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„Wege durch das Labyrinth der neuen Medien“

(v.l.n.r.): Carolin Winkler, Magdalena Blon (Fachstelle Kindertagesstätten), Michaela Zipper (Medienzentrum), Klaus Kratzer (Kriminalhauptkommissar im Bereich Prävention), Angelika Steinbrecher (Fachstelle Kindertagesstätten), Marion Lohner (Medienzentrum) und Manuela Billing (Fachstelle Kindertagesstätten).
Augsburg: Landratsamt Augsburg |

Infoveranstaltung mit Kriminalhauptkommissar Klaus Kratzer im Landratsamt Augsburg



„Baucht mein Kind ein Smartphone?“, „Wie kann ich nachvollziehen, was mein Kind im Internet macht?“, „Was können Kinder durch neue Medien lernen?“. Diese und viele weitere Fragen beschäftigten die rund 100 Eltern und Erzieher aus der Stadt und dem Landkreis Augsburg, die Mitte Oktober die Informationsveranstaltung „Wege durch das Labyrinth der Neuen Medien“ im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes Augsburg besuchten.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Fachstelle Kindertagesstätten für den Landkreis Augsburg und dem Medienzentrum für Stadt und Landkreis Augsburg: „Sowohl in den Arbeitskreisen als auch bei Besuchen in den Kindertagesstätten begegneten uns immer wieder Fragen zum verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien. So entstand die Idee, gemeinsam mit Marion Lohner und Michaela Zipper vom Medienzentrum, eine Veranstaltung für Fachkräfte und Eltern zu organisieren“, so Angelika Steinbrecher und Magdalena Blon von der Fachstelle Kindertagesstätten. Mit dem Augsburger Kriminalhauptkommissar Klaus Kratzer konnte das vierköpfige Team einen sehr erfahrenen und kompetenten, gleichzeitig aber auch sehr unterhaltsamen Referenten gewinnen, der seine Zuhörer über die Gefahren und Fallstricke der Neuen Medien aufklärte und zahlreiche Fallbeispiele aus der Praxis aufzeigen konnte.

In seinem Beruf hat Kratzer viel mit den Schattenseiten des Internets zu tun und sieht es deshalb sehr kritisch, dass Kinder heute schon früh mit allen möglichen digitalen Geräten ausgestattet sind. Er hat eine klare Meinung: „Ein sechsjähriges Kind braucht noch kein Smartphone, ein Fernseher gehört nicht ins Kinderzimmer und das Handy soll abends nicht mit ins Bett.“ Seiner Meinung nach ist es die Aufgabe der Eltern, hier „Nein“ zu sagen, klare Grenzen zu setzen und diese auch einzuhalten. Kratzer betont: „Als Eltern müssen wir Vorbilder für unsere Kinder sein und Verantwortung übernehmen. Wir sind schon sehr mitteilungsbedürftig geworden – seien wir doch ehrlich, ständig schauen wir auf unser Handy und unsere Kinder bekommen das von klein auf vorgelebt.“ Für Kinder sei es wichtig, die Medien auch mal abzuschalten. „Eine handyfreie Zeit für die ganze Familie einzuführen – das täte allen gut“, so der Kriminalhauptkommissar. Denn die ständige Online-Präsenz spiegle das enorme Bedürfnis der Kinder nach Mitteilung und Aufmerksamkeit wider.

Am Ende seines Vortrags gab der Referent seinen Zuhörern noch zahlreiche Tipps und machte ihnen eindringlich klar, dass es ihre Aufgabe ist, ihre Kinder bei der Mediennutzung zu begleiten und sie zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der medialen Welt anzuleiten. Denn Verbote und Verteufelungen der Neuen Medien seien völlig fehl am Platz und würden schlimmstenfalls das Gegenteil bewirken. „Wir begleiten unsere Kinder bei ihren ersten Schritten, bei der Eingewöhnung in den Kindergarten, bei den ersten Versuchen mit dem Fahrrad und bei vielem mehr – wir dürfen sie auch nicht plötzlich alleine online lassen.“
Der Vortrag rüttelte auf, machte nachdenklich und kam bei Eltern und Erziehern gut an. Einige nutzten anschließend die Gelegenheit zum Austausch mit dem Referenten und den Organisatorinnen. „Der Abend war ein voller Erfolg und es wird im kommenden Jahr sicherlich eine Wiederholung geben“, verrieten Magdalena Blon und Marion Lohner schon jetzt.
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