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Einweihung von Tomé ´s Museum für Kinderportraits / Kinderporträtmuseum

Tomé vor der Ballonfabrik mit seinem Sohn Raphael auf dem Schild
 
Julius mit Tomé vor SEINEM Portrait
Am 18.03.11 weihte der gebürtige Schweizer Thomas Etzensperger, der unter dem Künstlernamen Tomé über 10 Jahre lang Cartoons, Karikaturen und Comics in Deutschland, der Schweiz und in den USA veröffentlicht hat (unter anderem 4 Jahre lang auf der Kinderseite der „Augsburger Allgemeinen“), sein kleines Museum für Kinderportraits ein. Dies geschah gleichzeitig mit der Eröffnung des Kulturstandortes „Ballonfabrik“ in Oberhausen (Austraße 27 im zweiten Obergeschoß). Der Andrang in seinem kleinen Raum, in welchem aber über 270 Portraitzeichnungen und mehr als 50 Kleinkunstwerke ausgestellt sind, war riesig, und auch der Bürgermeister und Kulturreferent von Augsburg, Peter Grab sowie das Augsburger Fernsehen gaben sich hier an diesem besonderen Tag ein Stelldichein. Für die Kinder zeichnete der Künstler dann noch unermüdlich Cartoons nach Wunsch, welche „weggingen wie warme Semmeln“.

Der gelernte Graphikdesigner Tomé, der an der Hauptschule in Neusäß als Lehrer unterrichtet, hat in eineinhalb Jahren über 680 Kinderportraits von 10 cm bis 260 cm Größe und in verschiedensten Techniken gezeichnet, darunter viele kritische Bilder und auch etwa 200 seiner Schüler, welche zum Teil in seinem Museum, natürlich mit schriftlicher Genehmigung der Eltern, ausgestellt sind. Viele davon kamen mit ihren Eltern zur Eröffnung. Auf die Frage, wo er neben seiner regulären Arbeit die Zeit dafür findet, meint er: „Ob ich am Tag zwei Stunden lang zweitklassige Filme im Fernsehen glotze oder stattdessen lieber zwei Stunden zeichne, bleibt sich zeitlich ziemlich gleich!“

Geld verdient Tomé mit seinen Bildern kaum. Sein Anliegen ist aber auch ein ganz anderes: „Ich habe das Gefühl, dass das Kind in unserer Gesellschaft immer noch nicht wirklich ernst genommen wird. Als Konsument wird das Kind zwar sehr wohl heiß umworben, muss sich aber der Welt der Erwachsenen permanent anpassen und unterordnen und soll möglichst schnell ein gut funktionierender Teil dieser doch sehr rational ausgerichteten Welt werden. Oft gibt es da für echte Kinderträume und Phantasie keinen Platz mehr. Ich will mit meinem kleinen Museum dem Kind eine Art Platform geben und auch die doch so kurze Kindheit würdigen und ihm mehr Beachtung schenken. Kinder sind das Wertvollste, Schönste und Vollkommenste, das wir „haben“ und manchmal frage ich mich, warum Erwachsene nur so wenig von ihrem Kindsein in ihre Welt herüberretten, ihre Phantasie, Neugier und Träume so vollkommen verlieren konnten. Kinder sind keine halben Menschen und auch keine kleinen Erwachsenen, man sollte sie ernst nehmen und nicht nur so tun! Kinder sind verletzlich und sollten ohne Vorbedingungen geliebt werden.“

Global gesehen sind Themen wie Kinderarmut, Hunger und Gewalt jeglicher Art (seelisch und körperlich) immer noch bedrückend aktuell. Über 300´000 Kinder stehen weltweit immer noch unter Waffen und werden als Kindersoldaten missbraucht. Tomé´s kleine Besucher konnten mit einem roten Farbabdruck ihrer Hand auf einem Plakat ihren Protest dagegen äußern. Die rote Hand ist ein Zeichen, mit dem Menschen gegen den Einsatz von Kindersoldaten protestieren. In einem Dokument der Vereinten Nationen wurde am 12.Februar 2002 der Missbrauch von Kindern als Soldaten verurteilt.

Für diesen Tag („red hand day“) drücken Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt ihren Handabdruck mit roter Farbe auf ein Papier. Die gesammelten Abdrücke werden Politikern überreicht, damit diese sich dafür einsetzen, dass Kinder nicht in bewaffneten Gruppen oder Armeen kämpfen müssen und dass die Mächtigen, welche dies veranlassen, bestraft werden. „Rote Handabdrücke“, so sagt Tomé, „möchte ich in Zukunft auch an den Schulen, an welchen ich eingesetzt werde, sammeln und damit vor allem das Bewusstsein der Menschen wachrütteln.“ Dies ist nur eines der Projekte von Tomé für die Kinder. Die Ideen gehen ihm nie aus.

Momentan trainiert Tomé für seinen Marathon in Antwerpen/ Belgien, der am 17.April stattfindet. Er möchte dort gegen den Einsatz von Kindersoldaten laufen und sucht noch Sponsoren, die ihn dabei unterstützen. „Ich stelle mir die Spende eines bestimmten Geldbetrages vor für jede Minute, die ich schneller als 4 Stunden renne. Den Ertrag möchte ich dann einer Organisation wie zum Beispiel „terre des hommes“ spenden, die sich gegen den Missbrauch von Kindern als Kindersoldaten einsetzt. Dies würde ich gerne zusammen mit den Medien Zeitung und Fernsehen in die Öffentlichkeit bringen. Erste Kontakte sind bereits geknüpft“. Letzten Oktober bewältigte der Hobbysportler, der erst mit 50 Jahren mit Laufen angefangen hat, die 42,2 km in München in 3:57 Std und strebt nun eine etwa 10 Minuten schnellere Zeit an. Sponsoren (auch Kleinstbeträge sind willkommen) können sich bei ihm unter pipocomics@gmx.de melden.

Meinungen zu den Bildern von Tomé:

„Tomé´s Blick zwingt dazu, Kinder ernst zu nehmen und nicht als niedliche Engelchen zu sehen...“

„Bei einem Foto könnte man wegschauen, aber bei seinen Zeichnungen nicht.“ (B.Barnert)

„Seine Bilder schenken vielen Menschen Freude, aber auch einen kurzen Augenblick, besonderer, wirklicher Besinnung....“ (T.Hoffmann)

„Es hat sich wirklich gelohnt, hier zu sein“. (Samuel)

Regelmäßige Öffnungszeiten sind im Moment als „Ein-Mann-Betrieb“ leider noch nicht möglich. Konkrete Anfragen zur Besichtigung können an obige e-mail-Adresse gerichtet werden. Es wird im Moment auch an einer neuen Seite im internet gearbeitet. „Es ist ein Anfang!“


"Wer wäre imstande,
von der Fülle der Kindheit
würdig zu sprechen!
Wir können die kleinen Geschöpfe,
die vor uns herumwandeln,
nicht anders als mit Vergnügen,
ja mit Bewunderung ansehen."

Johann Wolfgang von Goethe
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