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Lesespaß: Schwaben-Krimi im Mittelalter, Teil 1

Teil 1 der Leseprobe: 1499, Augsburg. Der dreizehnjährige Mathes will einen Mord aufklären.

Das Licht der Laterne erhellte den kleinen Raum, der mit allerlei Kisten und unterschiedlichen Gerätschaften, die zur Pflege des Friedhofes benötigt wurden, gefüllt war. Auf dem Boden bemerkte ich eine Falltür, an der sich Aaron sogleich zu schaffen machte.

Als sich mit quietschendem Geräusch die Luke öffnete, fiel mein Blick auf steinerne Stufen und einen Gang, der nach unten führte. Aaron sah mich aufmunternd an und stieg hinunter. Tief durchatmend folgte ich ihm.

Kaum hatte ich wenige Stufen genommen, ergriff mich die Kälte und ich roch modrige Luft, die aus dem Tunnel heraus wich. Ein kühler Sog kam aus der Tiefe hervor, als suchte er die Freiheit. Es war unheimlich und das Licht der Laterne, die Aaron vor sich hertrug, warf unstete Schatten auf die Stufen vor mir. Ich musste mich konzentrieren, um nicht auszurutschen und versuchte, so nah wie möglich an dem Rabbiner dran zu bleiben.

In solchen Gruften wandelten die lebenden Toten herum, hatte man mir gesagt. Nur in den ganz finsteren Nächten würden sie herauskommen und sich einen lebendigen Leib schnappen, um ihn ins Dunkel zu zerren und zu vernichten. Als Kind hatte ich immer Angst davor gehabt und war deswegen nie alleine auf einen Friedhof gegangen, aber mit dem Größerwerden hatte diese Furcht nachgelassen.

Das dachte ich zumindest - doch jetzt raste mein Herz.



Weiter geht's in Teil 2!

Mehr Infos über das Buch und eine weitere Leseprobe finden Sie auf www.kiara-lameika.de
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 04.04.2019 | 21:36  
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