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Spektakulär: UR-Erdentstehung – Vulkanismus - Endlosmoderne mit STIL und ETOE (Teil 4)

VULKANE gehören zu den imposantesten Erscheinungsformen geologischer und geodynamischer Prozesse, nicht nur auf der Erde, sondern auch auf anderen Planeten und ihren Monden unseres Sonnensystems. Ätna-Eruption: a&s-Malerei 29/4/10.
 
Gletscher-Vulkan EYJAFJÖLL (Eyjafjallajökull); a&s-Malerei W.H. 29.4.10.
 
Gletscher-Vulkan Eyjafjallajökull - malerisch. ars evolutoria-Malerei.
 
Gletschervulkan mit 3 Pferden. a&s-Malerei.
 
a&s-Mutationen zu einem Bild von Ernst Ludwig KIRCHNER: Der zersplittende „Zackenstil“ der "Brücke"-Zeit wandelte sich zu einem "Neuen Stil". Mehr zu dem Pferd-Reiterin-Bild in einem Extra-Artikel von W.H. zur Städel-Retrospektive.
 
Zur Frage "Wie man Evolution malen kann" bitte googeln. Bild aus W.H.s Symmetriewerk (1989/1998).
 
a&s-Malerei.
 
a&s-Malerei - "Pinatubo". (W.H. 29/4/10.)
 
Symmetrie eines Vulkans - a&s-Malerei.
 
Los Organos GOMERA (Basalt); mehr dazu im Artikeltext.
 
Malerischer Teide: mit 3.718 Metern die höchste Erhebung auf der Kanarischen Insel Teneriffa und Spaniens. a&s-Malerei des stillen Vulkans.
 
Astronomische Forschungszentren. Observatorium-a&s-Malerei.
 
"a&s-mutierter URKNALL" - Malerei nach einem Titelbild der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" (9/2008).
  Vulkanische Katastrophen können die menschliche Bevölkerung direkt und indirekt betreffen: Durch Zerstörungen nahe einem aktiven Vulkan, oder aber durch globale klimatische Veränderungen und Aschenfall; siehe das Beispiel des Gletscher-Vulkans EYJAFJÖLL (Eyjafjallajökull). Vor Jahren überraschten uns Katastrophen des Seebebens, das den TSUNAMI vom 26. 12. 2004 ausgelöst hat.

Die Geschichte der Erde ist eine Aneinanderreihung von immer neuen evolutionären Kreationen und Schöpfungen auf der Suche nach Perfektion und Arterhaltung. Oft auch mit Katastrophen verknüpft. In stetem auf und ab des Klimas wechselten Eiszeiten und Warmphasen. In der Altsteinzeit/Eiszeit enentwickelte anthropogene Evolution die KUNST: eine Ur-KUNST-Kultur - Evolutionisierung zu einer Ur-ÄSTHETIK. Vgl. mehr in http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2...

In prähistorischer Zeit beeinflussten mächtige Vulkanausbrüche sogar den Gang der Evolution. So veränderte anhaltender Supervulkanismus vor über 200 Millionen Jahren das Klima. Ursache des ausufernden Vulkanismus war das Auseinanderbrechen des Superkontinents Pangäa, in dem sich bis dahin alle Landmassen der Erde vereinten. Aus den entstandenen Klüften flossen gewaltige Lavaströme. Diese Phase von Supervulkanismus dauerte etwa 600 000 Jahre.

Der Agnostiker Charles Darwin formulierte in seinem „Ursprung der Arten“: „Es ist wahrlich eine großartige Ansicht, dass [...], während unser Planet den strengsten Gesetzen der Schwerkraft folgend sich im Kreise geschwungen, aus so einfachem Anfange sich eine endlose Reihe der schönsten und wundervollsten Formen entwickelt hat und noch immer entwickelt." Vor Außerirdischen warnte gerade der britische Astrophysiker Stephen Hawkins: Das Universum habe 100 Milliarden Galaxien mit hunderten Millionen Sternen. Die Erde könne nicht der einzige Planet sein, auf dem es Leben gibt. Sie könnten über die Ressourcen der Erde herfallen und weiterziehen. („Discovery Channel“)

In einem größeren Kontext ist die Entstehungsgeschichte der Erde mit der Geschichte des Universums und unserer Heimat-Galaxie - der Milchstraße - im Allgemeinen sowie mit der Geschichte unseres Sonnensystems im Besonderen verknüpft. Die Frage nach der Entstehung der Erde bzw. der WELT beschäftigt die Menschheit schon seit vorgeschichtlichen Zeiten. Verschiedene Kulturkreise brachten zahlreiche SCHÖPFUNGs-Mythen, wie zum Beispiel die der Bibel (1. Buch Mose – „Genesis“) hervor.

Bei allen evolutionären Veränderungen spielte allerdings keine „Gotteshand“ oder bislang ein etwaiger menschlicher Einfluss eine Rolle. In meinem Zeitstrahl der Evolution seit dem Urknall (vgl. ETOE-Bildergalerie) wird die Erdentstehung nicht differenziert dargestellt. Zum größten Gesteins-Planeten des Sonnensystems mit größter Schwerkraft und Ozeanen entwickelte sich die Erde.

Erst im Laufe von Jahrmilliarden und nach vielfachen Umgestaltungen bildete sich die uns heute bekannte Ordnung von Galaxien und Planetensystemen, indem sich Materie durch Gravitation und Zentrifugalkraft in bestimmten Systemen bündelte und ordnete. An die Erde-Vorgeschichte werden wir durch VULKANISMUS auf der Erde erinnert: Es wird angenommen, dass als Vorläufer unseres Sonnensystems zunächst ein gigantischer Sonnen-Nebel (siehe „Sonnenwolke“, „Gasstaubwolke“, „Sternenstaub“) bestand, der vor 4,6 bis 4,7 Milliarden Jahren durch seine Gravitation kollabierte. Ein Zusammenziehen im Zusammenspiel mit der Schwerkraft, die Materie entlang elliptischer Bahnen zu konzentrieren begann (…): mit Material-Akkumulation und einem Anwachsen der Gebilde – „Planetoide“ als undifferenzierte steinerne Kugeln mit Lava-Ausbrüchen allenthalben - bis hin zur Größe von PROTO-Planeten.

Die ursprüngliche UR-ERDE wuchs nach und nach, was bei wikipedia kurz nachzulesen ist: Stichworte Hadaikum, Archaikum (mit biologischer Evolution), Proterozoikum, Phanerozoikum etc. (http://de.wikipedia.org/wiki/Entstehung_der_Erde - ebenda weiter Links.) SEHR GUT zur Information; keine mystischen Animationen: http://www.youtube.com/watch?v=2yJJvZL4Dk0&feature... („Aus Sternenstaub geboren“ 3sat 2008.) Die Erde ist älter als bisher angenommen. Auch die Entwicklung vom unförmigen Klumpen zum "Blauen Planet" vollzog sich wesentlich schneller, als frühere Messungen vermuten ließen. Ein deutsches und ein französisch-amerikanisches Forscherteam konnten unabhängig voneinander das Alter der Erde neu bestimmen und die entwicklungsgeschichtlichen Epochen neu datieren.

VULKANE gehören zu den imposantesten Erscheinungsformen geologischer und geodynamischer Prozesse, nicht nur auf der Erde, sondern auch auf anderen Planeten und ihren Monden unseres Sonnensystems. Es sind verschiedene aktive Vulkane außerhalb der Erde bekannt; vgl. erloschene Vulkane z. B. auf Mars & Venus. Dass vulkanische Katastrophen die menschliche Bevölkerung direkt und indirekt betreffen können - durch Zerstörungen nahe einem aktiven Vulkan, oder aber durch globale klimatische Veränderungen und Aschenfall – machte uns aktuell der Gletscher-Vulkans EYJAFJÖLL (Eyjafjalla) sehr bewusst. Ein Medien-Spektakel (…)

"Vesuv-Hommagen" gibt es aus allen Epochen: Sie sind ein Zeugnis für die von damaligen Zeitgenossen empfundende kulturelle Potenz von Vulkanismen. Kein „literarischer Superausbruch“, dem ich mich im Rahmen der ETOE heute unbedingt nähern wollte, ist das, was GOETHE zum Vulkanismus geäußert hat: Geistig bildende Aspekte des Vulkanischen & Morphogenetischen wollte der Forscherkünstler fortschrittlich erkunden und vermitteln. Vulkandisziplinäre Neuentdeckungen schaffte er aber nicht zu kreieren. Für eine Philosophie & Ästhetik des Vulkanischen sind Goethes Beobachtungen indessen durchaus von Interesse.

Der nächste Ausbruch des VESUVs wird bestimmt kommen. Er wird – anders als der brodelnde Ausbruch des isländischen Gletscher-Vulkans EYJAFJÖLL (Eyjafjalla) mit seinen für den Flugbeitrieb gefährlichen Rauch-Asche-Wolken - sogar als "plinianischer " erwartet: Das heißt in den Dimensionen von 79 n. Chr.!

Welcher Glauben wird dann helfen können bzw. hilft heute schon, sich von derartiger tödlicher Erwartung nicht verängstigen zu lassen? Religion, Vulkanologie, Philosophie oder gar eine Ästhetik zur ETOE?

EXKURS zum Exkurs „POESIA EVOLUTORIA Painting” (PEP) – EVO-DEVO-art-poetry (EDAP)"

In diversen Anti-Kunstmarkt-Aktionen der ars evolutoria - Artikeln & Kommentaren mit Bildergalerien - rufe ich Eduard Beaucamp im WWW zur KUNST-Erneuerung durch Symmetriebruch auf: EVOLUTIONISIERUNGs-Aufruf & art & science siehe: http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2...

Ich erklärte: Meine diversen (bebilderten) Internet-Artikel sollten als Meme kulturelle EVOLUTION, d.h. „Evolutionisierung“ auch als „poesia evolutoria“ (nach Großmann-Rezension) bewirken. Mit „POESIA EVOLUTORIA Painting” (PEP) prägte ich - parallel zum Vierer-Essay ETOE – eine neue Kunstbegrifflichkeit: Eine „Inverse Kunst-Begriffs-Erweiterung des Kunstbegriffs“ (IKBE) meint PEP. In „Poesia Evolutoria Painting“ erfolgt eine UMKEHRUNG des Prozesses der Kunsterweiterung: In umgekehrten, invertierten kulturellen Mutations-Schritten evoluiert KUNST nach der großen Auflösung und Zerstörung des Kunst-Begriffs in Moderne und Postmoderne/Spätmoderne.

Von „Inverser Anti-Kunst“ (gegensätzlicher IAK; Anti-Anti-Kunst) bzw. „Inverser-Nicht-Kunst-als-Kunst-Bewegung“ (INKAKB) könne man nun sprechen, hob ich hervor: http://www.myheimat.de/gladenbach/kultur/poesia-ev...

Da es um eine Rückwärts-Wandelbarkeit der zerstörten Kunst zu innovativ-origineller neuer KUNST geht, könne auch von enantiomeren, enantiomorphe oder enantiotropen KUNSTERNEUERUNG (einem Symmetriebruch – siehe Beaucamp) gesprochen werden. Es geht um neues PAINTING („painted work of art“ – „occupation of painting), um neue PAINTER (artists who paint).

STIL statt REVITALISIERUNG durch eine 2., 3., 4., 5. (…) MODERNE - EVOLUTIONisierung durch Trans-Moderne/Ultra-Moderne:

Auf meiner Homepage steht, dass ich durch die Evolutionäre Symmetrietheorie (EST –(1) ) das „Gedankengebäude einer Neo-Renaissance und Neo-Moderne (Ultra-Moderne, Trans-Moderne) als Reanimation der Moderne“ entwickelt habe: Nerven für das Endlos-Neue – Kunsterneuerung und kulturellen Symmetrie-„Bruch“ – fordert E. BEAUCAMP in der FAZ (8.1.10). Ich verstehe mich als Multiplikator der E.B.-Initiative. Mit Potential für die Zukunft – ohne Größen-Ich und Geniekult - muss man sich als Künstler (oder Antikunst-K. & Nicht-Kunst-als „Kunst“-K.) heute immer noch zur „Fabrikmarke“ des Kunsthandels hocharbeiten, um beachtet zu werden. Dass sich ein innovativ-origineller Künstler „ständig“ über den „Stand der Moderne“ informiert, ist eine Selbstverständlichkeit. Forcierte Modernität als EVOLUTIONISIERUNGs-Merkmal im „Malerei-Stammbaum“ ist nötig. „Vorreiter einer zweiten und dritten Moderne“ titelte R.-M. Gropp (in der FAZ) sei Ernst Ludwig KIRCHNER: Ich fragte „Ist E.L.K.s Werk für das Zeitgenössische HEUTE relevant? Eine reflexive 2. & 3. Modernisierung ist wohl als kunstgeschichts-philosophisches Konstrukt zur Revitalisierung gedacht? Heinrich KLOTZ’s 2. Moderne mutierte zur Postmoderne/Spätmoderne.

Der Begriff „Zweite Moderne“ wurde nach dem angeblichen Zusammenbruch einer sogenannten alten Ordnung der Ersten Moderne vn H.K. Anfang der 90er Jahre für Kunst & Architektur der Gegenwart geprägt. Gewiss ist die „Moderne“ ENDLOS. Im Stammbaum einer Endlos-Moderne wird meine „Neue Moderne“ (Neo-Renaissance und Neo-Moderne/Trans-Moderne/Ultra-Moderne) eine wichtige EVOLUTIONISIERUNGs-Rolle spielen, da es in ars evolutoria (evo-devo-art) um STIL (Goethe) geht. Den Blick für ein STIL-Neues und die damit verbundenen Probleme zu schärfen, versucht auch mein 4teiliger ETOE-Essay.

Den Begriff EVO-DEVO-art-poetry (EDAP) kann man für „POESIA EVOLUTORIA Painting” (PEP) synonym verwenden. Seit meiner Studentenzeit erlebe ich jeden Aufenthalt auf Vulkaninseln als eine Quelle geistig-seelischer Stärkung. Beim Betreten der Inseln Sizilien und Äonischen Inseln - wie später den Kanaren (hier besonders Lanzarote) - hat mich zusammen mit EST (1) VULKANISMUS auf der Erde deren versteckter ETOE-Zauber darin zunehmend interessiert und inspiriert.

Meine Bildergalerien drücken dies mit künstlerischen Mitteln aus. Verborgene und schon bekannte Kräfte können in a&s-Bildern symbolisch sichtbar veranschaulicht werden, so dass ars evolutoria eine enorme Ausstrahlungskraft entfalten kann. In EDAP & PEP geht es um neues (KUNST)Leben, evolutionäre Kreativität und SINNvolles Zukunft-Denken; für UNSIIN sorgen leider oft törichte Kommentare.

Im 18. Jahrhundert ereignete sich sechs Jahre dauernd eine Mega-Metamorphose der Natur auf LANZAROTE: Vegetative Fauna-und Flora-Formen mit Farben wurde „übermalt“, verwandelt und in Stein gegossen/begraben. Heute noch zeigt der Fuego im Nationalpark Timanfaja den staunenden Besuchern seine glühende Kralle. Unvorstellbar wie diese katastrophale Eruption der Kanareninsel ist die Schönheit ihrer Lavastarre-Hinterlassenschaft: Formvollendete Vulkane, zerrissene Krater, samtige Magmafelder, bizarre Lava-Felsen, phantastische Steinformationen, Geröll und Asche kontrastieren Sonne/Himmel & Atlantik-Meer.

Auf Lanzarote & Ätna & Stromboli & Island- Eyjafjalla atmen Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft (Ewigkeit & ETOE).

Der griechische Philosoph ARISTOTELES war – lange vor der Kunst der Renaissance und klassischen Kunst-Moderne - in seiner „Metaphysik“ der Ansicht, dass wir die Prinzipien der Wissenschaft und deren „höchste Ursachen“ suchen müssten – eine „Grundlagen-Wissenschaft“. Er vertrat die (heute noch moderne) Meinung, dass die Welt schon ewig existieren würde und auch nie untergehen könnte. Der Philosoph habe die Aufgabe „die Wahrheit zu erforschen“. Eine Forderung, die für ars evolutoria gilt. Die Anhänger unterschiedlicher Religionen glaubten dagegen seither daran, dass eine höhere Macht das Universum zu einem bestimmten Zeitpunkt geschaffen habe.

Aristoteles sah die Zusammensetzung der Dinge so: MATERIE (Stoff“, Hyle“) und FORM („Morphe“, „Eidos“) seien die beiden konstituierenden Komponenten. In seiner Lehre des „Hylemorphismus“ ist Materie das den Dingen Zugrundeliegende; die Form könne von der Materie ausgesagt werden bzw. die Form komme der Materie zu. Vgl. mehr zum Problemkreis in (1). - ebenda in 12.7. "ars evolutoria und vernetzte, mehrdimesionale Kausalität"; zu den 4 Ursachenformen des ARISTOTELES: causa efficiens - materialis - formalis - finalis.

Auch ein KÜNSTLER habe die Aufgabe „die Wahrheit zu erforschen“, meinte GOETHE:

"Ich mag alles, was keinen Stil hat: Wörterbücher, Fotos, die Natur, mich und meine Bilder. Denn Stil ist Gewalttat, und ich bin nicht gewalttätig", sagt zwar Kunstmarkt-Star Gerhard Richter. Um ästhetische Objektivität bemüht, schrieb Goethe allerdings 1789 den Aufsatz über „Einfache Nachahmung der Natur, MANIER, STIL“: „Gelangt die Kunst durch Nachahmung der Natur, durch Bemühung sich eine allgemeine Sprache zu machen, durch genaues und tiefes Studium der Gegenstände selbst, endlich dahin, dass sie die Eigenschaften der Dinge und die Art wie sie bestehen genau und immer genauer kennen lernt, dass sie die Reihe der Gestalten übersieht und die verschiedenen charakteristischen Formen neben einander zu stellen und nachzuahmen weiß: dann wird der STIL der höchste Grad wohin sie gelangen kann; der Grad, wo sie sich den höchsten menschlichen Bemühungen gleichstellen darf. Wie die einfache Nachahmung auf dem ruhigen Dasein und einer liebevollen Gegenwart beruhet, die MANIER eine Erscheinung mit einem leichten fähigen Gemüt ergreift, so ruht der STIL auf den tiefsten Grundfesten der Erkenntnis, auf dem Wesen der Dinge, in so fern uns erlaubt ist es in sichtbaren und greiflichen Gestalten zu erkennen.“

Zu einem typischen Manierismus-Beispiel siehe das Phänomen Neo RAUCH. Kommentare/Offener Brief von mir: SZ http://www.sueddeutsche.de/kultur/891/509028/text/; Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/kultur/malen-ist-ein-of... Ob N.R. antworten wird?

Bildenden Kunst als Mittel der Erkenntnis und Weltaneignung: „…dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält …“

Goethe steigerte sein künstlerisches Dilettieren als Zeichner & Maler unter dem Einfluss von SPINOZA, der entscheidend Goethes pantheistisches Weltbild und seine Vorstellung von einer grundsätzlichen Analogie zwischen Natur und Kunst bestimmt hat. Zunehmend bemühte er sich, vom Eindruck der Dinge zu ihrem Kern vorzudringen und ihre immanenten Gesetze kennenzulernen; vgl. (1) und ETOE-Vierer-Essay Teil 3 (Metamorphosenlehre).

Goethes Credo war es, eine „anschauliche Kenntnis“ des Wesens der Dinge zu erweben: STIL (…). Theoretisch abstrakte Seins-Erfahrung betrachtete der Forscher-Künstler gegenüber sinnlich-konkreter Erkenntnis-Gewinnung sekundär. In Italien versuchte der Dichter unter dem pseudonym „pittore Filippo Müller“ seinem Wunschbild eines bildenden Künstlers näher zu kommen. 1788 meinte Goethe allerdings; „Zur bildenden Kunst bin ich zu alt“; dass er „also ein bisschen mehr oder weniger pfusche“, genüge ihm. Während der italienischen Reise verzichtete er auf sein „Ausüben der bildenden Kunst“ als Mittel der Erkenntnis und Weltaneignung gar nicht:

Goethe, der sich als bildender Künstler nie der öffentlichen Meinung auszusetzen hatte, hat modern „nach seiner Art“ (unabhängig) 1787 die Phlegräischen Felder und die SOLFATARA (Vulkankrater) in dynamischen Bildzeichen gezeichnet. Zu den „überzeugendsten koloristischen Leistungen“ gehört Goethes Feder-Aquarell-Bild vom VESUVAUSBRUCH. Und in einer Synthese (1787/88) konnte er meisterhaft Kunst und Natur im Bleistift-Pinsel-Bild „Ideallandschaft mit Tempelruine und vulkanischem Bergkegel“ darstellen. (Vgl. Bildergalerie – Bilder nach „Goethe und die Kunst“ (Katalog Schirn Frankfurt/Ostfildern 1994, S. 131/132/135). Siehe auch die Goethe-Zeichnung mit Blick von den Monti Rossi, den Seitenkratern des AETNA, auf die Bucht von Taormina. (Quelle: Goethe und die Naturwissenschaften (Otto Krätz, München 1998, S.111.)

Vulkaninseln – Magische Feuerberge im Ozean – GOETHE-Zeit

Weit unten im Meer brodeln die meisten Feuerberge auf unserem Planeten. Erst wenn das heiße Gestein aus der Tiefe über die Wasseroberfläche hinausschwappt, bilden sich Inseln – oft traumhaft schön: Die Kanaren, Hawaii, Island oder die Galapagos sind so entstanden. Die Auseinandersetzung um Welt-Anchauungen, Welt-Bilder und Welt-Erklärungsmodelle hat eine Geschichte: GOETHE kam 1786-88 unter anderem deswegen nach Italien, um sich vor Ort über die geologischen Hintergründe am VESUV und ÄTNA zu informieren.

Auch ich besuchte den heute 1281 m hohen VESUV und ÄTNA (Höhe: ca. 3323 m), die heute kontinuierlich überwacht werden, in meiner Studentenzeit bei einer Sizilienreise mit Abstechern zum STROMBOLI. Auch Vulcano besuchte ich: Der Begriff „Vulkan“ leitet sich von der italienischen Insel Vulcano ab. Diese ist eine der Liparischen Inseln im Tyrrhenischen Meer. In der römischen Mythologie galt diese Insel als die Schmiede des „Vulcanus“, dem römischen Gott des Feuers.

Schon in der griechischen Mythologie werden die Liparischen Inseln erwähnt. Hier soll sich der Gott Äolus seinen Sitz gesucht haben, nachdem er von Göttervater Zeus beauftragt wurde, die Winde zu verwalten. Aus diesem Grund werden die Inseln auch Äolische Inseln, Inseln der Winde, genannt. Heutzutage werden die Liparischen Inseln langsam wieder entdeckt. Die sieben Inseln Alicudi, Filicudi, Salina, Lipari, Panarea, Vulcano und Stromboli finden immer mehr Liebhaber. Während Sizilien seit Jahrzehnten eines der meistbesuchten Ziele in ganz Europa ist, entwickelt sich der Fremdenverkehr auf den Liparischen Inseln aber langsamer und behutsamer.

Der STROMBOLI ist immer tätig, und seit ewigen Zeiten gilt er als „der große Leuchtturm der Meere". Stromboli ist mit Sicherheit die bekannteste und imposanteste Insel des Archipels. Sie besteht eigentlich nur aus einem Vulkan, der in regelmäßigen Abständen ausbricht. Durch seine "kontrollierten" Eruptionen ist er bei Abenteuerlustigen wie Pauschalreisenden gleichermaßen beliebt. Die Lavamassen fließen immer den gleichen Weg über die "Sciara del Fuoco" (Feuerbahn) bergab. Aus diesem Grund wagen auch viele den mühsamen Aufstieg bis zum Kraterrand, was seit 2002 nur noch mit einem autorisierten Führer gestattet ist. Dazu mein erstes a&s-Gemälde in der Bildergalerie und in Bildtafel V & VII (1).

Der letzte Groß-Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 n. Chr., bei dem die antiken Städte POMPEJI, Herculaneum und Stabiae verschüttet wurden. Die Vulkanologie verwendet heute den Begriff „plinianische Eruption“ als allgemeines Klassifikationsmerkmal für vesuvartige Ausbrüche mit typische Kennzeichen wie kilometerhohen Eruptionssäulen, schnellem Ausstoß großer Mengen vulkanischen Materials und pyroklastischen Strömen - den gefährlichsten Formen des Vulkanismus. Im 20. Jahrhundert brachen mehrere Vulkane in plinianischen Eruptionen aus, darunter der Mount St. Helens 1980 und der Pinatubo 1991.

Zwei Eruptionen beendeten das Leben in den römischen Städten Pompeji und Herculaneum schlagartig und endgültig. Aus heutiger Sicht ist dieses Unglück ein Glücksfall für die Archäologie. Denn der Vulkanausbruch konservierte das römische Alltagsleben der beiden Städte wie eine zeitlich unverfälschte Momentaufnahme für die Nachwelt.

In einer Sammlung von Briefen und Tagebuchaufzeichnungen, die er als "Italienische Reise" herausbrachte, berichtet Goethe von seinem Besuch in Pompeji:

Über Pompeji schreibt Goethe am 11. März 1787:

"... Und so deutet der jetzige, ganz wüste Zustand einer erst durch Stein- und Aschenregen bedeckten, dann aber durch die Ausgrabenden geplünderten Stadt auf eine Kunst- und Bilderlust eines ganzen Volkes, von der jetzo der eifrigste Liebhaber weder Begriff, noch Gefühl, noch Bedürfnis hat.“

Und: „Bedenkt man die Entfernung dieses Ortes (Pompeji) vom Vesuv, so kann die bedeckende vulkanische Masse weder durch ein Schleudern noch durch einen Windstoß hierher getrieben sein; man muß sich vielmehr vorstellen, dass diese Steine und Asche eine Zeitlang wolkenartig in der Luft geschwebt, bis sie endlich über diesem unglücklichen Orte niedergegangen. Wenn man sich nun dieses Ereignis noch mehr versinnbildlichen will, so denke man allenfalls (an) ein eingeschneites Bergdorf. Die Räume zwischen den Gebäuden, ja die zerdrückten Gebäude selbst wurden ausgefüllt, allein Mauerwerk mochte hier und da noch herausstehen (…). Den wunderlichen, halb unangenehmen Eindruck dieser mumisierten Stadt wuschen wir wieder aus den Gemütern, als wir, in der Laube zunächst des Meeres in einem geringen Gasthof sitzend, ein frugales Mahl verzehrten.....“ (GOETHE, Italienische Reise.)

Mitte des 18. Jahrhunderts war die Vesuv-Besteigung fester Programmpunkt eines Neapel-Aufenthalts. Goethe hat auf seiner Italienischen Reise während des Aufenthalts in Neapel die Ausgrabungen in Pompeji und Herculaneum besucht und im März 1787 den Vesuv mehrfach bestiegen. Hierbei ist er sogar in die ungemütliche Nähe eines aus dem Krater dringenden Lavaflusses vorgedrungen. Zum 20. März 1787 schrieb Goethe:

„Wir versuchten noch ein paar Dutzend Schritte, aber der Boden ward immer glühender; sonneverfinsternd und erstickend wirbelte ein unüberwindlicher Qualm. Der vorausgegangene Führer kehrte bald um, ergriff mich, und wir entwanden uns diesem Höllenbrudel.“

In Italien hätte J. W. von GOETHE sich mit den sichtbaren Tatsachen unvoreingenommen auseinandersetzen können. Seine Rolle als Naturwissenschaftler und als Geologe sollte nicht unterschätzt werden. Schließlich ist es kein Zufall, dass nach ihm ein brauneisenhaltiges Mineral das „Goethit“, benannt ist. Italien bestärkte ihn in seinen evolutionären naturwissenschaftlichen Überzeugungen, bestärkte sein geognostisches Weltbild. Evolutionäre naturwissenschaftliche Überzeugungen vertrat GOETHE nicht (1). Der Vulkanismus war für Goethe DAS Sinnbild der Zerstörung. Die alles vernichtenden Naturgewalten, deren Augenzeuge er an den italienischen Vulkanen (u.a. 3 Vesuv-Besteigungen) wurde, beunruhigten ihn zutiefst. Ein vulkanisch-revolutionäres Entwicklungs-Modell war ihm in seiner Plötzlichkeit, Unberechenbarkeit und Unordnung zutiefst zuwider.

Ein Schöpfungsvorgang durch das Wasser, in Phasen und metamorphoseartiger Regelhaftigkeit ablaufend, kam seinem organischen Wachstumsmodell erheblich näher (vgl. Urpflanze-Metamorphoselehre). Goethe war gegen revolutionäre Umstürze. Nicht aus ethischen Gründen, sondern weil ihm die explosionsartigen Umwälzungen zu unkontrollierbar und zu wenig regelhaft waren. Er übertrug diese Figur und die Favorisierung des METAMORPHOSE-Modells („Alles ist Blatt“-Hypothese) auf gesellschaftliche Belange. So war er von Anfang an, anders als beispielsweise Schiller oder andere Geistesgrößen der Zeit gegen die Französische Revolution. Goethe war das Regellose zuwider: Der Tod, die ungegliederte Gebirgswelt, gewaltsamer Aufruhr. Würde er heute noch leben, wäre er sicherlich Anhänger des EVOLUTIONären Weltbildes, das genauen und nachvollziehbaren Gesetzen unterworfen ist. Dabei kamen ihm die „Neptunisten“ entgegen. Im späten 18. Jh. Diskutierte man um die Entstehung der Erde: Der "Basaltstreit" war eine Auseinandersetzung um Welt-Anchauungen, Welt-Bilder und Welt-Erklärungsmodelle. Sie ist als wichtiger Schritt im Rahmen der abendländischen Ausdifferenzierungsprozesse zu bewerten, in deren Folge unser "modernes" Weltbild und die "moderne" Gesellschaft entstanden sind.
Im "Basaltstreit" kämpfen "Neptunisten", auch "Geognostiker" genannt, und "Plutonisten" bzw. "Vulkanisten" um die richtige Theorie zur WELTENTSTEHUNG.

Sind die Erde und ihre Gesteine, insbesondere der Basalt aus dem Meer, als Sedimentgestein, oder aus dem Feuer (Lava, Vulkanausbrüche, Magma) entstanden? Goethe war nicht zum Vulkanismus zu bekehren, blieb zeitlebens der irrtümlichen Meinung, dass BASALT nicht ausschließlich vulkanischen Ursprungs ist. Der Höhepunkt des Basaltstreites ist im Jahrzehnt nach 1780 anzusetzen. GOETHE stand zeit seines Lebens nicht ganz eindeutig auf einer der beiden Seiten, tendierte aber aus gefühlsmäßiger Überzeugung (wider besseres Wissen) zu den Neptunisten, deren Metamorphose-Modell in seiner Regelhaftigkeit und Ordnung verständlicher als die revolutionäre Vorstellung, dass aus dem CHAOS eines Vulkanausbruchs eine Formgebung möglich sei: Der Basalt und andere Gesteine; ja eventuell die ganze Erde (...) (2).

Zum Ergussgestein Basalt, das als Kugelbasalt und bei verzögerter Abkühlung durch ein Zusammenziehen nicht selten meterlange eckige Basaltsäulen (Säulenbasalt) entwickelt, die sich senkrecht zur Abkühlungsfläche bilden und bevorzugt mit einer sechseckigen Geometrie in Erscheinung treten. Siehe dazu Bilder von GOMERA: Los Organos – die als schönste Basaltformation der Kanaren gelten. Schlank wie Orgelpfeifen ragen die Säulen-Klippen 80m hoch und 200m breit aus dem Meer empor. Sie sind das Überbleibsel schon lange erkalteter Lavamassen eines Vulkans. Im Laufe der Zeit hat die Erosion das Gestein freigelegt und weiter an dem Naturkunstwerk geschliffen.

Die Vorstellungen der NEPTUNISTEN basieren auf der biblischen Vorlage: Man hält sich eng an den alttestamentlichen Schöpfungsbericht (Mose I) und an den II. Brief Petrus Kap. 3 Vers 4-8 im Neuen Testament. Biblische Texte werden von ihnen naturwissenschaftlich ergänzt: Es geht im Wesentlichen darum, ob biblische Texte wörtlich oder allegorisch zu verstehen seien. So streitet man sich darum, ob die sechs Schöpfungstage als sechs Schöpfungsepochen interpretiert werden dürften oder aber ob Gott die Welt tatsächlich in sechs "Erdentagen" erschaffen habe. Die biblische Vorstellung vom Schöpfungsvorgang bleibt bis ins frühe 19. Jh. (!) für gewisse "Naturwissenschaftler" relevant. (Zum Thema auch: http://www.humboldtgesellschaft.de/inhalt.php?name... )

Synthese von Naturforschung und philosophischem & bildkünstlerischem Denken

Seit Menschen über ihr Woher und Wohin nachdenken, haben sie zahllose solche Lehren entwickelt. Sie haben eines gemeinsam: Sie lassen sich nicht endgültig beweisen, aber meist auch nicht widerlegen.

Auch die moderne Wissenschaft kann ihre Antworten liefern. Letzten Endes weiß bis heute niemand, warum das Universum zu existieren begann, was VOR diesem Beginn war, ob es ein Ende geben und was nach diesem Ende sein wird. Bei diesen Fragen wird auch Wissenschaft zu bloßer Spekulation und endet in Glaubenslehren. In der ETOE versuche ich durch eine Synthese von Naturforschung und philosophischem & bildkünstlerischem Denken zum Wesen der Wirklichkeit vorzudringen; analog GOETHEs STIL-Theorie (s.w.o.):

Mit dem URKNALL begann nach heutiger naturwissenschaftlicher Sicht die ENTWICKLUNG des Universums. Zwar kann niemand sagen, was den Urknall auslöste, doch vom Moment des ersten kosmologischen Entwicklungsschrittes an wirken die Naturgesetze und bestimmen den weiteren Verlauf der Geschichte. In meinen Überlegungen in drei Teilen zu einer ETOE versuchte ich den Kosmos als EVOLUTIONäres System zu betrachten und die physikalischen Gesetze selbst als das Produkt eines EVOLUTIONs- bzw. SELBSTORGANISATIONs-Organisations-Prozesses aufzufassen: Nur so könne „plausibel werden, warum sich in unserer Welt eine komplexe ORDNUNG mit SYMMETRIEN-Mannigfaltigkeit und eine EST-&-CHAOS-Theorie (1) entwickeln konnte, so dass schließlich auch das evolutionäre Leben auf der Erde erklärbar gemacht worden ist“, konstatierte ich. Meine „Evolutionary Theory of Everything“ („ETOE“) gehe weit über DARWIN hinaus, da meine „Evolutionäre Symmetrietheorie“ (EST (1)) „alle Dinge der Welt“ zu verschmelzen beabsichtige. In den 3 Artikeln ginge es darum, fundamentale Zusammenhänge wissenschaftlich UND bildkünstlerisch durch ars evolutoria (evo-devo art) zu erkennen, die ALLEM Geschehen in dieser Welt zugrunde liegen.
In Bildern und Texten zeigte ich, dass nach der Urknall-Hypothese das Universum ursprünglich unendlich heiß und unendlich dicht und klein war – ein Nicht-Nichts-Zustand, der sich menschlicher Vorstellung entzieht.

Mittels Bildtafeln demonstrierte (aus (1)) demonstrierte ich, dass dann in unglaublich kleinen Zeiteinheiten gigantische Prozesse abliefen: Das Universum dehnte sich in kürzester Zeit extrem schnell aus, es kühlte ab und es bildeten sich die verschiedenen vier Grund-Kräfte und die unterschiedlichen Elementarteilchen. Aus Quarks, winzigen Elementar-Partikeln, bildeten sich größere Einheiten: Protonen und Neutronen, die Bausteine einfacher und komplexerer künftiger Atomkerne: die Grundbausteine von Himmelskörpern und Galaxien.

Der Theorie des Urknalls – dem Standardmodell der Natur-Forscher – versuchte ich mich in der ETOE parallel mit einem Entwicklungs-Szenarium zu nähern, das ich URFORM-Modell (Urform-Hypothese/Theorie) genannt habe. Dem Ursprungs-Geheimnis kann man sich nunmehr KUNST- & NATUR-philosophisch nähern.

Das Problem einer „Weltformel“ der Physik sei es heute, „aus der Einheit den Weg in die bunte unerschöpflich-mannigfaltige Vielgestaltigkeit einer abgeleiteten Fomenwelt zu finden“, konstatierte ich schon 1989! ((1),S. 98.) Denn letztlich müssen sich alle Erkenntnisse bezüglich des Mikro- und Makro-Kosmos ja „irgendwie“ mit dem Meso-Kosmos vermitteln lassen, in dem wir Menschen mit art & science leben. Daher meine Initiative ETOE als Vierer-Essay. Es geht mir bei der ETOE um eine EVOLUTIONISIERUNG der Physiker-Mathematik-Formelwelt mittels EST (1), die in unserer "Mesowelt" gilt und die sich in der „Meso-Sprache" vermitteln lässt.

Dass Werner HEISENBERG in den fünfziger Jahren schon versucht hat, unsere Kenntnis von der Natur in einer „Weltformel“-Gleichung (von 1958) darzustellen – mit mathematischen (!) SYMMETRIE-Forderungen -, diskutierte ich in Essay-Quartett-Teil 2: Die vier bekannten Urkräfte der Natur in einer „Weltformel“ zu einer URKRAFT zu vereinigen, spielte auch bei meinen Überlegungen zur hypothetischen Urformtheorie („Materie/Antimaterie-Urform“ und „Energie-Urform“) eine Rolle. Als 4 Urkräfte kennt man die magnetische Kraft, die schwache Kraft, die Kernkraft (= starke Kraft) und die Gravitation. Auf der Suche nach der SYMMETRIE der WELT versuchen Physiker alle Grundkräfte der Natur zu vereinheitlichen: Theorie der sog. Supersymmetrie. (Mehr auch in (1) 9.1.5.)

Woraus besteht die evolutionär entwickelte Welt?

Ich erinnerte in Quartett-Teil 3 daran, dass Feuer, Wasser, Erde und Luft von den alten Griechen für die Bausteine unserer Welt gehalten worden sind. Siehe ebenda zu der „Theorie aller Dinge“, wie sie die Philosophie PLATONs lehrte: Erde (Kubus), Feuer (Tetraeder), Wasser (Ikosaeder), Luft (Oktaeder) und Dodekaeder als Universum; den fünf Platonischen Körpern als Objekten mit vollkommener Symmetrie - sie bestehen aus regelmäßigen, kongruente Vielecken (Quadrat – Dreieck, Fünfeck; vgl. Bildergalerie).

Dass diese 5 regelmäßigen Urkörpern auch in der URFORM-Theorie - als ETOE gesehen – bis auf den Ikosaeder enthalten sind, erörterte ich. Zentrale Bausteine bei der Urform-Modell-Auffüllung in Schalen sind aber Rhomben-Hexaeder, die ein winzigstes Rhomben-Dodekaeder-System nach dem anderen aufbauen: bis ins Unendliche (Riesen-Rhombendodekader). Wichtig ist: Platons Weltentwurf evolutionisierte Johannes Kepler 1596 in seinem „Mysterium cosmographicum“ mit ineinander verschachtelten Platonischen Körpern („Das Weltgeheimnis“). Mein ars evolutoria Werk entspricht also einer sehr langen philosophischen Tradition: die auf PLATON (427-347 v. Chr. – „Timaios“) zurückgeht.

Kepler hatte schon enormes Interesse an Rhomben-Dodekaedern, in denen er nach der dichtesten Häufung von Kugeln suchte; „packing efficiencay“ in der Kristallographie genannt – siehe (1) Abb. 682 mit Legende und 12.7. (Kugelpressung, „Urform-Pressung“). Meine Bilder zur „Lückenlosen Urform-Gliederung“ in (1) (auch Essay 3) belegen, dass ars evolutoria auch ein „wahres“ sog. „ELEMENTAR-DREIECK“ in Anlehnung an Platons Welten-Lehre gefunden hat: Im Gegensatz zu Platons Dreieck (rechtwinklig-gleichschenklig) ist das E-Dreieck der Urformlehre als „schönstes (wahres)“ ist „nur“ gleichschenklig (= die Hälfte der Rhombenfläche im RDS-Doppelpyramiden-System).

Nach KEPLERs „Weltgeheimnis“-Darstellung ging dieser uralten Menschheitsfrage schließlich - bezogen auf die lebendige Welt - auch Charles Darwin in seiner Evolutionstheorie nach: Ursprung der Arten. Bestimmte Kirchenkreise und die Kreationismus/Intelligent-Design-Anhänger haben mit der Urknalltheorie und dem Darwinismus Schwierigkeiten, bedeutete sie doch, dass der Mensch nicht – wie es in der Bibel steht - von GOTT erschaffen sein konnte. Zwar wurde Darwins Theorie nie offiziell abgelehnt, auch kamen seine Bücher nie auf den Index, doch es dauerte bis 1996, als der Vatikan die Evolutionstheorie offiziell akzeptiert hat.

In mehreren Artikeln schrieb ich über Glaube und Evolutionstheorien; siehe dazu die Links in meinen ersten 3 Quartett-Teilen des hiermit erweitert vorgelegten Vierer-ETOE-Essays. Geht es nach den Worten des derzeitigen Papsts, Benedikt XVI., scheint der ewige Zank ein Ende gefunden zu haben. Bei mehreren Gelegenheiten betonte der Pontifex, Glaube und Wissenschaft seien durchaus keine Gegensätze, sondern miteinander vereinbar.
Bereits drei Jahre nach der Verbrennung Giordano Brunos und noch bevor Galilei der erste Prozess gemacht wurde, entstand im Vatikan die erste päpstliche Gelehrten-Akademie, die sich eigenen Forschungen widmete. Der Akademie „Pontificia Accademia dei nuovi Lincei - Päpstliche Akademie der Wissenschaften" gehören heute etwa 80 hochrangige Wissenschaftler aus aller Welt an, viele von ihnen sind Nobelpreisträger. Eines der prominentesten Mitglieder ist derzeit sicherlich der britische Physiker Stephen HAWKING - übrigens ein bekennender Atheist.

Gott und der Urknall – Zwischen Glaube und Astrophysik

Das Verhältnis von Kirche und Wissenschaft ist nicht immer das Beste gewesen. Beide Disziplinen, Wissenschaft und Religion, kommen in Erklärungsnöte, wenn die alles entscheidende Frage beantwortet werden soll: was war der Anfang von allem. Alles nur Zufall oder doch göttliche Fügung? Der Theologe KÜNG, ein römisch-katholischer Priester und Autor zahlreicher Bücher gilt als einer der größten Kritiker der Katholischen Kirche und ist international einer der bekanntesten aber auch umstrittensten christlichen Vordenker.

Am Anfang war ...der Urknall, sagen Wissenschaftler; ...Gott, sagen die Vertreter der Kirche. Zwei Positionen, die zumindest eines gemeinsam haben: Es gab einen Anfang. Irgendwann. Nur wie dieser ausgesehen hat, was ihn ausgelöst hat und warum, da gehen Kirche und Wissenschaft auseinander. Folgt man der Urknall-Theorie, die vom überwiegenden Teil der Wissenschaft vertreten wird, entstand unser Universum vor zirka 13,7 Milliarden Jahren aus dem „Nichts“ mit einem unendlich kleinen, unvorstellbar heißen Punkt. Darüber diskutierte ich im Vierer-Essay. Es dehnte sich aus, kühlte ab, die Entwicklung begann. Und es dehnt sich auch weiterhin aus. Doch weshalb und wohin - das kann die Wissenschaft nicht beantworten. Die Suche nach der Weltformel soll Licht ins Dunkel bringen: Siehe Bilder und Texte der Quartett-Performance mit POESIA EVOLUTORIA Painting (PEP) – EVO-DEVO-art-poetry (EDAP).

Die ETOE-Theorie mag manche/n User(in) überfordern: Unser Gehirn ist das Problem, meint Astrophysiker und Planet-Wissen-Studiogast Harald LESCH. Derartige Fragen übersteigen unser Vorstellungsvermögen, ebenso die mathematische und philosophische Intelligenz. Doch wie viele Wissenschaftler schafft der Physiker (siehe Teil 3 mit Links) den Spagat zwischen der naturwissenschaftlichen Arbeit einerseits und dem Glauben andererseits und bezeichnet sich selbst als fröhlichen Protestanten. Naturwissenschaft, so Lesch, liefere vor allem ein Naturbild, aber kein Weltbild. Die Frage nach den Hintergründen sei also im Grunde die Suche nach Gott. Argumente der Kirche sind: Naturwissenschaft könne (angeblich) nie erklären, warum es Ordnung im Universum gibt und warum ein Universum entstehen konnte, das uns das Leben ermöglicht. Studiogast Hans KÜNG sieht das Verhältnis von Kirche und Wissenschaft so: Keine Wissenschaft kann je das Ganze der Wirklichkeit erfassen, naturwissenschaftliche Erkenntnisse schließen die Existenz Gottes nicht aus. Beispiel Urknall: Aus dem absoluten Nichts kann nicht plötzlich etwas entstehen, sagt uns unsere Erfahrung. Also müsse es für alles eine letzte Ursache geben und die sei eben – GOTT; meint Küng.

PS: Zum Vulkanismus

Ätna
http://www.youtube.com/watch?v=OowFvnlWI90&feature...
http://www.youtube.com/watch?v=EsflwyinjuE&feature...
http://www.youtube.com/watch?v=bYYgx8Wo6UQ&feature...

Eijafjalla
http://www.youtube.com/watch?v=WE1e97hczgs
http://www.youtube.com/watch?v=bf68D6Rlhuw
http://www.youtube.com/watch?v=WE1e97hczgs&feature...

Stromboli
http://www.youtube.com/watch?v=b1taMFxTc7s&feature...
http://www.youtube.com/watch?v=ajMa6azANNw&NR=1
http://www.youtube.com/watch?v=b1taMFxTc7s&NR=1

LITERATUR & ANMERKUNGEN

(1) HAHN, Werner (1989): Symmetrie als Entwicklungsprinzip in Natur und Kunst. Königstein. Gladenbach: Art & Science, 1995.
(HAHN, Werner (1998): Symmetry as a developmental principle in nature and art. Singapore. (Übersetzung des Originalwerkes von 1989, ergänzt durch ein 13. Kapitel – mit erweitertem Sach- und Personenregister sowie Literatur- und Abbildungsverzeichnis.))

HAHN, Werner / WEIBEL, Peter (Hrsg.) (1996): Evolutionäre Symmetrietheorie: Selbstorganisation und dynamische Systeme. Stuttgart. (Anthologie mit Beiträgen von 19 Autoren.) (Kurz: EST.) Darin: HAHN, Werner: Evolutionäre Symmetrietheorie und Universale Evolutionstheorie. Evolution durch Symmetrie und Asymmetrie. (S. 255 bis 284 mit 11 mehrteiligen Abbildungen.) – Siehe als LINK – PDF-EST – meiner HP: art-and-science.de

Zum Vierer-Essay siehe die Teile 1-3:
(1) H.W. 9/4/10: http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2... (6 Kommentare)
(2) H.W. 14/4/10: http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2... (30 Kommentare)
(3) H.W. 14/4/10: http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2... (6 Kommentare)

LINK-Tipps:

Planet-wissen-Sendung mit Küng & Lesch: „Gott und der Urknall – Zwischen Glaube und Astrophysik“: http://www.planet-wissen.de/sendungen/2010/04/16_g...

Planet Schule: Schwerpunkt Evolution: http://www.planet-schule.de

Vatikanische Akademie der Wissenschaften: http://www.vatican.va

Fragen der Wissenschaft: Die "Zeit" hat sich 12 grundlegende Fragen an die Wissenschaft genauer vorgenommen. Es sind ausnahmslos Fragen, die bis heute mit logischen Erklärungen nicht beantwortet werden können. Interessant sind auch die Leserkommentare die zeigen, wie unsere Mitmenschen die Welt sehen. In: http://www.zeit.de
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2 Kommentare
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W. H. aus Gladenbach | 30.04.2010 | 13:05  
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W. H. aus Gladenbach | 08.05.2010 | 10:44  
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