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Christian Springer liest am Montag den 4.2.2013 aus seinem Buch "Nazi, komm raus! Wie ich dem Massenmörder Alois Brunner auf der Spur war."

Der Kabarettist Christian "Fonsi" Springer widmet sich häufig ernsten Themen. Er hat eine eigene Organisation, die sich um die syrischen Bürgerkriegsopfer annimmt. Und er war dem Massenmörder Alois Brunner jahrzehntelang auf der Spur.
  Augsburg: Augustanasaal | Christian Springer: Lesung aus seinem Buch: Nazi, komm raus! Montag, 4. Februar 2012, 19.30 Uhr, Augustana-Saal im Evangelischen Forum Annahof, Eintritt €10

Er war nie zum Spaß da, aber natürlich nahm er trotzdem nie alles ernst. Christian Springer ist oft nach Damaskus gefahren, er kennt sich aus in der Stadt, und er hatte ein Ziel: Alois Brunner finden, den Helfer von Adolf Eichmann. Nazi-Scherge, nach dem Krieg in Syrien untergetaucht, verantwortlich für den Tod von mehr als 120.000 Menschen. Es ist kein alltägliches Hobby, das sich Springer ausgesucht hat, und ein gefährliches dazu, mit all den Geheimdiensten, versteckten Tonbandaufnahmen und Gesprächen in Hinterzimmern. Aber den ein oder anderen Scherz, den wollte er sich nicht verkneifen. "In arabischen Ländern wird gerne nach den Vornamen der Eltern gefragt, um die Herkunft zu untermauern", erzählt der Kabarettist. Und so heißen sein Vater und seine Mutter in manchen Gegenden Syriens nun "Hänsel und Gretel" und in anderen "Hanni und Nanni".
Christian Springer, das ist eigentlich der Fonsi, der auf dem Oktoberfest grantelt und als Autor für Ottis Schlachthof arbeitete. Am 4. Februar stellt Springer im Evangelischen Forum Annahof im noblen Augustana-Saal sein Buch "Nazi, komm raus" vor, in dem er seine Suche nach dem Massenmörder auf 260 Seiten nachzeichnet.
Im Dezember 2012 hatte der Fonsi sein Buch im Polizeipräsidium in München vorgestellt. "Vielleicht ist Brunner sogar einmal hier gewesen, in diesem Gebäude", sagt der Kabarettist zu Beginn der Lesung in München. Kann ja durchaus sein, in München, der Hauptstadt der Bewegung. Was Springer sicher weiß: "Ich bin bisher nur einmal im Präsidium gewesen: Am Nockherberg hatte ich zwei Eier auf Franz Josef Strauß geworfen." Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer, Wirtschafts-referent Dieter Reiter (SPD) und Löwenbräu-Wirt Wiggerl Hagn sind unter den Gästen, sie müssen mehr als einmal schmunzeln. Aber natürlich ist das kein Klamauk, im Gegenteil.
Es ist einfach so, dass überbordender Respekt vor der Obrigkeit nicht Springers Sache ist. Wohl deshalb hat er überhaupt den Mut aufgebracht, in Syrien nach einem von der Diktatur gedeckten Nazi zu suchen und auch ein Verhör in einem Polizeikeller zu überstehen.
Und der Kabarettist schafft in seinem Buch wie in seinem Vortrag, was nicht leicht zu schaffen ist: Er prangert in aller gebotenen moralischen Schärfe an, dass ein Massenmörder noch Jahrzehnte nach dem Krieg weitgehend ungestört in Syrien leben kann, obwohl seinen Wohnort jeder kennt. Und Springer schreibt das so leicht auf, auch mit vielen Anekdoten, dass der Leser trotzdem immer wieder lächeln muss.
Ich lernte Christian „Fonsi“ Springer am Rande der Ausstellung zum Adolf Eichmann Prozess im Justizpalast in München persönlich kennen. Spontan überreichte er mir sein Buch und sogleich vereinbarten wir die Lesung im Augustana-Saal in Augsburg. Und nachdem sich der Fonsi vehement zugunsten der syrischen Flüchtlinge einsetzt, wollen wir natürlich auch den Erlös der Veranstaltung den syrischen Flüchtlingen spenden, die in Langenneufnach und Bobingen untergebracht sind.

Ganz im Sinne von Christian Springer und unserer Organisation „Gegen Vergessen-Für Demokratie“.
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