Anzeige

Mittelschulkonzept der Staatsregierung nicht mehr als ein Schnellschuss, Marke „Realschule Light“

v.l.n.r.: Eva Gottstein (bildungspolitische Sprecherin), Dirk Oberjasper (Pressesprecher), Günther Felbinger (Mitglied im Bildsausschuss); Foto:al
Die Freie Wähler Landtagsfraktion kritisiert anlässlich der ersten Lesung zur Änderung des Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) in dieser Woche Vorgehensweise und Inhalte des von der Staatsregierung vorgelegten Gesetzentwurfs. Während der parlamentarische Weg noch im Anfangsstadium steckt, müssen draußen vor Ort in den Kommunen bereits weitreichende Beschlüsse gefasst werden. Dabei sind die Rahmenbedingungen bisher weder bekannt noch gesetzlich festgezurrt. Die Kommunen kaufen momentan eine „Katze im Sack“!

Die Freie Wähler Landtagsfraktion setzt sich dagegen seit langem für die Weiterentwicklung der Hauptschulen im Freistaat ein. Den Schülern sollen wieder Kernkompetenzen wie Rechnen, Schreiben, Lesen, Ordnung, Pünktlichkeit und Werte vermittelt werden - mit dem Ziel, den derzeit erschreckend hohen Anteil von 20 Prozent nicht ausbildungsfähiger Schulabsolventen rasch auf ein erträgliches Maß zurückzuführen. Das Mittelschulkonzept der Staatsregierung greift dagegen zu kurz: „Realschule Light“, große Schulverbünde, lange Wege für kurze Beine – Wohnortnähe? Fehlanzeige!

Gezielte Stärkung der Hauptschulen statt bildungspolitischem Chaos - Der Zehn-Punkte-Plan der Freien Wähler:

1. Erhalt wohnortnaher, überschaubarer Schulen - die Schule muss im Dorf bleiben

2. Kein unnötiger Schülertransport in anonyme Schulzentren

3. Verbesserung der Rahmenbedingungen: mehr Lehrer, kleinere Klassen

4. Keine starre Budgetierung der Lehrerstunden, sondern Orientierung an den örtlichen Gegebenheiten

5. Verstärkte individuelle Förderung in kleinen, überschaubaren Gruppen

6. Stärkung der sozialen Kompetenzen der Schüler durch Ausbau des Ganztagsangebotes

7. Regelschulzeit von zehn Jahren, um möglichst viele Mittlere Schulabschlüsse, möglichst wenig Schulabbrecher und die Ausbildungsreife aller Schüler zu gewährleisten

8. Profilschärfung der Mittelschule durch verstärkte Kooperation mit der Berufsschule, der örtlichen Wirtschaft und der Agentur für Arbeit für eine praxisorientierte Ausbildung

9. Weiterentwicklung aller Hauptschulen in Mittelschulen; kein Nebeneinander von Hauptschulen und Mittelschulen

10. Keine unkalkulierbaren Kosten für die Kommunen, sondern Planungssicherheit
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.