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Der Kunde und der Wähler ist am Zug

  Ein volles Haus hatte die Landsberger SPD zu ihrer Podiumsdiskussion“ Raus aus dem Plastikmüll“. Obwohl an dem heißen Sommertag im Vortragssaal des Sportzentrums die Temperatur weit höher als im Außenbereich war hielt der Moderator, Felix Bredschneijder die Podiumsgäste mit Fragen unter Strom. Rede und Antwort standen der Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi (SPD), Sonja Lischka von REWE Landsberg, Gunnar Sponer von Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH und Dominik Sell von der Bewegung Fridays for Future.

Unbestritten ist die Macht des Verbrauchers, aber auch der Wähler muss für andere politische Mehrheiten sorgen. Mehrheiten, die sich für Verbote einsetzen, dort wo es Ersatz gibt, der die Umwelt nicht belastet“, fordert Schrodi. „Mit dem Entwurf eines Klima Schutzgesetzes das die Förderung von Klimaschutz in Kommunen, den stetigen Ausbau erneuerbarer Energien, die Verschärfung von CO2-Grenzwerten bei PKW und den Kohleausstieg zum Inhalt hat, sind wir auf einem guten Weg. Und wir plädieren für die aufkommensneutrale Einführung eines CO2-Preises, der die ganz normalen Bürgerinnen und Bürger, Mieter und Pendler nicht stärker als heute belastet. CO2 muss teurer werden und der Kohleausstieg muss früher kommen. Es muss Kompromisse geben, die die Bedürfnisse der Wirtschaft und soziale Belange der Bürger berücksichtigen. Die Langlebigkeit von Produkten ist zu fördern und Konzerne haben dort ihre Steuern zu bezahlen, wo sie ihre Geschäfte abwickeln“, betont Schrodi.

Von Dominik Sell war zu hören, dass sich der Bewegung Fridays for Future immer mehr Erwachsene anschließen und von Generationenkonflikt keine Rede sein kann. Bis in seine Familie hinein werden Überlegungen beim Einkauf angestellt: brauche ich das Produkt überhaupt oder kaufe ich es unverpackt. Von der Politik – an Michael Schrodi gewandt - erwartet er Verbote von umweltbelastenden Produkten. Seine Forderung: „wenn das mit der CDU nicht geht, dann mit Anderen“.

Auch von Sonja Lischka und Gunnar Sponer gab es Forderungen an die Politik. „Es braucht geeignete Maßnahmen, um den Fachkräftemangel zu beheben. Ein anderes Problem im Einzelhandel sind beispielsweise Vorschriften, die bestimmen, dass Verpackungen, die der Kunde selbst mitbringt, nicht gefüllt werden dürfen. Auch der Kunde kann Druck auf die Hersteller ausüben. Die Landsberger Rewemärkte sind Vollsortimenter. Dennoch gibt es eine Menge Unverpacktes, das auch unverpackt auf das Rollband an der Kasse gelegt werden darf. In den Regalen „In Bayern für Bayern“ liegt saisonerzeugtes Obst und Gemüse, bei dem die Verpackung und teure Transportkosten entfallen. Einfach nur das in den Einkaufskorb legen, was wenig oder überhaupt nicht verpackt ist. Die Produzenten werden sich auf weniger oder umweltfreundliche Verpackung einstellen“. Davon ist Sonja Lischka überzeugt.

Gunnar Sponer regte an, umweltschädliche Produkte höher zu versteuern. „Dies würde Anreize für nachhaltige Erzeugnisse bringen“. Aber auch er sieht die Macht des Verbrauchers. „Ein Dorn im Auge ist ihm u. a. die mehrfach eingewickelte und verschachtelte Praline. Zu solchen Verpackungen sollte der Verbraucher per Mail dem Produzenten sein Missfallen aussprechen. Bei der Mülltrennung kann er den Landsberger Bürgern und den Wertstoffhöfen auf dem Land eine gute Note zusprechen. Wichtig für das Recyclen ist die Trennung der Verpackung in ihre Einzelteile. Z. B. ist die Einwegflasche und der Schraubdeckel aus unterschiedlicher Plastik hergestellt. Beides kann nicht zusammen, sondern nur getrennt recycelt werden. Gleiches trifft auf viele Dosen, Becher und Schachteln zu“, war von Sponer zu hören.

Die Besucher erfuhren Interessantes und Neues und verfolgten mit großem Interesse den Verlauf der Diskussion. Trotz weit fortgeschrittener Zeit stellten sie noch viele Fragen an die Podiumsgäste.
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