„Deine Idee für Deine Heimat“: Ein Interview mit dem stv. Geschäftsführer des Begegnungslandes Lech-Wertach e.V., Benjamin Früchtl (Teil 2)

Der Barfußpfad in Wehringen erfreut sich größter Beliebtheit
 
Die Kommunen im Begegnungsland Lech-Wertach kooperieren immer stärker miteinander. In den Vorstandssitzungen werden zukünftige gemeinsame Vorhaben miteinander geplant und beschlossen
myheimat: Herr Früchtl, im Juni 2008 wurde der Begegnungsland Lech-Wertach e.V. als LEADER-Aktionsgruppe gegründet. Wenn Sie nach gut 5 Jahren nun eine vorläufige Zwischenbilanz ziehen sollten: Inwieweit sind Sie Ihrem Ziel, die Region lebenswerter und wettbewerbsfähiger zu gestalten, schon näher gekommen?

Benjamin Früchtl: Die Regionalentwicklung Begegnungsland Lech-Wertach hat sich in den vergangenen 5 Jahren zu einer Plattform für zahlreiche Akteure aus der Region entwickelt. Gemeinsam haben Bürgerinnen und Bürger jeder Altersstufe an Projekten geplant, diese dann oft auch mit umgesetzt und somit erheblich zur Steigerung der Lebensqualität beigetragen. Dies zeigen z.B. die Aufwertungen im Schwabmünchner Luitpoldpark mit Kletterwald und Disc-Golf-Parcours, der Via Claudia Park in Oberottmarshausen oder der Wehringer Barfußpfad. Doch auch die Wettbewerbsfähigkeit der Region hat zugenommen, sei es nun durch Projekte der Regionalentwicklung wie Geschenkgutschein SonnenSchein, LEWA 2013, Förderungen für Unternehmen oder durch kluges Handeln der Kommunen und der Unternehmerschaft. Nicht zu vernachlässigen sind dabei die 3,1 Millionen Euro an Fördergeldern für 38 Projekte, welche die Regionalentwicklung Begegnungsland akquirieren konnte. Zusätzlich ist zu beobachten, dass sich Bürgerinnen und Bürger immer stärker aktiv in die Planung für ihre Heimat mit einbringen. Für die neue Förderperiode 2014 – 2020 haben nun alle regionalen Akteure wieder die Möglichkeit, sich im Rahmen der Initiative „Deine Idee für Deine Heimat“ mit Ihren Projektideen einzubringen oder diese sogar fördern zu lassen.

myheimat: Seit Oktober 2013 kooperiert das Begegnungsland Lech-Wertach mit der Werbegemeinschaft Schwabmünchen und dem Gewerbeverein Bobingen für ein gemeinsames System der Geschenkgutscheine in der Region. Was verbirgt sich konkret dahinter?

Benjamin Früchtl: Ziel des Projekts ist, kurz gesagt, unser Geld in unserer Heimat zu halten: Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Geschenkgutschein geschenkt, dann profitieren Sie von der gemeinsamen Akzeptanz in unseren Mitgliedskommunen. Sie haben bei rund 200 Unternehmen die Möglichkeit, Ihren Geschenkgutschein einzulösen - egal ob Sie sich nun beispielsweise neue Schuhe, ein tolles Buch oder einen netten Abend leisten möchten. Und das gute Gefühl, damit aktiv die eigene Heimat zu stärken, gibt’s noch obendrauf. Das Tolle dabei: Die teilnehmenden Unternehmen zahlen keine Gebühren und profitieren so zu 100% vom Netzwerk der Geschenkgutscheine.

myheimat: Sie werben mit dem Slogan „Qualität aus dem Begegnungsland“. Seit kurzer Zeit gibt es beispielsweise Qualitätsrichtlinien für Honig aus der Region. Worin bestehen die Vorteile für Unternehmer, die ihre Produkte zertifizieren lassen?

Benjamin Früchtl: Für die Bürgerinnen und Bürger ist heute neben „Bio“ die „Regionalität“ ein weiteres Qualitätsmerkmal. Kurze Transportwege zur Klimaschonung und zum Erhalt der Wertschöpfungskette in der Region - das sind die Argumente für den bewussten Kunden, regionale Produkte zu kaufen. Mit dem Siegel möchten wir einen Beitrag leisten, dass Unternehmen und Erzeuger aus unserer Heimat den Bürgerinnen und Bürgern signalisieren können, dass diese mit dem Kauf eines ihrer Produkte ihre Region stärken. Somit besteht der Nutzen in der Herausbildung eines regionalen Profils für die Unternehmer gegenüber den Kunden und natürlich profitieren sie auch von der Öffentlichkeitsarbeit.

myheimat: Die Bandbreite Ihrer Projekte ist groß und erstreckt sich nicht ausschließlich auf den wirtschaftlichen Bereich. So beteiligt sich das Begegnungsland LECHWERTACH als Kooperationspartner des Wittelsbacher Land e.V. am LEADER-Projekt „Schlacht auf dem Lechfeld - Zinndiorama“. Welchen Nutzen hat diese geschichtliche Aufarbeitung für die Region?

Benjamin Früchtl: Ein wichtiger Auftrag für unsere Arbeit, der auch im Regionalen Entwicklungskonzept festgelegt ist, ist die Schaffung einer gemeinsamen regionalen Identität für die Bürgerinnen und Bürger. Nur wer sich mit seiner Heimat identifiziert, lernt sie zu schätzen. Ein maßgebliches Puzzleteil ist dabei das historische Verständnis für die eigene Region - und die Schlacht auf dem Lechfeld ist wohl das wichtigste Ereignis, da es sich im Ergebnis auf Deutschland und Europa ausgewirkt hat. Die Schlacht auf dem Lechfeld gilt ja auch gemeinhin als „Geburtsstunde Deutschlands“. Da sich die Schlacht aber auf den Großraum Augsburg erstreckt hat, ist es folgerichtig, dass verschiedene Gebietskörperschaften und Akteure miteinander kooperieren. Nur durch die Einbindung aller Kompetenzen kann das Thema erschöpfend und zufriedenstellend dargestellt werden. Des Weiteren wurde als Ziel formuliert, mit der Aufarbeitung des Themas unsere Region auch nach außen hin bekannter machen. Der über das Begegnungsland Lech-Wertach geförderte Infopavillon, der in Königsbrunn entstehen wird, soll die Grundlage für die Vermittlung des Ereignisses und die weitere Aufbereitung bilden.

myheimat: Herr Früchtl, vielen Dank für dieses Gespräch.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin königsbrunner | Erschienen am 19.12.2013
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