„Das Geschäft vor Ort hat unschlagbare Vorzüge“: Ein Interview mit Thomas Wörle (Wirtschaftsförderung der Stadt Aichach)

Wirtschaftsförderer Thomas Wörle im Acht 300 Gewerbepark Aichach Dasing
 
Wörle: "Es gibt kaum Leerstände in der Aichacher Innenstadt"
 
Das Einkaufszentrum am Milchwerk sieht Wörle als einen Frequenzbringer für die gesamte Stadt Aichach
myheimat sprach mit Aichachs Wirtschaftsförderer Thomas Wörle über die Weiterentwicklung des Gewerbeparks an der B300, die Fortschritte im Acht 300 Gewerbepark Aichach Dasing, die Vorzüge des innerstädtischen Einzelhandels und eine Bilanz der großen Leistungs- und Verkaufsschau im Wittelsbacher Land, WI-LA 2015.

myheimat: Herr Wörle, im Jahr 2015 trieb die Stadt Aichach die Weiterentwicklung des Gewerbeparks an der B300 mit kleinteiligen Gewerbeflächen voran. Welche Strategie wurde mit dieser Vorgehensweise verfolgt?

Wörle: Wie letztes Jahr schon angedeutet, geht es hier in erster Linie darum, kleineren Betrieben aus der Region entsprechende Flächen für ihre Entwicklung anbieten zu können. Unsere Untersuchungen hatten ergeben, dass gerade an solchen kleineren Flächen ein Bedarf besteht. In dieser Größenordnung verfügte die Stadt Aichach aber über keine Gewerbeflächen mehr und der Acht 300 Gewerbepark bot solche Grundstücksgrößen nicht an. Diese Betriebe hätten daher keine Expansionsmöglichkeiten mehr am Standort Aichach. Ich freue mich sehr über die Entscheidung, diese Flächen zu schaffen und das bisherige Interesse unterstreicht die Sinnhaftigkeit des Vorhabens.

myheimat: Die Erschließungsmaßnahmen für diese Erweiterung des Gewerbeparks Ecknach liefen im Jahr 2015 bereits auf Hochtouren. Wie war die Nachfrage nach diesen Grundstücken?

Wörle: Die Erschließungsmaßnahmen sind nahezu fast komplett abgeschlossen. Und mit der Entwicklung der kleinteiligen Gewerbeflächen wurden wie angedacht die Bedürfnisse der Unternehmen exakt getroffen. So sind bereits acht von elf Gewerbegrundstücken verkauft worden und in der Kürze der Zeit schon drei Hallen entstanden. Das zeigt wirklich deutlich, dass ein Bedarf an solchen Flächen da war und ist. Dem Ersten Bürgermeister Klaus Habermann und dem Kämmerer Wilhelm Rottenkolber, die die Idee zur Entwicklung dieser kleinteiligen Flächen hatten, kann man zu den mit Weitblick geprägten Anregungen nur danken.

myheimat: Auch beim Acht 300 Gewerbepark Aichach Dasing schreitet die Entwicklung zügig voran. In der Carl-von-Linde-Straße können eine Logistikhalle mit Verwaltungsgebäude sowie eine Lagerhalle mit Büroräumen errichtet werden. Welche Branchen würden Sie noch gerne im Interkommunalen Gewerbepark sehen?

Wörle: Wie Ihre Frage schon andeutet, ist man bei der Auswahl der Unternehmen, denen ein Gewerbegrundstück verkauft wird, nicht eindeutig auf bestimmte Branchen fixiert. Die Auswahl der Unternehmen erfolgt mit Bedacht, es geht uns nicht um einen schnellen Abverkauf der Flächen. So verkaufen wir nicht an Projektentwickler, ohne dass die uns beispielsweise das Unternehmen vorstellen, für das Sie tätig sind. Auf was wir bei der Auswahl großen Wert legen, ist, dass es sich um solide Unternehmen mit einer Zukunftsperspektive handelt. Für uns ist es wichtig, dass Arbeitsplätze geschaffen werden, Arbeitsplätze für den gesamten Querschnitt der Bevölkerung bei uns. Noch speziell zu Ihrer eingangs gestellten Frage zurückkommend kann ich sagen, dass wir gegenwärtig unter anderem mit einem produzierenden Unternehmen aus der Metallbranche verhandeln, das könnte gut passen.

myheimat: Wie viel Fläche steht im Acht 300 Gewerbepark noch zur Verfügung?

Wörle: Von den ursprünglichen 260.000m² stehen noch rund 150.000m² zur Verfügung. In diesem Zusammenhang ist auf jeden Fall zu erwähnen, dass die Finanzierung auf Grund des momentanen Zinsniveaus zu sehr guten Konditionen realisiert ist. Das gibt dem Zweckverband den Spielraum, die Grundstücke nur an festgelegte und gewünschte Branchen zu verkaufen.

myheimat: Rücken wir von der „Peripherie“ der Stadt etwas näher an den Stadtkern und sprechen ein wenig über das neue Einkaufszentrum im Milchwerk Aichach. Bürgermeister Klaus Habermann will eine attraktive Verbindung vom Milchwerk zur Innenstadt schaffen und setzt in diesem Zusammenhang auf das Städtebauprojekt „Obere Vorstadt“. Teilen Sie die Hoffnungen des Stadtoberhauptes?

Wörle: Ja, absolut! Wenn man sich die jetzige Situation vor Augen führt, dann muss man, auch wenn man noch so sehr am Status Quo hängt, sagen, dass das Straßenbild dort nicht sehr einladend ist. Mit dem Projekt „Obere Vorstadt“ kann dieser Bereich sicher lebendiger und schöner gestaltet werden. Der Stadtkern erfährt eine Erweiterung und das Milchwerk eine Anbindung an den Stadtkern. Ich denke, dass man bei dem Projekt zu einer sehr guten Lösung finden kann. Der Erfolg eines Projekts hängt von den am Projekt Beteiligten ab und da ich denke, dass jeder der Beteiligten an einer Verbesserung der momentanen Lage interessiert ist, sollte ein guter gemeinsamer Nenner gefunden werden können.

myheimat: Landen wir schließlich in Aichachs Innenstadt und beim innerstädtischen Einzelhandel, der Ihnen als Wirtschaftsförderer sicher auch am Herzen liegt. Wie fällt Ihre Bilanz für das Jahr 2015 aus?

Wörle: Wenn man sich den innerstädtischen Einzelhandel aus der Perspektive der Leerstände im Stadtkern gesehen anschaut, ist die Bilanz sehr gut. Es gibt kaum Leerstände, das spricht eindeutig für den Standort und unterstreicht, dass auch die Stadtentwicklung die richtigen Weichen gestellt hat. Generell ist aber klar, dass der Online-Handel große Konkurrenz für den stationären Handel darstellt. Jedoch hat in gewisser Hinsicht das Geschäft vor Ort auch unschlagbare Vorzüge für den Kunden zu bieten. Service, Beratung und sofortige Verfügbarkeit der Waren kann nur das Geschäft vor Ort bieten. Hier sind die Aichacher Einzelhändler sehr gut und engagiert.

myheimat: Wie wirkt sich das neue Einkaufszentrum im Milchwerk auf die Aichacher Geschäftswelt in der Innenstadt aus?

Wörle: Das Einkaufszentrum am Milchwerk ist auf jeden Fall ein Frequenzbringer für die gesamte Stadt Aichach. Zusammengefasst kommen sicher zusätzliche Bürger aus der Region nach Aichach, die bisher nach Augsburg oder Richtung Dachau bzw. Ingolstadt fuhren. Inwieweit sich das konkret positiv auf die einzelnen Geschäfte in der Innenstadt auswirkt, ist im Speziellen schwer zu sagen. Jedoch sollte allgemein die zusätzliche Frequenz eher förderlich für die Aichacher Geschäftswelt sein.

myheimat: Im Jahr 2015 öffnete wieder die WI-LA ihre Pforten. Wie erlebten Sie persönlich diese große Leistungs- und Verkaufsschau im Wittelsbacher Land?

Wörle: Die Besucherzahlen unterstreichen erneut den Erfolg der WI-LA. Die WI-LA ist ein Erfolg, sowohl für die Aussteller wie auch für die Besucher. Aussteller können sich zu vernünftigen Preisen präsentieren, die Besucher können sich gezielt informieren oder auch nur eine schöne Zeit verleben. Das Konzept, die Vermischung von Eventzelt und Ausstellung, passt.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.aichacher | Erschienen am 16.12.2015
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