Stolpersteine sollen erinnern und ermahnen

Hr. Gunter Demnig verlegt die ersten Stolpersteine in Stadtallendorf in der Hahnengasse 2
Stadtallendorf: Altes Dorf | Am Mittwoch den 18. Mai, fand im alten Dorf in Stadtallendorf, die erste „Stolperstein-Verlegung“ statt. Bei dieser Aktion, geht es um die Verlegung von so genannten „Stolperscheinen“ vor den Häusern wo früher Juden wohnten, die dann durch die Nazis während des zweiten Weltkrieges in diverse Konzentrations- bzw. Vernichtungslager verbracht wurden.
Vor rund 50 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern, hielt Bürgermeister Christian Somogyi die Eröffnungsansprache. Er sprach kurz über die Familien Ransenberg und Stern, die früher in dem Anwesen in der Hahnengasse 2 gewohnt haben und dort ein Lebensmittelgeschäft hatten. Er fand mahnende Worte, dass diese Handlungen niemals in Vergessenheit geraten dürfen. Heute wohnt dort die Familie Sohn. Als besonderen Ehrengast konnte er den extra aus Israel angereisten Enkel der Familie Ransenberg Maurice Bradow begrüßen. Auch er hielt im Anschluss eine sehr bewegende Rede, versehen mit einigen Anekdoten die ihm seine Großeltern früher erzählten. Besonders hob er hervor, dass die Familie immer ein gutes Verhältnis zu den Bürgern von Allendorf hatte und der Großvater und ein weiteres Familienmitglied sogar zusammen im Kirchenchor gesungen haben und Mitglied im Gesangverein waren, obwohl sie Juden gewesen sind. Auch habe der Großvater immer nur gutes über die „Allendorfer“ erzählt. Sie seien am Tag ihrer Ausreise aus Deutschland von sehr vielen Nachbarn und Freunden herzlich verabschiedet worden. Er bedauerte jedoch sehr, dass viele seiner Verwandten damals ein anderes Schicksal ereilte und sie in den Vernichtungslagern Treblinka, Theresienstadt oder Majdanek ums Leben gekommen sind. Abschließend bedankte er sich bei allen anwesenden und vor allem bei Herrn Demnig (der alle Steine selber verlegt) für seine Stolperstein-Aktion. Auch der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Marburg Amnon Orbach, hielt eine kurze Ansprache und lud anschließend alle zu einem auf jüdisch vorgetragenen Gebet (Kaddisch) ein. Musikalisch wurde das ganze durch das Duo Santiago bestehend aus Katharina Fendel (Querflöte) und Johannes Treml (Gitarre) begleitet, die mit sanfter und eingängiger Musik dem ganzen einen würdigen Rahmen verliehen.
Auch die Schüler der Georg-Büchner-Schule die dieses Thema als Themen-Projekt bearbeitet haben legten wie viele andere anwesenden, Blumen an den Gedenksteinen nieder und eine Schülerin hatte sogar eigens ein Bild von der Familie Ransenberg gemalt. Im Anschluss zog man weiter in die Mittelgasse 1, wo man einen weiteren Stein für die Familie Salomon Wertheim setzte. Sie hatte dort eine Metzgerei. Auch hier erzählten die Schüler der Georg-Büchner-Schule, die Geschichte der Familie Wertheim. Weitere Stolpersteine wurden dann noch in Niederklein und Schweinsberg verlegt.
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