Kindheitslexikon: Architektur in Kölleda und Mitteldeutschland

Am Wilhelm-Pieck-Ring, dem typisch sozialistischen Neubauviertel am Ostrand der Stadt. Der Name wurde vergeben nach dem ersten Staatsoberhaupt der DDR. (Technische Anmerkung: Diese Aufnahme entstand im Frühjahr 1992, nachdem wir unseren ersten Farbfotoapparat gekauft hatten. Sie dokumentiert jedoch exakt bis ins letzte Detail den Zustand der 1980-er Jahre.)
Architektonische Stilelemente, die mir in meiner Kindheit besonders gut gefielen (und auch heute noch):
Fachwerkhäuser.
Jägerzäune.
Umgebindehäuser.
Die Gründe für das Gefallen lagen vermutlich in dem Lokalkolorit und der Rustikalität dieser Bauelemente.


Jugendstilfassade: Das Haus Salzstraße 14 in Kölleda weist eine Jugendstilfassade auf.


Klassizismus-Haus: Anwesen Roßplatz 39 in Kölleda. 1797 errichtet. Klassizistisches Treppenhaus von unten bis oben durchgehend. 20 Ofenplatten im Flur angebracht.


Drei sehenswerte Klinkersteinbauten gibt es in einem Bereich der Kölledaer Bahnhofstraße.
Ein zweistöckiges, gelbes Gebäude, das sich dem ehemaligen Postgebäude unmittelbar in nördlicher Richtung anschloss. Nur ungefähr 20 Meter entfernt in Richtung Bahnhof, auf derselben Straßenseite, beim Eingang August-Feine-Straße Südseite, ein einstöckiges rotes Haus. Und schräg gegenüber, zwischen Hopfendamm und Schillerstraße, ein zweifarbiges Haus. Alle drei Gebäude wurden rein privat zu Wohnzwecken genutzt.


Gelbe Dachziegeln: Nicht untypisch für die gesamte Region im Umkreis von 100 Kilometern waren gelbe Dachschindeln. Auch wenn natürlich Rot die ganz dominierende Farbe bei der Dacheindeckung war, sah man so etwas durchaus öfters mal im Landstrich.
Das überübernächste Haus vom Postgebäude in der Bahnhofstraße aus Richtung Stadtinneres war ein Beispiel dafür.
Auch das letzte Haus auf der Südseite der Karl-Marx-Straße/Ecke Gebösestraße hatte während meiner Kindheit eine hafergelbe Eindeckung.
Außerdem glaube ich mich zu erinnern, dass in der Kölledaer Goethestraße in den Achtziger Jahren ebenfalls ein Haus mit gelben Schindeln eingedeckt wurde. Es befand sich in der Mitte der Nordseite der Straße, da wo die Straße einen "Knick" macht.


Der "Gang": Eine Art "Indiana Jones"-Mythos existierte in der Heimatgeschichtsforschung unserer Stadt. Er handelte von einem angeblich existierenden, geheimen unterirdischen Verbindungsgang. Welcher angeblich im fünf Kilometer entfernt liegenden (!) Schloss Beichlingen begann und im Kloster, dem ältesten Gebäude Kölledas, endete. Soweit die Legende.
"Der Gang" war lange Jahre eine Art heiliger Gral unter heimatgeschichtlich interessierten Insidern. Auch kam es immer mal wieder vor, dass mit archäologischen Tätigkeiten befasste Studenten von außerhalb, die in der Region irgendwelche ausbildungsbezogenen Ferialarbeiten verrichteten, begeistert "aufschrien": "Wir haben 'den Gang' entdeckt!" Allerdings stellte sich die vermeintliche sensationelle Entdeckung stets als irgendetwas Anderes heraus.
Ob dieser legendenumwobene "Gang" überhaupt jemals existierte, konnte meinem Wissen nach niemals wirklich gesichert bewiesen werden.
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