„Jeder Mensch hat einen Engel“

Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl erläuterte bei der Ausstellungseröffnung in Thierhaupten viel Wissenswertes über Engel und Putten.
 
Freundeskreisvorsitzender Fritz Hölzl (links) und Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl sind Stolz über die sehenswerte Fotoausstellung „Engelskinder in Schwaben“, die in Thierhaupten präsentiert wird.
Thierhaupten: Kloster | Ausstellung. Fotos von Engelkinder und Putten in Schwaben ziehen Besucher an

Von Claus Braun

Thierhaupten. Mit dem neunten Engerlmarkt in Thierhaupten wurde am vergangenen Samstag auch die Fotoausstellung der Heimatpflege des Bezirks Schwaben zum Thema „Engelskinder in Schwaben“ mit Fotografien von Wilfried Edelmann eröffnet. Ergänzt wird die begehrte Ausstellung von Bildern aus der ehemaligen Klosterkirche Thierhaupten.

Voller Stolz begrüßte Fritz Hölzl am vergangenen Samstag die Gäste zur Ausstellungseröffnung. Hölzl steht seit 30 Jahren dem Freundeskreis des Klosters Thierhaupten vor, der die Ausstellung verantwortlich betreut. „Wir haben es uns satzungsgemäß zur Aufgabe gemacht, Geschichte und Kultur des Klosters zu beleben, so Hölzl, der diese Aufgabe in den letzten drei Jahrzehnten als sehr erfolgreich in Angriff genommen sieht. Ein wesentlicher Teil hierzu ist neben Klosterkonzerten auch die Reihe der Ausstellungen, die der Freundeskreis seit Jahren als Begleitprogramm zum Engerlmarkt aufbietet. „Nach der letztjährigen Bilderausstellung „Bräuche in Bayerisch-Schwaben“ fiel auch dieses Jahr die Entscheidung pro einer Fotoausstellung des Bezirks“, so Hölzl.

Auch war schnell die Idee geboren, die Ausstellung mit Fotos aus der benachbarten ehemaligen Klosterkirche und heutigen Pfarrkirche St. Peter und Paul zu bereichern. Bereits bei der Eröffnung wurden die Bilder, die Claus Braun für den Freundeskreis fotografiert hat, bestaunt und so viele schöne Details aus der eigenen Pfarrkirche entdeckt.

Einführende Worte zur Ausstellung sprach Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl, der ebenso wie Unterallgäus Kreisheimatpfleger Peter Kern anwesend war. Dr. Fassl stellte fest, dass obwohl Engel und Putten im Glauben eine wichtige Rolle einnehmen, diese von Kunsthistorikern schlichtweg übersehen wurden! Auch lässt sich belegen, dass jeder Mensch seinen eigenen Engel hat, so Dr. Fassl. Engel gibt es im Alten und Neuen Testament ebenso im Koran. „Somit haben die Engel Verbindendes!“

Nach den Ausführungen des Kreisheimatpflegers dienten als Modelle für die Putten, die häufig in Holz geschnitzt und dann erst mit einer Gipsschicht und Gold überzogen wurden, die Kinder der Künstler oder Kinder im Ort. Bemerkenswert ist laut Dr. Fassl die häufige Darstellung der Putten, deren Geschichte von der Antike bis zur Hochzeit im Barock reicht, als spielende Kinder, die Schabernack treiben oder eifrig turnen. Ein ganz wichtiger Aspekt in der Bedeutung der Engel ist auch in der Trauerbewältigung zu sehen: aufgrund der hohen Kindersterblichkeit in den früheren Jahren war es den Angehörigen ein ungehörig großer Trost zu wissen, dass ihre verstorbenen Kinder als Engel im Himmel weiterleben!

Bürgermeister Franz Neher bezeichnete in seinem Grußwort den Freundeskreis als großen Kulturträger des Ortes und bedankte sich bei den Machern der Ausstellung für ihr Engagement.

Abgerundet wurde die Fotoausstellung durch eine sehr lebendige und informative kirchenpädagogische Führung durch Freundeskreis-Vorsitzenden Fritz Hölzl durch die benachbarte Pfarrkirche. Besonders die Kanzel mit dem Attribut des Völkerapotels Paulus im Mittelschiff, der Josefs- und Marienaltar, der Hochaltar aus dem Jahre 1700 oder das Ölbild „Sieben Zufluchten“ aus dem Jahr 1650 waren hier Schwerpunkte und Tummelplatz vieler Engels- und Putten-Darstellungen.
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