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Ist Misburg die Wiege der Zivilisation im heutigen Raum Hannover

Hannover: Misburg | Bruderschaft der Mudzborgh.
Um die interessierten Leser zu informieren wie wichtig die Geschichte Misburgs für die Entwicklung von Lebensformen, Siedlungsbildungen in Norddeutschland gewesen ist und welche Bedeutung historische Momente Misburg im Laufe der Zeit erlebt hat, vermittelt uns unser Bruder Juan Carlos Blanco Varela folgenden Beitrag:
Ein Beitrag der Bruderschaft der Mudzborgh, um die historische Bedeutung Misburgs in der Region Hannover seit Anfang der Besiedelung von Menschen darzustellen. Diese Aufstellung von vergangenen Tatsachen sind die Ergebnisse von vielen Recherchen, die in wenigen hinterlassenen Spuren entdeckt und gedeutet wurden, von den historischen Chronisten Wolfgang Illmer und Juan Carlos Blanco Varela, in 5 Jahren intensiver Arbeit, um die Chronik Misburg zu schreiben und zu verfassen.

In der Eiszeit kamen die Rentierjäger zu uns nach Misburg

Der Bericht beginnt in der Zeit vor 12.000 Jahren, damals kamen die Rentierjäger in unser Gebiet um Misburg. Es geschah immer in der Sommerzeit, denn nur im Sommer war es möglich in unserer Gegend zu überleben. Es gab genug Sammelmöglichkeiten und es war genug Wild vorhanden. Aber bevor der Winter kam mussten die Rentierjäger sofort mit ihren Herden weiterziehen.

Erst in der Jungsteinzeit ergab sich die Möglichkeit hier zu bleiben. Das Klima hatte sich wesentlich verändert, dadurch ergaben sich Möglichkeiten sich in unserem Gebiet niederzulassen.
Es begann ein Einstieg in eine neue Lebensform. Lebensbedingungen für die Besiedelung von Menschen waren vorhanden. Sie ergaben sich etwa 5000-1700 vor Christus. Denken wir zurück, etwa 9000 Jahre vor unserer Zeit war die Eiszeit vorbei, die riesigen Gletscher gingen durch die Klimaveränderung rasch zurück, es wurde wärmer. Aber die Gletscher hinterließen eine Endmoräne die sich danach in ein Moor und Sumpfgebiet verwandelte, dadurch ergaben sich die neuen Lebensbedingungen, die eine Besiedelung in das Gebiet um Misburg durch den Menschen zuließ.

In Misburg sind Spuren von Siedlungen und Funde entdeckt worden (Am Seelberg), die beweisen, das sich vor 7000 Jahren Menschen in unserem Gebiet niedergelassen hatten, das ist somit auch ein Beweis, dass die Ansiedlung von Menschen im Raum um das heutige Hannover in Misburg begann. Man kann mit Sicherheit sagen, Misburg ist die Wiege der Zivilisation zwischen Aller und dem Deistergebirge.
Dann kam die Erfindung des Hackenpflugs, der die Lebensbedingungen der Menschen wesentlich erleichterte, eine Revolution der Technik, damit konnten die Felder leichter bestellt werden und durch die Nutztierhaltung wurden die damaligen Menschen sesshafter.

In der Bronzezeit (1800-750 v.Chr.) fanden auch bei uns Bestattungen statt. Damals wurden die Toten in Grabsteingräber oder in Hünengräber bestattet. Die Sippen wurden größer, somit auch die Siedlungen. Im Wald (Nordwald) wurde gerodet, um größere Felder zu erschließen. Das Gebiet um Misburg war damals ein fast uneindringliches Moor/Sumpfgebiet.
Etwa 700 v. Chr. begann bei die Eisenzeit, die Siedler entdeckten das „Sumpferz" oder auch Raseneisenerz genannt. Ein wichtiges Baumaterial für die Herstellung von Waffen, Utensilien zum Jagen und auch Werkzeuge des täglichen Bedarfs. Fundstellen von Raseneisenerz findet man noch heute im Misburger Wald.

Auszug aus der Chronik Misburg 2012:
„Erst seit dem 8. Jahrtausend vor unsere Zeitrechnung sind Spuren von Siedlungen gefunden worden. Eine heute abgegrabene Düne am Seelberg in Misburg ist in Hannovers Umgebung der Hauptfundort für diese Zeit. Hier wurden Feuersteingeräte der ausgehenden Altsteinzeit und Kleingeräte, ebenfalls aus Feuerstein, sogenannte Mikroliten, der beginnenden Mittelsteinzeit ausgegraben".
Auch Karl-Hans Hauptmeyer, schrieb in Geschichte Niedersachsen: „Die Verhüttung von Eisen setzte etwa 750 v. Chr. ein. In unserem Gebiet und um das Leinetal war das Raseneisenerz unter einer dünnen Bodendecke und wurde vor Ort verarbeitet".
Schriftlich belegt sind die Berichte vom Heimatforscher Anton Scholand. Er schrieb ausführlich in einer Chronik vom Jahr 1927 über Funde aus der Jungsteinzeit im Misburger Wald. Zum Beispiel befand sich ein Feuersteinbeil lange im Besitz vom Misburger Hofbesitzer Knauer (Hof Nr.1).

Die Ankunft der ersten Germanen im Moor- und Sumpfgebiet,
ein Paradies inmitten des Nordwaldes.

Etwa in der Zeit 2000 v. Chr. setzten sich viele Stämme, die in Sibirien beheimatet waren, auf eine lange Wanderschaft ins Ungewisse, auf der Suche nach neuen und besseren Lebensbedingungen. Eine Wanderschaft durch den Superkontinent Eurasien.
Mit der Hoffnung, bessere Lebensverhältnisse zu bekommen, nahmen sie einen gefährlichen Kampf gegen die Naturkräfte in Kauf, um das Überleben und die weitere Entwicklung der Stämme zu garantieren. In einer Zeit in der große Teile Europas eisfrei waren. Griechen, Kelten, Iberer, Italica und Germanen begaben sich auf eine Odysse, eine riesige Menschenwanderung in Richtung Europa, immer Richtung Süden und Westen.

Die Germanen die zu uns kamen, wählten den schwierigen und gefährlichen Weg über Nordeuropa und kamen immer Richtung Westen durch das heutige Polen. Etwa nach 1500 Jahren Wanderschaft, befanden sie sich in dem Gebiet zwischen Elbe und Weser. Erst etwa 300 Jahre vor unserer Zeitrechnung, tauchten sie im Nordwald, in der Nähe des Leinetals auf. Sie entdeckten die schöne Naturlandschaft zwischen Aller und Leinegebiet. Sie waren begeistert und entschlossen sich hier niederzulassen.

An tiefen, unheimlichen und dichten Wäldern, die vor Nässe trieften, waren sie vorbeigekommen, um inmitten des Nordwaldes, in der Nähe des Leinetals, das langersehnte Paradies zu finden, das sie seit vielen Generationen suchten. Es waren die Germanen-Stämme der Bruckterer, Angrivarier, Chauken und Cherusker, die sich in dieser Natur-Oase von Moor und Sumpf zwischen einem ausgestreckten Nordwald, der Schutz für die weitere Entwicklung der Stämme bot, niederließen. Hier fanden sie die besten Lebensbedingungen, die sie lange gesucht hatten. Endlich waren sie in dem Land der Götter gelandet, es gab Wasser, Flora und Fauna im Überfluss. Eine wunderschöne göttliche Landschaft, ein Paradies wo sich die Götter wohl fühlen müssen. Sie gaben unserem Gebiet den schönsten, göttlichen Namen „MUDISA" (Sumpfgöttin), in ihrer indogermanischen Ursprache. In der Teilung der Landkarte der Besiedelung von Germanen, haben sich die bei uns Niedergelassenen als Elbgermanen eingestuft.

Die Römer haben die Germanen-Stämme einfach Barbaren genannt. Man muss gestehen, das die Römer alle Barbaren genannt haben, die eine andere Lebensart als sie hatten. Das war aber nicht korrekt, die Germanen hatten eine andere Kultur als die damalige Weltkultur des Imperium Romanum. Sie hatten eine eigene Kultur, die damals für die Römer total fremd war.

Tacitus Publius Cornelius, der römische Schriftsteller der Zeit, hatte im ersten Jahrhundert n. Chr. über die Germanen folgendes berichtet:

„Die Germanen bauten ihre Hütten aus Holzpfählen und Lehm (in MUDISA, waren diese Baustoffe reichhaltig vorhanden). Tiere spielten eine große Rolle im Leben der Germanen. Ganz wichtig waren die Frauen, die „Heb-Ame" (Hebamme) wurde wie eine Göttin verehrt."
Tacitus Publius Cornelius (58-120 n. Chr.) ist im gleichen Jahr geboren, als Nero Kaiser von Rom wurde. Er schrieb in seinem Buch „Germania" über die germanische Lebensart. Heute wissen wir, vieles war nicht real, sondern Erfindungen. Viele Sagen und Überlieferungen die nacherzählt wurden, waren öfters Übertreibungen. Die Germanen haben leider nichts Schriftliches hinterlassen. Alles über sie wurden von den Griechen und Römer geschrieben.

Galenus, ein bekannter römischer Arzt (griechischer Abstammung), hat ein klares Profil der Germanen geliefert:
„Der neugeborene Junge wurde in Eiswasser gebadet, damit er Härte bekommt. Für die Germanen waren die Moore (wie auf Mudisa) mystische Orte, hier wurden Opfergaben im Moor versenkt. Sie glaubten an die Sumpfgöttin im Moor, es war die Göttin , die die Erde beherrschte. Für die Götter wurden aber keine Tempel gebaut. Die Germanen glaubten fest daran, dass die Götter nicht eingeschlossen werden wollten."

Heute wissen wir, auf MUDISA wurden viele Tiere, hauptsächlich Ochsen, den Göttern im Moor versenkt. Pfahlgötzen wurden in dem heutigen Altwarmbüchener Moor gesetzt, um die entsprechenden Götter gutzustimmen.

Fortsetzung folgt



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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 15.02.2018 | 20:03  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 15.02.2018 | 20:04  
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Gerd Szallies aus Laatzen | 17.02.2018 | 09:51  
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