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Rotary in Afrika – 100 Jahre der Veränderung ©

Governorin Annemarie Mostert und ihre Nachfolgerin, DGE Dr. Stella Anyangwe, Distrikt 9400 © Bernhard Maisch (Foto: © Bernhard Maisch)
 
Wollte nicht fehlen als Gratulant: RI-Präsident Holger Knaack. (Foto: © Bernhard Maisch)
Am 1. Juli 1921 wurde der erste Rotary Club in Johannesburg, Südafrika, gechartert. Die auf die Gründung folgenden 100 Jahre waren gekennzeichnet von vielfältigen postkolonialen Veränderungen, in denen sich Afrika neu finden und erfinden musste.

Diese Prozesse dauern bis heute an. Lange aufgehalten hat man sich bei der Hundertjahrfeier von Rotary International (RI) aber mit der Vergangenheit nicht. Die koloniale Vergangenheit Afrikas war lediglich an den Kongresssprachen Englisch, Französisch und Portugiesisch erkennbar. Die virtuelle rotarische Großveranstaltung für Afrika war für den gesamte afrikanischen Kontinent angelegt und von der Distrikt-Governorin Annemarie Mostert (D9400) und ihrem Team für die Zone 22 inhaltlich breit aufgestellt, souverän moderiert und perfekt organisiert.

Die prominenten Gratulanten kamen aus Politik, Wirtschaft und von Rotary International. Das virtuelle Defilee der Grußworte des diplomatischen Corps wurde von TT Mboweni, Finanzminister von Südafrika, aber nicht vom Präsidenten Ramaphosa angeführt. Einen besonderen Eindruck hinterließen die Grußbotschaften des 97 Jahre alten Dr. Kenneth David Kuanda, dem ersten demokratischen Präsidenten von Sambia (1964-1991) und von dem ungleich jüngeren König von Lesotho Letsie III.

Die anwesende rotarische Prominenz, las sich wie das "Who is Who" in Rotary und umhüllte die Afrikakonferenz mit dem Flair einer RI Convention. Die Botschaften des deutschen Weltpräsidenten Holger Knaack waren: Afrika ist seit diesem Jahr poliofrei. Rotary ist zwar nicht politisch, kann aber auch nicht sprachlos sein gegenüber Unrecht und Not in der Welt. PRIP Ravi Ravindran verwies zudem auf den Scale Grant zur Bekämpfung von Malaria für Sambia, der zusammen mit der Bill und Melinda Gates Foundation sechs Mio. US-Dollar ausmacht und Malaria um 90 Prozent dezimieren soll.

Generalsekretär John Hewko hob die zunehmende Bedeutung von Rotaract in der rotarischen Familie hervor und unterstrich die wachsende Rolle von Rotarierinnen. Alle Focus-Area-Themen wurden mit eigenen Sitzungen und Panel-Diskussionen bedacht. Hierzu einige Stichworte: Erziehung und Vorschulerziehung benötigen einen langen Atem. Erziehungs- und Schulprojekte müssen aber afrikanischen Bedürfnissen entsprechen. Diese Selbstverständlichkeit gilt auch für alle anderen rotarische Projekte im Bereich von Wasser und Hygiene (Wash), Gesundheit für Mutter und Kind, HIV und Infektionskrankheiten, die wachsende, unverzichtbare Rolle der Frauen bei Rotary auf jeder Ebene und auch der Klimaschutz als neue Focus Area.

Friede und Konfliktprävention, ein Grundanliegen von Rotary, ist die Voraussetzung für alles, auch in Afrika. Das siebte rotarische und erste afrikanische Friedenzentrum wurde in diesem Jahr in Makarere, Uganda, eröffnet. Die sympathische zehn Jahre alte Klimaaktivistin Ellyanne Wanjiku aus Uganda, die mit einem Paul Harris Award ausgezeichnet wurde, hinterließ als schwarzafrikanische Greta Thunberg einen bleibenden Eindruck: "Afrika war der Garten Edens und darf nicht zur Müllhalde Europas verkommen". Und zum Thema Entwicklungshilfe bleibt das selbstbewusste Resümee aus einer Paneldiskussion in Erinnerung: "Entwicklungshilfe ist nur gerechtfertigt, wenn sie weitere Hilfe überflüssig macht."

Das ist Hilfe zur Selbsthilfe, wie Rotary sie in zahlreichen Projekten mit afrikanischen, österreichischen und deutschen Rotary Clubs umsetzt. Denn Visionen ohne Aktionen bleiben Träume, aber gepaart mit Handeln können sie die Welt verändern. Afrika ist im Jahr 2021 auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel.


Prof. Dr. Bernhard Maisch
Rotary Club Marburg
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