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Bio, Öko oder die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln

 
Mineraldüngung und Ernte im Wandel der Jahre. Der Zustand "wann?" dürfte inzwischen erreicht sein. (Foto: Horst Koehler, Das praktische Gartenbuch, Bertelsmann 1959)
Ilsede: Groß Lafferde | Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln, so spricht der Volksmund. Wenn das jemals zutraf, dann gilt das längst nicht mehr. Die Spezies dummer Bauer ist ausgestorben. In einer Zeit, wo sogar betriebswirtschaftlich versierte Landwirte um ihre Existenz kämpfen, gab es für "dumme" Bauern keine Überlebens-Chance.

Landwirte können sich zwischen konventioneller Produktion oder dem Bio-Öko-Anbau mit allen zur Verfügung stehenden Facetten entscheiden.
Merkmale:

Konventionell
: Relativ große, sichere, qualitativ einwandfreie Erträge durch Einsatz von Mineraldüngern, Fungiziden und Pestiziden; relativ hohe Umweltbelastungen; ökonomische Arbeitsabläufe; verhältnismäßig niedrige Erzeugerpreise.
Bio: mengenmäßig geringe Ernten; wenig Umweltbelastung; sehr starke Qualitätsschwankungen (je nach Witterung und Aufkommen an Schadorganismen); hoher Arbeitseinsatz; hohe Erzeugerpreise.

Ob Bio-Erzeugnisse gesünder sind als konventionelle, ist eine Glaubensfrage. Der Glutamin-Allergiker wird bei beiden Produkten dieselben Probleme haben. Außer Zweifel steht, dass pilzbefallenes Getreide oder von Mutterkorn durchsetzter Roggen nicht gerade gesund ist.

Spritzmittelrückstände halten sich dank intensiver Forschung und strenger Anwendungsvorschriften in Grenzen. Da Spritzmittel sehr teuer sind, wird der verantwortungsvolle Landwirt schon aus betriebsirtschaftlichen Erwägungen nicht mehr als unbedingt notwendig ausbringen.

Was macht der arme Bio-Öko-Bauer, der nicht spritzen darf, wenn seine Kartoffelpflanzungen von Krautfäule befallen sind und er nur noch unansehnliche, stinkende Kartoffeln erntet? Wer sammelt die in großen Mengen auftretenden Kartoffelkäfer ab? Wer beseitigt die Kohlweißlingsraupen, die den Kohl zerfressen und verkoten? Wie bekämpft er die Zwiebelfliege oder den Pilzbefall des Getreides? Wie wird er der Mäuseplage Herrr? Wer kauft ihm verschorfte Äpfel oder madige Kirschen ab? Was macht er mit verwurmten Mohrrüben, von Bortrytis befallenen oder von Nematoden zerfressenen Erdbeeren? Der Beispiele gibt es viele.
Wenn diese Probleme bei den relativ geringen Öko-Erträgen nicht in den Griff zu kriegen sind, kann das zum Ruin des Landwirts führen. Das mag für ihn persönlich eine Katastrophe sein, aber Gott sei Dank gibt es genügend konventionell arbeitende Landwirte, die solche Produktionsausfälle ausgleichen können.

Jeder soll nach seiner Facon selig werden, d.h. jeder darf essen, was er will und was ihm schmeckt. Jedoch ist die allgegenwärtige Bio-Öko-Kampagne sehr zu hinterfragen. Sie suggeriert gesunde Kost und Umweltverträglichkeit, ist in Wirklichkeit aber eine ideologisch geprägte Geschäftemacherei. Sie kann weder die Welt retten, noch die anwachsende Menschheit ernähren.

Auf längere Sicht führt die Bioproduktion ihr Ende selbst herbei:
Pflanzen brauchen, wie jedes Lebewesen, für gesundes Wachstum ausreichend Nährstoffe. Diese werden durch jede Ernte dem Kreislauf entzogen, gelangen nicht wieder zurück und müssen deshalb ständig ersetzt werden. Bei den Biobauern geschieht das wegen fehlender Minaraldüngung vermutlich nur in unzureichendem Maße. Wo soll genügend Naturdünger (Humusdünger) herkommen, wenn wegen ausgelaugter Böden die Pflanzen nur noch kümmerlich wachsen? Das Perpetuum mobile ist noch nicht erfunden.

In früheren Zeiten versuchte man der Bodenverarmung durch die Dreifelderwirtschaft, der Humusdüngung (Mist, Plaggen) und dem Jauchen Herr zu werden.

Erst dem Chemiker Justus von Liebig (*1803 +1873) gelang die Wende. Der von ihm entwickelte Kunstdünger (Superphosphat) führte zu wesentlich höheren Erträgen. Die von den Öko-Fans verteufelten diversen Kunstdünger sind, wenn sie umweltbewusst eingesetzt werden, in Wirklichkeit ein Segen für die Menschheit.

Laut Liebigschem Gesetz vom Minimum richtet sich das Wachstum einer Pflanze immer nach demjenigen Hauptnährstoff, der am geringsten vorhanden ist. Reicht z. B. das vorhandene Kali nur zur Erzeugung von 1 kg Möhren, dann kann zentnerweise Stickstoff vorhanden sein, die Ernte wird dadurch nicht größer.

Pflanzen brauchen für ihre Entwicklung 10 Grundstoffe (Elemente):
Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Kali, Phosphor, Kalk, Schwefel. Eisen und Magnesium. Hinzu kommen noch zahlreiche Spurenelemente (z.B. Bor, Kupfer, Zink).
Hauptnährstoffe der Pflanze sind Stickstoff, Kali, Phosphorsäure und Kalk. Ohne Sie geht nichts. An Wasser, Sonne und Bodenbearbeitung darf es selbstverständlich auch nicht mangeln.

Die Erkenntnis daraus ist:
Pflanzliche Lebensmittel bester Qualität lassen sich nur erzeugen, wenn alle Komponenten optimal zusammenspielen. Nur aus gesunden Pflanzen ohne Mangelerscheinungen können gesunde, hochwertige Lebensmittel entstehen.
Das aber ist beim derzeitigen Stand der Dinge in der herkömmlichen Landwirtschaft eher machbar als bei der sogenannten Öko-Produktion.

Fazit:
Kein Licht ohne Schatten!
Wir Verbraucher sollten uns durch lauthals hinausposaunte Parolen nicht beeindrucken lassen und nicht jedem Trend hinterherlaufen. Wichtig ist, objektive Informationen einzuholen und diverse Meinungen zu sondieren.
Wer den eigenen gesunden Menschenverstand bemüht, dem wird es gelingen, die Spreu vom Weizen zu trennen.
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7 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 10.06.2017 | 00:19  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.06.2017 | 04:49  
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Gerd Szallies aus Laatzen | 10.06.2017 | 11:37  
4.571
Peter Müller aus Wallersheim | 10.06.2017 | 14:19  
1.070
Wilhelm Heise aus Ilsede | 10.06.2017 | 22:16  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 11.06.2017 | 07:58  
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Heike F. FRANK aus Bielefeld | 11.06.2017 | 09:04  
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