Sanierungsinitiative bringt Hausbesitzer und regionales Handwerk nach vorn

5. Schwabmünchener Energiekarawane auf Tour zwischen Singold und Feldgießgraben

Zum fünften Mal setzte sich in Schwabmünchen die „Energiekarawane“ in Bewegung: Von 18. März bis 18. April 2019 profitieren Hausbesitzer von einer kostenlosen Energieberatung direkt vor Ort, diesmal im Gebiet zwischen Singold und Feldgießgraben. Beim Auftaktspaziergang am 15. März wurde im Gespräch mit Hausbesitzern bereits deutlich, was eine energetische Sanierung bewirken kann: Die Energiekosten sinken, der Wohnwert steigt und die Ästhetik gewinnt.

„Weil schon die erste Energiekarawane 2015 bei unseren Bürgern so gut ankam, haben wir sie in den Folgejahren jeweils durch ein anderes Quartier ziehen lassen “, so Bürgermeister Lorenz Müller. „Und sie wird so lange weiterziehen, bis alle Altbaugebiete bei uns erreicht sind.“ Die Aktion, ein Kooperationsprojekt der Stadt Schwabmünchen und des Landkreises Augsburg, richtet sich an die Besitzer älterer Gebäude, um für mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand zu werben. Rund 400 Hausbesitzer im Wohngebiet zwischen Singold und Feldgießgraben wurden im Februar vom Bürgermeister anschrieben und zur Beratung eingeladen. Das Gebiet selbst ist ein Übergangsbereich vom historischen Siedlungsgebiet mit zahlreichen landwirtschaftlichen Anwesen hin zu den Wohngebieten der Nachkriegszeit.

Bei der individuellen Beratung direkt im Haus zeigen qualifizierte Energieberater im Rahmen eines einstündigen, kostenfreien Checks vom Keller bis zum Dach, wo die energetischen Schwachstellen sind und mit welchen Maßnahmen sich die Immobilie wirtschaftlich modernisieren lässt.

Sanierungswelle dringend notwendig – für Energieeffizienz und Klimaschutz

Was sich die Stadt von der jährlich um die Osterzeit stattfindenden Aktion verspricht, erklärte Stadtbaumeister Stefan Michelfeit: „Wir möchten damit eine dringend notwendige Sanierungswelle auslösen, um den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß in unserer Stadt deutlich zu senken. Nur so können wir die Ziele erreichen, die wir im Schwabmünchener Klimaschutzkonzept festgelegt haben.“ Ein paar Hintergrundzahlen verdeutlichen, worum es geht: 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf das Konto des Gebäudesektors. Gerade hier sind die Einsparpotenziale besonders groß, denn viele Gebäude verbrauchen deutlich mehr Energie als nötig. Rund 65 Prozent der Fassaden sind nicht gedämmt, 70 bis 80 Prozent der Heizungsanlagen befinden sich nicht auf dem Stand der Technik und sind zum großen Teil veraltet. Und die Sanierungsquote ist deutschlandweit mit nur einem Prozent alarmierend gering.

Dabei sind die positiven Effekte einer energetischen Sanierung für Hausbesitzer und Bewohner enorm: Die Energieeinsparung senkt die Betriebskosten, eine moderne Ausstattung steigert die Behaglichkeit und den Wohlfühlfaktor und die Immobilie erfährt eine erhebliche Wertsteigerung. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir durch die aufsuchende Beratung viel Aufklärung leisten konnten“, so Stefan Michelfeit. Manchmal lässt sich schon mit kleinen Änderungen spürbare Wirkung erzielen, und der Staat hilft bei den meisten Sanierungsmaßnahmen mit Fördermitteln.

Schwabmünchen bundesweit Spitze!

Schwabmünchen konnte mit den vier Energiekarawanen der letzten Jahre bundesweit die größten Erfolge verbuchen: Knapp 500 Haushalte haben sich daran beteiligt und den unabhängigen Rat der Experten eingeholt. Aber lohnt sich der Aufwand auch? „Ja, das belegen die Evaluationen der bisherigen Energiekarawanen eindrucksvoll“, berichtet die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, Margit Spöttle. Jeweils ein Jahr nach der Beratung wurden die Teilnehmer ausführlich befragt. Die wichtigsten Ergebnisse: Zwischen 50 und 60 Prozent der Beratenen haben im Anschluss Sanierungsmaßnahmen umgesetzt und dafür im Schnitt 13.000 Euro in die Hand genommen – übrigens fast ausschließlich mit regionalen Handwerkern. Die Sanierungsquoten in den Karawanengebieten erhöhten sich in diesen Jahren deutlich auf Werte zwischen zehn und 26 Prozent. „Die Energiekarawane wirkt“, freut sich Bürgermeister Lorenz Müller. „Damit hat sich in Schwabmünchen eine Sanierungsinitiative etabliert: für mehr Energieeffizienz im privaten Wohnbereich und mit lokaler Wertschöpfung.“

Auftaktspaziergang zu sanierten Gebäuden

Die Energiekarawane startete mit der Auftaktveranstaltung am Freitag, 15. März, ausgehend vom Freibad Singoldwelle. Während des anschließenden Spaziergangs konnten sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über Energiesparpotenziale zu ausgewählten, bereits sanierten Gebäuden informieren. Im persönlichen Gespräch mit den Hausbesitzern der sanierten Objekte wurden Chancen und Nutzen einer Modernisierung deutlich. Ebenso konnten bereits vorab Fragen zur Energiekarawane mit den Organisatoren und Energieberatern geklärt werden.

Auch Hausbesitzer außerhalb des Karawanenbereichs können sich kostenfrei beraten lassen: Bei der Energiesprechstunde im Landratsamt Augsburg informieren jeden Monat neutrale Experten zu möglichen Maßnahmen und Fördermitteln. Die nächsten Termine sind am 11. April, 23. Mai und 27. Juni 2019. Eine telefonische Voranmeldung unter 0821 3102 2222 ist notwendig. Eine telefonische Beratung ist unter 0821 3102 2884 möglich.

Bürgerreporter:in:

Landratsamt Augsburg aus Augsburg

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