Natur aktiv erleben, Radtour durch und um Engelbostel

Am Start: Tourleiter Wilhelm Eike gibt den Ablauf bekannt.
MTV Engelbostel-Schulenburg

Wenn jemand im Ort geboren ist und über sehr gute Kenntnisse von Struktur und Natur seiner Heimat verfügt, hat vieles und interessantes erzählen. Wilhelm Eike, MTV-Mitglied und Mitglied im Ortsrat Engelbostel gehört zu diesen Menschen. Er organisiert verschiedene Tagestouren, teilweise mit Planwagen in und um Engelbostel. Nun konnten auch MTV-Mitglieder und Gäste von seinem Wissen profitieren. Der MTV hatte am 21. Juni 2015 zu einer Fahrradtour eingeladen. Diese lief unter dem Motto „Natur aktiv erleben“ und wurde durchgeführt im Rahmen einer Veranstaltung des LandesSportBund Niedersachsen e. V. (LSB) und der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz in Niedersachsen (NNA) mit dem Medienpartner NDR 1 Niedersachsen. Die Organisation hat alle engagierten Sportvereine aufgerufen, sich mit bewegten Angeboten am landesweiten Aktionstag zu beteiligen. Hierbei sollten sich möglichst viele Menschen in der Natur bewegen und nebenbei erkennen, warum und wie Natur geschützt werden kann und muss.
Wilhelm Eike übernahm die Führung, und es ging los. „Ihr werdet euch wundern, welche Ausdehnung das Engelbosteler Gebiet umfasst, nämlich fast 10 km in Länge und Breite“, ließ er wissen. Und überhaupt gab er eine Einleitung über die Naturgeschichte des über 975 Jahre alten Ortes. Über Erdöl- und Erdgasfunde, Exploration und Speicherung, über rege Torfförderung in den uralten Moorgebieten, über Grundwasser und Bewässerungsstrategien. Bei allen Besichtigungspunkten erläuterte er die Hintergründe und hatte Geschichten parat. Er zeigte der Gruppe Biotope, die z.B. aus Bombentrichtern entstanden sind. Über verschlungene Pfade gelangte man zu Wiesen voller Orchideen und Flächen mit Wollgras bewachsen. Interessante Bäume gab es zu bestaunen, wie z.B. 5 Eichen, die aus einer Wurzelplatte gewachsen sind oder ein uralte Eiche mit einem großen Fuchsbau im unteren Stamm. „Hier wohnen seit fast 100 Jahre die Zwerge“, so lautet eine Geschichte. Die Besichtigung des Muswillensees hatte einen besonderen Reiz. Auf dem Aussichtsturm las Wilhelm Eike sagenumwobene Geschichten über das Moor vor. „Auf dem Grund des Sees soll sich das Schloss eines reichen und herzlosen Gutsherrn befunden haben und jeden der es entdecken wollte, verschlang das Moor“, lautet eine Sage. Den Beweis der Ölvorkommen bietet eine noch existierende Ölquelle in einem Waldstück. „ Diese könnte die letzte Energieversorgung für Engelbostel sein“, scherzte Eike. Weiter ging die Tour an einem ehemaligen Kriegsgefangenenlager, einem Russenfriedhof, am Heideschlösschen vorbei und durch den Flughafentunnel zurück nach Engelbostel.
Vielen herzlichen Dank an Wilhelm Eike.
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 24.06.2015 | 20:55  
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