johns Manville waren anwesend diskutierten anschließend an einem Infostand der IGBCE.
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