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Tomé s Kinderporträtmuseum: Rote Hand Aktion und Ausstellung gegen Gewalt und Kinder im Krieg an der Grund- und Mittelschule Neusäß am Eichenwald

2248 P 3339 Watch out - JUST DO IT, Klassen 5 a und b, Farbstift, 100 X 50 cm, Augsburg, 14.10., 2.11, 15. bis 17.11.2016
 
1979 P 2570 Angry Bird, Bombe auf dem Marktplatz/Syrien, 50 X 65 cm, Staffelsee, 27. und 28.8.2016
Neusäß: Eichenwaldschule Neusäß |

Schule ohne Rassismus


Anlässlich des nunmehr zum 14.Mal stattfindenden internationalen ROTE HAND -Tages am 12.Februar fand in den beiden fünften Klassen der Grund- und Mittelschule Neusäß am Eichenwald eine kleine Aktion statt, bei der die Kinder ihren Handabdruck mit roter Farbe auf ein Plakat drückten.
Die rote Hand ist das internationale Symbol gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Der Künstler und Lehrer Tomé T.Etzensperger erzählte den Schülern vorher einiges über die Situation der Kinder, die immer noch in Kriegen eingesetzt werden und zeigte ihnen auch Bilder von Kriegsopfern, die er gezeichnet hatte.

Gewalt, so erklärt er den Kindern, beginnt im Kleinen, geschieht auch im Klassenzimmer und kann im Großen, also im Extremfall, zu Krieg führen, und Kriege sind immer sinnlos und kennen keinen Gewinner. Gewalt kann deshalb niemals, auch bei kleinen Streitigkeiten, eine Lösung sein. Rücksicht und Toleranz können Kinder leichter lernen als Erwachsene.

Nur die Toten haben das Ende vom Krieg gesehen. (Plato)

Die Rektorin der Schule, Frau Jutta Gasteiger, unterstützt die Aktion an Ihrer Schule, die sich als „Schule ohne Rassismus“ darstellt.

Lieber einem Tiger begegnen


Gerade jüngere Kinder zeigen viel Empathie (Mitgefühl) mit ihren gleichaltrigen Leidensgenossen, welche so viel Schreckliches erfahren und erdulden müssen. „Wie können erwachsene Menschen Kindern nur so schlimme Sachen antun“, meinte etwa die zehnjährige Michelle, und „hoffentlich kann ich nach diesen schrecklichen Bildern heute Nacht noch ruhig schlafen!“. Lea schrieb unter ihren roten Handabdruck: „Lieber einem Tiger begegnen, als im Krieg zu sein.“
Die Bilder schmerzen in der Tat, denn Tomé zeigt in seinen Zeichnungen schonungslos die Gewalt, die Kindern überall auf der Welt angetan wird, nicht nur im Krieg. Über 3´700 Kinder hat er inzwischen gezeichnet, aber ihm geht es neben den Kinderrechten, für die er sich mehr Beachtung wünscht, auch um die „normale“ Kindheit, um das Kind, das einfach Kind sein darf. So hat er auch alle Schüler der beiden fünften Klassen in einer Zeichnung „verewigt“. Eine Zeichnung bedeutet für ihn immer auch eine Würdigung des dargestellten Kindes, aber er findet es auch wichtig, dass die vielen Kinder, denen es nicht so gut geht, die Furchtbares erleiden und sogar sterben müssen, nicht vergessen werden.
Die Kinder finden es gut, dass sie mit dem Abdruck ihrer roten Hand ein kleines Zeichen gegen Krieg und Gewalt setzen können und andere Menschen zum Denken anregen. Auch die Mutter von Salomon aus der dritten Klasse, der auch einen Abdruck seiner roten Hand in der Ausstellung beiträgt, findet es angesichts der vielen („Spielzeug“)Waffen in Kinderzimmern nie zu früh, mit Kindern über dieses wichtige Thema zu sprechen und ist froh, dass in Deutschland im Gegensatz zu den USA mit Kinderwaffen keine Menschen getötet werden können.

Eine Ausstellung auch mit Kinderbildern aus den Ländern unserer neuen Schüler, in denen immer noch Krieg herrscht


Eine kleine Ausstellung in der Aula der Mittelschule auch mit Kriegskinderzeichnungen von Tomé aus Ländern wie dem Irak, Syrien und Afghanistan soll ab 12.Februar den kleinen und großen Schülern zeigen, was ihre neuen Mitschüler, welche in Deutschland Asyl gefunden haben, daheim zum Teil erleben mussten. Kinder können das gut verstehen, und gerade in der heutigen Zeit, in der populistische Parolen („Die Asylanten nehmen uns unsere Arbeitsplätze weg“ etc…) immer mehr Gehör finden, ist es wichtig, dass diese fremdenfeindlichen Sprüche ganz einfach als dumm entlarvt und, so die Absicht des Künstlers, im Zusammenhang mit diesen Bildern ad absurdum geführt werden.

Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen.“ (Mahatma Gandhi)

Lebenssituation der Kindersoldaten


Es gibt weltweit immer noch etwa 250´000 Kindersoldaten, auch in Syrien, Afghanistan und dem Irak.
Sie werden als weniger wertvoll angesehen als erwachsene Soldaten und an besonders gefährlichen Stellen an der Front eingesetzt, auch als Spione, Vorhut oder Minensucher. Das Risiko ist sehr hoch, dabei getötet oder verletzt zu werden. Kinder sind leichter manipulierbar, gehorsamer und furchtloser als Erwachsene. Leichte und billige Kleinwaffen auch aus Europa und Deutschland ermöglichen es den Kriegsherren, auch junge Kinder an die Front zu schicken. Oft werden die Jungen und Mädchen mit Drogen oder durch Misshandlungen gefügig gemacht und auch sexuell missbraucht, oder sie werden entführt oder mit falschen Versprechungen und einem geringen Sold gelockt und dann militärisch gedrillt.
Die seelischen Folgen bei diesen traumatisierten und auch abgestumpften kleinen Menschen sind kaum oder nur sehr schwer wieder zu heilen.

Die Verantwortung Deutschlands


Die Kriege dieser Welt werden auch mit Waffen aus Deutschland als dem weltweit drittgrößten Waffenexporteur geführt. Allein durch den Einsatz der in 15 Ländern produzierten Waffen des deutschen Herstellers „Heckler und Koch“ sterben jeden Tag mehr als 100 Menschen.

Mehr auf der Homepage von Tomé (im Moment im Umbau und nur zum Teil verfügbar)

Weitere Zeichnungen mit Kriegskinderbildern von Tomé
Weitere Zeichnungen über Gewalt an Kindern
Buch: "Die Rote Hand"
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.neusässer | Erschienen am 04.03.2017
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