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30. Internationale Hatzbachtalwanderung an Christi Himmelfahrt führt über alte Landesgrenze

Jeder Wanderer erhält zur Erinnerung die Reproduktion einer Postkarte von Hatzbach um das Jahr 1900.
 
Grenzstein mit hessischem Löwen aus dem Jahr 1756 am Wanderweg.
Stadtallendorf: Bürgerhaus Hatzbach | Die Wanderfreunde Hatzbachtal 1982 e.V. laden am 9. Mai bereits zum 30. Mal zu einer Hatzbachtalwanderung an Christi Himmelfahrt ein. Los geht es ab 07.00 Uhr beim Bürgerhaus im Stadtallendorfer Stadtteil Hatzbach. Bis 13.00 Uhr können die Wanderer in den Wald an der Rhein-Weser-Wasserscheide starten. Es werden Strecken von 5, 11 und 20 km Länge angeboten.
Aus Anlass des 30. Jubiläums gibt es bei der diesjährigen Hatzbachtalwanderung einige Besonderheiten. Jeder Wanderer erhält als Erinnerung an die Jubiläumswanderung die Reproduktion einer Postkarte von Hatzbach aus der Zeit um 1900, die erst kürzlich bei einer Internetauktion wiederentdeckt wurde. Außerdem wird die Hatzbachtalwanderung zum ersten Mal als Themenwanderung unter dem Motto „Auf der Grenze der Landgrafschaft-Hessen-Kassel“ durchgeführt und thematisiert die jahrhundertelange Grenzlage des hessischen Dorfes Hatzbachs an der Grenze zum Kurfürstentum Mainz.
Die 11 und 20 km langen Wanderwege führen auf über 3 km Länge auf der historischen Grenze der früheren Landgrafschaft Hessen-Kassel zur Landgrafschaft Hessen-Marburg und dem Kurfürstentum Mainz entlang. Dabei wird auf der Rhein-Weser-Wasserscheide auch ein uraltes Dreiländereck erwandert, an dem von 1567 bis 1602 die Grenzen der Landgrafschaften Hessen-Kassel und Hessen-Marburg und des Kurfürstentums Mainz aufeinanderstießen. Das Dreiländereck entstand 1567, als nach dem Tod Landgraf Philipps von Hessen das Land gemäß dem Testament unter den vier Söhnen aus erster Ehe geteilt wurde. Es entstanden die vier Landgrafschaften Hessen-Kassel, Hessen-Marburg, Hessen-Rheinfels und Hessen-Darmstadt. Das frühere Dreiländereck wurde durch einen dreieckigen Erdhügel markiert, der auch heute noch als seltene Grenzmarkierung aus dem 16. Jahrhundert erhalten ist. Am Wanderweg markieren außerdem zahlreiche Grenzsteine aus dem Jahre 1756 noch heute die frühere Grenze zwischen Hessen-Kassel und Kurmainz, die hier bis zur Auflösung des Kurfürstentums Mainz in 1803 verlief, und machen die Wanderung besonders interessant. Im Vordergrund steht aber das Naturerlebnis. Verkehrsstraßen werden völlig vermieden. Fern von Verkehrslärm und Autoabgasen kann der Wanderer die Natur genießen. Das noch frische Grün der Bäume ist immer ein besonderes Erlebnis. Die tief eingeschnitten Bachläufe prägen Landschaft und Wanderstrecken. Alle Wanderstrecken führen zum sogenannten Nadelöhr, einem früheren germanischen Heiligtum.
Am Nadelöhr ist auch eine von drei Pausenstellen an den Wanderstrecken, an denen der Wanderer Getränke und einen Imbiss erwerben kann. Am Zielpunkt im Bürgerhaus Hatzbach werden Speisen und Getränke zu günstigen Preisen angeboten.
Das Thema „Auf der Grenze der Landgrafschaft-Hessen-Kassel“ wird auch im Bürgerhaus noch einmal aufgegriffen. Hier sind Reproduktionen alter Karten aus dem 18. Jahrhundert zu sehen, die die strittigen Grenzen zwischen Hessen-Kassel und dem Kurfürstentum Mainz in der Gegend um Hatzbach dokumentieren. Außerdem kann man erfahren, welche Bedeutung der Schmuggel an der früheren Landesgrenze hatte und wie der Grenzschutz durch die hessische Landmiliz durchgeführt wurde. Dazu tritt auch um 13.00 Uhr ein Darsteller in einer authentischen Uniform des unter dem Befehl des Hatzbacher Adeligen Hans von Knoblauch zu Hatzbach (1719-1793) stehende Garnisonsregiments von Knoblauch aus der Zeit nach 1765 auf, das früher in der Gegend um Hatzbach für die Überwachung der Landesgrenze zuständig war. Zu dieser Zeit florierte an der Grenze zu Kurmainz der Kaffeeschmuggel.
Die Wanderung wird für das Internationale Volkssportabzeichen gewertet und nach den Richtlinien des Deutschen Volkssportverbandes e.V. (DVV) im IVV durchgeführt. Das Startgeld beträgt 1,50 Euro. Darin enthalten sind die organisierte Wanderung auf ausgeschilderten Strecken, eine historische Postkarte von Hatzbach sowie eine kostenlose Erfrischung an allen Kontrollstellen. Gleichzeitig findet zum 19. Mal eine Kinder- und Jugendwanderung für Kinder und Jugendliche bis zum 16. Lebensjahr statt. Auf der Wanderstrecke können die jungen Wanderer ihr Wissen bei einem Natur-Quiz testen. Die richtig ausgefüllten Fragebögen nehmen an einer Tombola teil. Wandergruppen mit 30 und mehr Personen erhalten um 13.00 Uhr einen Ehrenpreis durch den Schirmherrn Ortsvorsteher Frank Drescher überreicht.
Ausführliche Informationen zum Streckenverlauf gibt es im Internet auf der Seite http://www.wanderfreundehatzbachtal.de.
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