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Uraufführung des „Ecce sacerdos magnus“ und Da Capo für die „Cäcilienmesse“ in Schwabmünchen

Konzert 2012 in der Pfarrkirche Schwabmünchen mit der Aufführung der Cäcilienmesse von Gounod und "Ecce sacerdos" von Elgar (Foto: ammkla)
In der voll besetzten Pfarrkirche St. Michael führte die Kirchenmusik Schwabmünchen unter der Leitung von Stefan U. Wagner die deutsche Uraufführung des „Ecce sacerdos magnus“ von Edward Elgar (1857 – 1937) sowie die Cäcilienmesse von Charles Gounod (1818 – 1893) auf.

Von der Herausforderung, dem „unerschöpflichen Thema in der Musik gerecht zu werden: der Messe!“

Der Schwabmünchner Kirchenmusiker Stefan Wagner stellte sich mit mehr als 100 Mitwirkenden der Herausforderung, von der Gounod schrieb, „es gibt nur eine Schwierigkeit, nämlich diesem unerschöpflichen Thema in der Musik gerecht zu werden: der Messe!“ … in der Musik!... von einem jämmerlichen Menschen! … Mein Gott, hab Erbarmen…“.

Es gelang den vereinigten Chören (Chor St. Michael, Kirchenchor Klosterlechfeld und Projektsängern), begleitet von dem um notwendige Instrumente erweiterten Orchester „Capella St. Michael“, ein festliches und klanggewaltiges Konzert. Zum Auftakt ertönte majestätisch das auf einer Melodie von Joseph Haydns Harmoniemesse basierende „Ecce sacerdos magnus“ („seht, das ist der Hohepriester, der in seinen Tagen Gott gefiel und für gerecht befunden wurde“), das Elgar feierlich anlässlich einer Bischofsvisitation schrieb. Diese nur in einem einzigen Autograph existierende Fassung für Chor und Orchester in der englischen Nationalbibliothek wurde erstmals nach über hundert Jahren zum Klingen gebracht. Die „Edward Elgar Society“ editierte die schon in der zeitgenössischen Presse als exzellent gelobte Komposition speziell für die Erstaufführung in Schwabmünchen. Die bereits im Jahr 2007 andächtig und mit großem Anklang in Schwabmünchen dargebotene Cäcilienmesse, benannt nach der Schutzheiligen der Musik, glänzte erneut mit musikalischer Strahlkraft. In den Einzelpassagen überzeugten die Solisten Marion Wildegger-Bitz (Sopran), Wolfgang Frisch (Tenor) und Wolfgang Wirsching (Baß).

Jedes herausragende Werk beginnt mit einem ersten Ton. Schon Monate vor diesem Konzert wurde mit den Proben begonnen. Der Erfolg des Konzertes bestätigte dieses Vorgehen. Bereits im Kyrie, dem „Herr erbarme dich“, lag die erste Herausforderung für diese große, motivierte, stimmgewaltige Besetzung im bewussten Pianissimo, denn Gounod assoziierte Heiligkeit mit leisesten Tönen. Im Gloria fügte sich das leiseste Summen des Gesamtchores in der Aufführung melodiös zur frei schwebenden, klaren Sopran-Solo-Melodie, gipfelnd in einem im Fortissimo jubilierenden „Laudamus te“, dem großen Gotteslob. Nach mächtigem Unisono war im Credo das Glaubensbekenntnis sogar im vierfachen Pianissimo unter Beachtung der Anweisung des Komponisten, das Mysterium der Menschwerdung so leise wie überhaupt möglich zu musizieren, um der Tiefendimension gerecht zu werden. Die Verkündung der Auferstehung, von Frauenstimmen steigernd begonnen, mündete im jubilierenden Fortissimo aller Mitwirkenden.

Am Schluss ernten alle tosenden Applaus, von den Zuhörern im vollbesetzten Gotteshaus.“
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin schwabmünchner | Erschienen am 14.12.2012
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