Jungfalknerin Lilly Hartmann hat es geschafft - Nogent- Park ist Krähenfrei

erfolgreiches Lächeln Lilly und Frederick in Gersthofen
 
Leo Mandelsperger mit Hugo
Meitingen: Schlosspark |

Ein Jahr nach dem Schlosspark in Meitingen ist nun auch Gersthofens Nogent-Park Krähenfrei!

In diesem Jahr wurde Falkner Leo Mandlsperger vor allem in Gersthofen tatkräftig durch die Jungfalknerin Lilly Hartmann unterstützt.

Zusammen mit ihrem selbst ausgebildeten zweijährigen Feldeggsfalken Frederick machte die 15jährige Schülerin in ihrer kompletten Freizeit Jagd auf die schwarzen Gesellen im Nogent-Park.
Wichtig ist dabei auch ein großes Vertrauen von Falke und Falkner, dieses erreicht Lilly durch einen sehr engen Kontakt zu ihrem Frederick, der sogar an Wochenende und den Ferien bei ihr im Zimmer schläft.

Wer den Beiden bei der Arbeit zusieht merkt das auch sofort. die zwei sind ein Team! Frederick ist in den zwei Jahren noch nicht einmal ausgerissen, erzählt Lilly strahlend.

Diese junge Falknerin, weiß schon mit 15 genau was sie nach Schule und Ausbildung machen will - Falknerin ist der Traumberuf, sagt sie lachend. Dafür muss ich aber gut sein so Lilly, denn es gibt wenige die wirklich davon Leben können, so wird es nach der Ausbildung wohl erst einmal Hobby bleiben.

Auch Leo Mandlsperger berichtet stolz über die Arbeit der jungen Falknerin,
Lilly hat hier einen tollen Job gemacht, so Mandlsperger. Allein durch ihre Hartnäckigkeit ist nun auch der Nogent-Park Krähenfrei.

Doch zurück zum Anfang:

Mit dem Falkner Leo Mandlsperger holte sich die Marktgemeinde Meitingen 2010 professionelle Unterstützung zur Beseitigung des Problems. Mit Genehmigung der Regierung von Oberschwaben wurde das Pilotprojekt "Hugo" gestartet.

Da es dafür keinerlei Erfahrungen gab, erhielt die Gemeinde Meitingen auch erst einmal nur für einen Teil des Parkes die Genehmigung.

So schickte Leo Mandlsperger im ersten Jahr einen Harris Hawk (Amerikanischer Wüstenbussard) mit dem schönen Namen Hugo, sowie einen Wanderfalken (Falco peregrinus) und einen Uhu (Bubo bubo) in den Kampf.

Und siehe da DAS zeigte endlich Wirkung, doch die schlauen Tiere merkten sehr schnell, dass sie nur auf einer Seite des Parkes vertrieben wurden und bevökerten erst einmal verstärkt die andere Hälfte des Parkes.

Die ersten Kolonien bildeten sich aber nun auch außerhalb des Kernortes, wie zum Beispiel auf den Strommasten an den Bahngleisen und in Feldgehölzen, ihrem eigentliche Lebensraum.

Ein Jahr später wurde auch die Stadt Gersthofen auf das Projekt aufmerksam, denn auch dort gibt es im Zentrum einen Park, der im Frühjahr nur den Saatkrähen (Corvus frugilegus) gehört
.

Die Zustände waren auch in Gerstofen nicht mehr zu ertragen.
Denn der Park war nicht mehr zu betreten, überall Vogelkot auf Bänken und Gehwegen. Aber auch nach einer stürmischen Nacht lagen tote Jungtiere am Boden und nicht zu vergessen der unerträgliche Lärm von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang wurde für die Anwohner zu ungemeinen Belastung.

Zusammen mit Meitingen beantragte nun auch Gersthofen 2011 bei der Regierung von Oberschwaben die entsprechende Genehmigung.

Nun kamen ein Sakerfalke (Falco cherrug) mit dem schönen Namen Mongolia und die Habichtsdame (Accipiter gentilis) Erna zum Einsatz. Die über das ganze Jahr nur für diesen Einsatz trainiert wurden.

So kämpfte das Team um Leo Mandlsperger nun an zwei Fronten gegen die schwarzen Gesellen und musste am 01. März 2011 einen herben Verlust einstecken.

Da die Scheiben des Hallenbades in Gersthofen nicht richtig mit Netzen gesichert waren knallte Erna mit einer Jagdgeschwindigkeit von ca. 80 km/h an die Scheibe. Sie verwechselte wohl den schwarzen Aufkleber an der Glasscheibe mit einer Krähe.
Sie war leider sofort tot.

Doch trotz des Verlustes zeigte die Vergrämung ihre Wirkung und es wurden immer weniger Brutpaare im beiden Parks.

In Gersthofen siedelten sich die Brutpaare nun im angrenzenden Industriegebiet, dem Hery-Park an, wo sich nun seit diesem Jahr der gesamte Bestand angesiedelt hat.

Denn nachdem Meitingen schon 2014 die Genehmigung für die komplette Umsiedlung erhalten hat, zog Heuer nun auch Gersthofen nach.

Nun mussten auch im Nogent-Park die verbliebenden 60 Paare ihre Koffer packen, was Frederick den ganz Hartnäckigen auch sehr deutlich klarmachte.
Zu diesem Zweck beinhaltet die Genehmigung auch eine Fanggenehmigung, denn die schlauen Saatkrähen merken sehr schnell, ob der Feind Ernst macht oder nur spielen will.
Nur so begreift es dann auch der Letzte, dass er hier nicht mehr willkommen ist und folgt seinen Artgenossen zur neuen Brutkolonie.

Doch trotz des Erfolges wird man beide Parks im nächsten Jahr wohl noch nicht ganz ohne "Aufsicht" lassen können, so Mandelsperger.
Einige der alten Bewohner, die im übrigen ca. 50 Jahre alt werden, werden wohl auch 2016 erst einmal einen Versuch starten und schauen ob die Luft dort vielleicht doch rein ist.
Das diese Worte auch nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt in diesem Jahr der Schlosspark in Meitingen.
Dort versuchten wieder 8 Brutpaare ihre Nester zu errichten, welches aber durch den erfahrenen Falkner, der in der Zwischenzeit auch die Krähen sehr gut "versteht", mit seinem Lannerfalken Frieda schnell beendete.

Der Erfolg zeigt aber auch, dass es möglich ist die Tiere dauerhaft und gut umzusiedeln. Das Anfangs von Manchen belächelte Projekt hat ausgezeichnet funktioniert, auch durch die Hartnäckigkeit des Falkners und seinem Team, denn die ersten Jahre waren kein Zuckerschlecken und Falke und Falkner waren von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang im Dauereinsatz.

Doch nun kann man in beiden Parks auf den Bänken die Sonne ohne störenden Lärm oder eklige Hinterlassenschaften der Saatkrähen genießen und dort auch einmal anderen Vogelstimmen lauschen.
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