Mega, Wahl und Aufstieg: Was Meitingen 2008 bewegte

Jahresrückblick: Das war Meitingen 2008!
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Das Jahr neigt sich langsam aber sicher seinem Ende zu. Überall – ob in Politik, Sport oder Fernsehen - wird derzeit innegehalten, zurückgeblickt und Bilanz gezogen. Welches Bild des Jahres 2008 aber bleibt in den Köpfen der Deutschen hängen? Etwa das Bild des Gewichthebers Matthias Steiner, der bei der Siegerehrung bei den Olympischen Spielen in Peking ein Bild seiner verstorbenen Frau bei sich trug. Oder aber brennt sich die globale Finanzkrise, die in Gestalt der pleite gegangenen Lehmann-Bank ein Gesicht bekam, ins Gedächtnis ein?

Wie dem auch sei: Der Markt Meitingen hat ebenfalls ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Im Frühjahr gab es an der Spitze der Gemeinde einen Wechsel, der Sommer ließ die Aufstiegsträume der TSV-Kicker wahr werden und im Herbst trat ein indischer Geistlicher sein Amt in der neu gebildeten Pfarreiengemeinschaft an. Blickt man außerdem noch auf die Gewerbeausstellung Anfang September, so kann man mit Fug und Recht von einem Mega-Jahr reden. Hier nun mein persönlicher Jahresrückblick in Wort und Bild. Diese Ereignisse bewegten Meitingen von Januar bis Dezember 2008:

Januar
„Schlacke bringt Grundwasser in Gefahr“ titelt die Augsburger Allgemeine in ihrem Lokalteil Anfang 2008 und beunruhigt damit viele Meitinger. Der Einsatz von Ofenschlacke der Lech-Stahlwerke beim Bau der B2-Umfahrung Meitingen soll nach Angaben der Bürgerinitiative Lech-Schmuttertal zu einer „erheblichen Grundwasserverunreinigung“ geführt haben. Diese stützt sich dabei auf ein Gutachten, das das Staatliche Bauamt auf Geheiß des Landratsamts Ende 2006 bei einer Augsburger Firma in Auftrag gegeben hat. Die Kosten der Sanierung bewegen sich im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Die Lech-Stahlwerke und ihre Schlacke bleiben das ganze Jahr über ein „heißes“ Eisen.

Februar
In der Hochzeit des Karnevals sind auch in Meitingen die Jecken los, hier allerdings ohne Pappnase. Der Gemeinderats- und Bürgermeister-Wahlkampf hat die Lechtalgemeinde nun fest im Griff. CSU, Freie Wähler (FW) und SPD buhlen mit zahlreichen Veranstaltungen, Infoständen auf dem Wochenmarkt und Hausbesuchen um die Gunst der Bürgerinnen und Bürger, Krapfen und Butterbrezen werden an hungrige Wähler verteilt und auch die Briefkästen quellen vor Werbematerial langsam über. Bei einer Podiumsdiskussion in der voll besetzten Gemeindehalle prüft Radiomoderator Alex Kunz die drei Bürgermeisterkandidaten von K wie Krähenplage bis S wie Schlacke noch einmal auf Herz und Nieren.

März
Im März blickt ganz Meitingen gespannt auf das Rathaus. Wer wird nach 24 Jahren Amtszeit die Nachfolge von Bürgermeister Alfred Sartor antreten? Drei Kandidaten stellen sich zur Wahl: Dr. Michael Higl (CSU), Rudolf Helfert (FW) und Matti Müller (SPD). Außerdem wählen die Meitinger den Gemeinderat neu. Der erste Urnengang Anfang März bringt die große Ernüchterung für die CSU: Die absolute Mehrheit im Rat ist dahin und auch ihr Kandidat muss mit 43,8 Prozent der abgegebenen Stimmen in die „Verlängerung“. Sein Kontrahent dort: Matti Müller, der als Auswärtiger aus dem Stand 33,05 Prozent der Stimmen erhalten hat. In der Stichwahl setzt sich Higl schließlich denkbar knapp mit nur 18 Stimmen Vorsprung gegen Müller durch.

April
Die Bürgermeisterstichwahl hat im April ein juristisches Nachspiel. Die Meitinger SPD fechtet die Wahl an, da es zu Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe im Altenheim gekommen sein soll. Der Vorwurf des „betreuten Wählens“ wird laut. Das Landratsamt geht der Sache nach, weist die Wahlanfechtung schließlich aber zurück, da die Vorwürfe sich als „nicht stichhaltig“ erwiesen hätten. Auch die Augsburger Staatsanwaltschaft, die aufgrund eines anonymen Schreibens dieser Sache schon seit Mitte März nachgeht, stellt ihre Ermittlungen ein.

Mai/Juni
Nach dem Schlusspfiff beim letzten und alles entscheidenden Saisonspiel des TSV Meitingen in Burgheim gibt es für die Lechtalkicker und ihre Anhänger kein Halten mehr. Der 3:1 Sieg bedeutet nicht nur die Meisterschaft in der Kreisliga Ost, sondern auch den Aufstieg in die nächst höhere Liga. Nach drei Jahrzehnten Wartezeit darf in den Lechauen nun wieder Bezirksligaluft geschnuppert werden. Und das wird mit Bierduschen, einem Autokorso und einer großen Aufstiegsparty gebührend gefeiert. Trainiert wird das Team in der kommenden Saison von Andreas Wessig, der aus Inningen an den Lech wechselt. Um auch in der Bezirksliga den Fans ein attraktives Umfeld zu bieten, modernisiert man das Lechaustadion.

Juli
Im Juli machen sich junge Meitinger auf den langen Weg nach Australien zum Weltjugendtag, um dort mit Jugendlichen aus der ganzen Welt ein Fest des Glaubens zu feiern. Höhepunkt der Pilgerreise ist die Heilige Messe mit Papst Benedikt XVI. im Randwick-Stadion von Sydney mit 400.000 anderen Pilgern. Neben dem gemeinschaftlich erlebten Glauben steht bei den Jungen und Mädchen aber auch Sightseeing auf dem Programm. So besichtigt man in Sydney unter anderem die weltberühmte Oper, den Bondi-Beach und den Sydney-Tower.

August
Der August ist geprägt vom Abschied zweier Männer, die in ihrem jeweiligen Bereich – Politik und Kirche – Meitingen jahrzehntelang geprägt haben. Im Rahmen des Bürgerfests verabschieden sich die Meitinger Vereine mit Banner und Tracht von Altbürgermeister Alfred Sartor. Sartor hatte 24 Jahre lang die Geschicke der Gemeinde geleitet. Die Pfarrei St. Wolfgang nimmt Abschied von Geistlichem Rat Wilhelm Zettler, der nach 21 Jahren Seelsorge in Meitingen seinen Ruhestand in seiner Heimat im Allgäu verbringen wird.

September
Als Publikumsmagnet im Herbst erweist sich wieder einmal die Meitinger Gewerbeschau „Mega“. Zwei Tage lang dreht sich auf Rathausplatz und Schlosswiese alles um Handel, Handwerk und Dienstleistung. Über 100 Aussteller aus der Region präsentieren ihr Leistungsangebot. Zudem lockt ein attraktives Rahmenprogramm. Dennoch wird mit rund 23.000 Besuchern an beiden Tagen der Rekord von vor zwei Jahren mit 30.000 Besuchern deutlich verfehlt.

Oktober
Pater Johnson Puthuva wird im Rahmen eines Festgottesdienstes von Dekan Karl Kraus offiziell als Pfarradministrator der neu gebildeten Pfarreiengemeinschaft Meitingen eingesetzt. Diese umfasst die Pfarreien St. Wolfgang Meitingen, St. Clemens Herbertshofen-Erlingen und St. Nikolaus Langenreichen. Der indische Geistliche wünscht sich trotz der schmerzhaften Einschnitte in der Seelsorge bei dieser „großen Aufgabe“ die Mithilfe aller Gläubigen: „Gemeinsam werden wir das Kind schon schaukeln“, sagt er augenzwinkernd.

November
Meitingen weiht seinen „neuesten Kick für die Jugend“ ein: ein Minifußballfeld, das der Deutsche-Fußballbund (DFB) dem Markt Meitingen im Rahmen seines Projekts „1000 Mini-Spielfelder“ gestiftet hat. Zu diesem Anlass sind zahlreiche Sportfunktionäre und ehemalige Fußballprofis in die Lechtalgemeinde gekommen, darunter die beiden Ex-FCA Fußballprofis Kurt Kowarz und Marco Löring. Errichtet wurde der 13 mal 20 Meter große Platz mit dem elastischen Kunststoffrasen neben der Hauptschule und steht Schülern, Vereinen und jungen Leuten allgemein zum Fußballspielen zur Verfügung.

Dezember
Am Nikolaustag findet heuer wieder der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz statt. Doch leider haben die Organisatoren Pech mit dem Wetter. Statt Schnee fällt ab Mittag Regen vom Himmel, zeitweise dominieren Regenschirme den Platz vor dem Rathaus. Die vorweihnachtliche Stimmung lassen sich die Meitinger dennoch nicht vermiesen und so wärmt man sich bei Glühwein und Bratwurst bis in die Abendstunden auf. In diesem Jahr übrigens erstmalig bis 20 Uhr.

Bürgerreporter:in:

Martin Stäbe aus Meitingen

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