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Karl der Große fand den heiligen Ort Mudisa (heute Misburg) nicht

Hannover: Misburg | Ein geschichtlicher Beitrag vom Historiker und Chronisten Juan Carlos Blanco Varela (Zeremonienmeister der Bruderschaft der Mudzborgh), mit der Unterstützung des Publizisten und Chronisten Wolfgang Illmer (Gran Canciller der Bruderschaft der Mudzborgh), „ist Misburg die Wiege der Zivilisation im Raum Hannover?“, wir berichten über eine der ältesten Siedlung Norddeutschlands, Misburg im Jahr 250 n. Chr. als MUDISA von den Thüringern gegründet. Seit der Schlacht an der heutigen Anderter Schleuse im Jahr 528, wurde MUDISA eine sächsische Siedlung, heiliger Ort der Stammesversammlung der Fürsten, das Althing. Mudisa ist das sagenhafte „Marklo", Misburg ist das Kerngebiet der sächsischen Sprache, im Raum Hannover.

Wie wir bereits berichtet haben, hinterließen die Sachsen nichts Schriftliches, vieles was ich hiermit berichte, habe ich durch Recherchen in den Auszügen der fränkischen Reichsannalen erfahren, die mir sehr geholfen haben, vieles über die Sachsenkriege ab dem Jahr 772 n. Chr., wiederzugeben.

Karl der Große hatte den festen Willen, mit Gewalt das Land der Sachsen in einem Missionierungskrieg zu erobern und zu christianisieren. Karl holte sich die Genehmigung in der Versammlung von Worms, gleich danach startete er sofort seinen heiligen Feldzug und ging mit seinem Heer in Richtung der Festung Eresburg vor.

Bereits ab dem Jahr 770, bereiteten die Franken die Eroberung Sachsens vor. Sie schickten Missionare, die Spionagetätigkeiten für die Kirche und für die Franken ausübten. Der bekannteste war der Angelsachse Mönch Lebuin. In seinem Bericht „Vita Lebuine", erzählte er vieles über das Volk der Sachsen, über ihre Kultur und Ritualen, dabei stellte er immer so viele Fragen, dass er sich damit verdächtig machte, die Sachsen trauten ihm nicht, er wurde für ein Spion gehalten. Lebuin erzählte viel über die sagenhafte Siedlung Mudisa, er hatte viel darüber gehört, wusste aber nicht wo sie lag? Er konnte nicht erfahren, das Mudisa gleichzeitig der heilige Ort Marklo der Sachsen war. Er wurde in die Irre geführt, damit er nicht erfahren konnte wo die Siedlung Mudisa sich befindet. Ihm wurde erzählt, Marklo liegt in der Nähe der oberen Weser. Tatsache ist, das der Frankenkönig Karl der Große viel Informationen über das Land der Sachsen durch die Missionare wie Lebuin erhielt, sodass er zwei Jahre später in der Lage war, mit seinem Missionierungskrieg, die Eroberung Sachsen zu starten.

Gleich nach der Versammlung der Franken in Worms, begab sich Karl mit seinem großen Heer nach Sachsen, und griff als erstes die Festung Eresburg an, gelangte bis zum Irminsul und zerstörte dieses Heiligtum der heidnischen Sachsen. Später in der Nacht schlichen sich die Sachsen heimlich an die Trümmerstätte und vergruben die Reste (was noch übriggeblieben war, etwa 110 Jahre später wurden diese bei Corvey gefunden). Eine Gruppe von Sachsen wollten das Heiligtum nach Hildesheim überführen, an dem heutigen Ort Irmenseul (bei Hildesheim), sie sind aber von einer Truppe fränkischer Soldaten entdeckt worden. Es gab mehrere Tote und die Franken behielten die Oberhand und brachten selbst die Trümmer nach Hildesheim. Nach überlieferten mündlichen Berichten wurde erzählt, dass das heilige Irminsul eine Säule gewesen sein sollte mit der Statue des Irmin (Hermann der Cherusker). Sie sollte an dem südlichen Ortsausgang der Gemarkung Heiligen Holz an der Börnhöhe gestanden haben! Es wird auch erzählt, dass Papst Leo III. diesen heiligen Ort, wo der Irminsul gestanden hatte, im Jahr 779 besuchte, als er nach Paderborn reiste.

Die Franken stellten in den eroberten Gebieten der Sachsen folgende Reichsstrukturen:
Hinter dem starken und siegreichen Heer der Franken folgten die Bischöfe und Mönche, sie bauten in den eroberten Sachsengebieten Kirchen und Klöster. Kaum waren die Truppen der Franken außerhalb Sachsens, führten die Sachsen sofort ihre alten heidnischen Bräuche und Einrichtungen wieder ein. Die verhassten neuen christlichen Kirchen und Klöster wurden niedergerissen und gingen in Flammen auf.

Hier an dieser Stelle möchte ich etwas über den Freiheitskämpfer Fürst Widukind von Westfalen erklären:
„Widukind, sein Name bedeutet so viel wie „Wotansohn", er war als Sohn Wotan geboren, seine Vorahnen sind aus Skandinavien nach Mudisa gekommen. Ein Teil der Sippe (Verwandschaft) ist in der Völkerwanderungszeit nach Westen gezogen. Sie haben sich in das neue Stammesgebiet Wildeshausen (am Einfluss der Hunte in der Weser) niedergelassen, während ein Teil der Sippe in Mudisa blieb, Widukind besuchte als Kind öfters seine Verwandten, Nachfahren der Sippe in Mudisa. Mudisa war auch die Siedlung, wo er während des Blutsgerichts von Verden an der Aller, sich versteckt hielt, der Edelste aller Sachsenfürsten fühlte sich hier in Sicherheit und verborgen."

Mit der Zerstörung des Irminsul, hat Karl die Sachsen mitten ins Herz getroffen. Das ärgerte die Saxnot-Söhne, die sich für einen Verteidigungskrieg gegen die Aggressoren erhebten. Alle Sachsen-Fürsten trafen sich auf einer Sonder-Stammesversammlung in Mudisa ein, sie wollten versuchen, den Angreifern die Stirn zu bieten. Die drei wichtigsten Fürsten waren bei diesem Althing und stellten sich zur Wahl als Kriegsanführer. Bruno von Engern, Hassio von Ostfalen und Widukind von Westfalen. Es wurde per Los gewählt und Widukind der edelste Stammesfürst wurde als der Kriegsanführer aller Sachsen bestimmt. Die Sachsen waren bereit, um die Freiheit und um das eigene Land, das heilige Land ihrer Väter, dem kämpferischen Widukind zu folgen und bis zum Tod zu kämpfen.

Es gab mehrere Kampfhandlungen. Die Franken rückten vor und hatten viel Verluste zu verkraften aber die Überlegenheit der Franken war groß. Karl der Große wollte unbedingt den heiligen Ort Mudisa finden und zerstören, er fand MUDISA nie, er ist ganz dicht dran vorbeigezogen, bog aber letztendlich Richtung Westen ab, Richtung Paderborn. Im Jahr 777 war sich Karl der Große ganz sicher, dass er die Sachsen ganz besiegt hatte und dass sie sich unterwerfen würden und ihn als König huldigen. Deshalb berief er einen Reichstag in Patallbrun (Paderborn) ein. Es war sehr gewagt, mitten im Herzen von Sachsen einen Reichstag zu halten, hier sollten die Fürsten niederknien und sich taufen lassen (auch die Langobarden) sowie dem König ewig Treue schwören. Die Fürsten Hassio und Bruno sowie andere Adlige, huldigten Karl als ihren König, schwörten niederkniend unter dem Schwert ewige Königstreue und ließen sich taufen. Damit begann die Integration der Heiden in der christlichen fränkischen Kultur.

Doch Karl war richtig verärgert, der wichtigste Fürst Widukind, hatte diesen Reichstag einfach ignoriert, er blieb einfach fern, er wollte sich dem König der Franken nicht beugen und er würde mit den noch verbliebenen treuen Sachsen seinen Freiheitskampf weiterführen. Das Fürst Widukind nicht bei der Huldigung dabei war, machte den König der Franken sehr wütend, alle versuchten Karl den Großen zu beruhigen und diese peinliche Programmpanne zu erklären: „Im Bewusstsein seiner vielen Übeltaten sei er vor dem Angesicht des Königs geflüchtet, weil er als einziger nicht mit dessen Großmut hätte rechnen dürfen", die anderen sächsischen Standesgenossen bestätigten diese Aussage und Karl wurde damit etwas beruhigt sodass die Unterwerfung mit der Taufe normal weiter ging. Alle Sachsen erwarteten damit das Karl sein Wort hält und das alle die ihm die Treue geschwört haben danach in den fränkischen Adel je nach Stand aufgenommen würden.

Der König der Franken hatte sich geirrt, die Sachsen erlitten viele Niederlagen, noch waren sie aber längst nicht ganz besiegt. Widukind befand sich sicher und verborgen in der Siedlung MUDISA (Misburg), von dort bereitete er sich für einen neuen Aufstand gegen die Invasion der Franken vor. Im Jahr 778 kämpfte sich Widukind bis fast zu den Toren von Köln vor. Widukind hatte erfahren, das Karl der Große im Frühjahr 778 mit einem großen Heer in Richtung Spanien unterwegs war um gegen die Sarazenen zu kämpfen. Dort hatte Karl keinen Erfolg. Er überquerte mit seinem großen Heer die Pyrenäen bei St. Jean-Pied-de-Port, marschierte bis zum Fluss Ebro und belagerte die Stadt Caeser Augusta (Saragossa). Es dauerte nicht lange, da gingen die Verpflegungen aus (Karl hatte sich nicht gut vorbereitet). Er musste die Zelte abbauen und den Rückzug vornehmen und kam bis Pampilonia (Pamplona), zerstörte die Stadtmauern und ließ die Stadt durch seine Truppen plündern. Damit machte sich Karl die Basken zum Feind.
(Fortsetzung folgt)
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 22.02.2018 | 18:31  
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