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MEGA-Star: „King of Pop“ Michael JACKSON – Trauer, Ehrerbietung & Mitleid

Das Medien-Karussell dreht sich momentan ausschließlich um Michael JACKSON, 50-jährig in Los Angeles gestorben. Mehr als 750 Millionen Alben soll Jacko verkauft haben. Im Bild MJ als "Zombie" . (Videoclip-screenshot: art-and-science.)
 
MJ liebte große Symbole: „In seinen Shows und Videoclips trat er gern als Zerstörer oder Retter auf; er war der Held von Parabeln über Straßengangs, Geschlechterkampf, Krieg und Naturkatastrophen".
 
In Videos liebte Jacko MONSTER-Kopf-Darstellungen. Zombie-Auferstehungen zeigt dieser screenshot (a&s). In einem vergoldeten Bronze-Sarg soll MJ seine letzte Ruhe finden.
 
Moonwalk - Jacko ein begnadeter Sänger und Tänzer von Kindesbeinen an. (a&s-screenshot.)
Michael JACKSON (geb. 29.08.1958) - Star der achtziger Jahre-, geht nach seinem plötzlichen Tod nun in die Annalen der Pop-Kultur ein. MJ war der erste Performer der MTV-Generation, der es schaffte, mit seinem provokativen Griff in den Schritt asexuell & frivol zugleich zu sein. MJ wirkte bei aller Lebendigkeit in seinen Videos (im „Moonwalk“ z.B.) als ein fragiles, desorientiertes Geschöpf, das ohne Injektionen zuletzt offensichtlich nicht mehr durch den Tag kam. Sein ganzer Leichnam soll von Nadelstichen gezeichnet gewesen sein. JACKO scheint an den Folgen seiner SUCHT (nach allem) gestorben zu sein; wahrscheinlich auch durch Schmerz- und Schlafmittel, die er bis zuletzt verlangt haben soll.

Angesichts der vielen Bilder, die weltweit nach dem tragischen Tod über die Bildschirme flackern, fragt man sich unwillkürlich, ob es bei seiner Metamorphose vom niedlichen schwarzen Buben zum artifiziellen „Monster“ einen Punkt gegeben hat, an dem MJs inneres und äußeres, von Moden, Altern und Tod bedrohtes Leben, gekippt ist.

Warum ließ sich der große Entertainer das Gesicht zur Maske, einer total verbastelten Physiognomie machen? In Interviews behauptete der Star, nur 2 Nasen-OPs gehabt zu haben. „Big nose“ soll sein Vater ihn genannt haben. Musste deshalb die Nase immer kleiner, die Haut noch weißer, das Haar glatter, der Mund noch voller werden? Der prügelnde Vater hatte MJ und seine 7 Geschwister mit dem Gürtel dazu getrieben, 1962 frohe Lieder zu singen. MJ war Vorsänger und Vortänzer der „Jackson Five“. Die Bühne war Michaels einziger (öffentlicher) Spielplatz.

Eine Schlüsselfigur für das oft unglückliche Leben von Jacko ist Jacksons Vater Joe (79), der momentan durch den Rummel um seinen Sohn unverhofft wieder ins Rampenlicht gelangt ist. „Mein Vater hat sich über mich lustig gemacht, und ich habe das gehasst. Ich habe jeden Tag geweint“, erzählte Megastar MJ 1993 der US-Talkqueen Oprah WINFREY über seine Jugend. „Er war sehr streng, sehr hart, sehr strikt. ... Es gab Zeiten, da ist mir schlecht geworden, wenn er zu mir kam, ich musste mich übergeben.“ Vater Joe konzentrierte seinen gesamten Ehrgeiz auf die Kinder. Im Schwarzen-Ghetto von Gary im US-Bundesstaat Indiana geboren, sollte aus den „Jackson Five“ was ganz Großes werden.

Joe Jackson („Bad Daddy“) hat den Superstar der Familie geschlagen: „Ich habe ihm mit einer Gerte oder einem Gürtel eine übergezogen. Ich habe ihn nie geschlagen. Schlagen tut man mit einem Stock“, entschuldigte sich der Vater später vor der Presse. Mit dem Kauf der Neverland Ranch in den späten 80er Jahren schenkte der Sänger sich selbst das vielleicht teuerste Spielzeug aller Zeiten – Ersatz-Befriedigung für die schlimmen Kindheitsjahre. Statt ein starkes Selbst und einen realistischen Blick auf die Welt zu entwickeln – was er angesichts der Erfolge im Musikbetrieb ja hätte tun können -, zog sich Jacko in ein Phantasiereich zurück, um seinen Träumen frönen zu können, ohne die Realitäten zu sehen.

Schon 1970 veröffentlichte MJ seine erste Solo-Platte. Jazz-Produzent Quincy JONES machte den begabten Soul-Sänger später zum SUPER-Star. Das Duo JACKSON/JONES produzierte 1982 das meistverkaufte Album aller Zeiten: „Thriller“ – ca. 50Millionen Mal verkauft. Mit 7 Top-Ten-Singels. Hierzu drehte man mit „Jacko“ einen 14-Minuten-ZOMBIE-Film. Jacko lieferte danach weitere Hits & Videos. Jacko kaufte als Star 1985 die Rechte an den Songs von John LENNON und Paul McCARTNEY (The Beatels) für 47,5 Millionen Dollar.

Ist es richtig, wenn man das Bleicherwerden seiner Haut zusammen mit seinen plastischen Operationen - erkennbar vor allem an der veränderten Nase - als Streben nach einem „weißen“ Schönheitsideal deutet? Vereinzelt werben indessen eingefleischte Anhänger um Verständnis für den „King of Pop“ und trennen die kosmetischen von den medizinischen Eingriffen. Jackson habe an einer weit verbreiteten Hautkrankheit gelitten: Vitiligo, die im Deutschen „Weißfleckenkrankheit“ bezeichnet wird. Das unnatürliche Weiß der späten Jahre sei dem Versuch geschuldet, die immer größer werdenden weißen Flecken auf seiner dunklen Haut im Gesicht zu vereinheitlichen. Manche Bilder, die im Internet von Michael Jackson zu sehen sind, machen es mehr als plausibel, dass MJ tatsächlich an der Weißfleckenkrankheit litt. Vitiligo-Kranke bräunen nicht mehr.

MJ selbst hat sich erstmals im Jahr 1993 in einem Interview mit der Fernseh-Moderatorin Oprah WINFREY dazu bekannt. Gleichzeitig verwahrte er sich vehement dagegen, seine Haut aus freien Stücken zu bleichen, nur um hellhäutig zu werden. Michael JACKSON sang in seinem Song „Black Or White“ aus dem Jahr 1991 davon, dass Schwarz oder Weiß letztlich überhaupt keine Rolle spiele.

Sieht man die die letzten Bilder, die MJ bei Proben zu seinen im Juli in London geplanten Konzerten zeigen, erfasst einen das schiere Grauen: Manch einer/eine sieht in den Aufnahmen das höhnische Grinsen eines Totenkopfes. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass JACKSON diesen Anblick selbst nicht ertrug. In Videos indessen liebte Jacko MONSTER-Kopf-Darstellungen.

MITLEID bezieht sich - bei aller Trauer um den „KING OF POP“ - weltumspannend auf den vom Vater auf die Bühne geprügelten Knaben. JACKSON liebte seine (?) 3 Kinder abgöttisch und gab ihnen groteske Namen: Prince Michael jr., Paris Michael Katharine und Prince Michael II gab. Den Pop-Star traf vor seinem Tod nur noch Häme: vor allem die Pädophilie-Prozesse haben dem angeschlagenen Ruf des „King of Pop“ den Rest gegeben. 2004 geriet Jacko in den Verdacht des Kindesmissbrauchs und 2005 wurde er als Angeklagter freigesprochen. Bilder gingen um die Welt, als MJ im Schlafanzug zu einem Verhandlungstag erschien ist – verirrt und einsam. „Ich bin untröstlich wegen seiner Kinder, die alles für ihn waren“, sagte Lisa Marie PRESLEY, die Tochter von Elvis PRESLEY und Ex-Frau zum tragischen Tod des Sängers, der die gesamte Musik-Branche hart trifft. Die Welt hat einen Musik-Helden (für viele ein „Idol“) verloren, ganz plötzlich – knapp vor einem Comebackversuch.

Von „Genugtuung“, die sich in vielen Nachrufen auf Jacko findet, ist die Rede „auf das Scheitern seiner wild wuchernden Ambitionen gemünzt (…): Es ist schließlich beruhigend zu sehen, dass eine komplett artifizielle Existenz – das Leben als ein Produkt des heillosen Optimierungswahns – nicht gutgehen kann“. Das Phänomen MJ sei am Schluss – wie sein hoch verschuldetes Traumreich „Neverland“ – „nur noch ein einziges Ponzi-Schema“ gewesen. Es gehöre dazu, dass MJ mit seinem Tod ein Comeback erlebt, das ihm im Leben niemals beschieden gewesen wäre. Nun ist Michael „der gefallene Engel der achtziger Jahre“ in den Himmel der Pop-Kultur aufgefahren. Er habe seinem Körper Furchtbares angetan, „um das Bild der geschlechtslosen Kunst-Ikone ins Fleisch zu meißeln“ schreibt das Feuilleton. Es sei das „Verdienst und die Tragik solcher Symbolfiguren, dass sie uns helfen, unsere Epochen – und mehr noch ihr Ende – besser zu sehen“, meint man (Andrea Köhler, NZZ 3.7.09.).

Jacko habe es – „trotz aller Exzesse verdient, dass wir seine Genialität feiern“, schreibt DIE ZEIT. (Nr. 28: „Er war ein Wunder“.) MJ liebte große Symbole: „In seinen Shows und Videoclips trat er gern als Zerstörer oder Retter auf; er war der Held von Parabeln über Straßengangs, Geschlechterkampf, Krieg und Naturkatastrophen. Es war immer Apokalypse oder Apotheose.“ Kein Wunder also, dass Jacko seine letzte Konzert-Tour mit metaphorischer Präzision plante, lesen wir. 50 Shows, eine für jedes Lebensjahr. Und zum „Abtritt des King of Pop“ heißt es mit großem Lob ebenda: „Michael Jackson war einer der größten Künstler der Popkultur. Niemand tanzte besser, nur wenige sangen unwiderstehlicher. Niemand verstand mehr von Bühnenspektakeln oder Musikvideos. Michael war ein Neuerer von globaler Wirkung.“

Der ebenso plötzliche wie rätselhafte Tod des „King of Pop“, des Michael JACKSON, hat die Menschen weltweit berührt. Doch so groß die Trauer der Fans auch sein mag, in einem waren sich selbst die schärfsten Kritiker einig: Michael Jackson hat die Popwelt revolutioniert, und seine Musik wird bleiben. Deshalb fragte FAZ.NET seine User: Was war Michael Jacksons bester Song?“, und die Resonanz war groß: Mit 23,8 Prozent (3844 Stimmen) wählten die Leser „Billie Jean“ zum besten Jackson-Hit, jenen Song vom Album „Thriller“, den auch Musikfachleute für einen seiner größten halten. Der Titelsong des Albums, „Thriller“, landete mit 17,9 Prozent (2834 Stimmen) auf Platz zwei. Auf Platz drei wählten die Leser mit 2060 Stimmen (12,6 Prozent) einen Song, der sich ebenfalls auf dem legendären „Thriller“-Album findet: „Beat it“. Am wenigsten wegweisend fanden die Leser das Schlusslicht: der Titelsong „Bad“ aus dem gleichnamigen Album - wurde nur von 451 oder 2,8 Prozent der abstimmenden Leser gewählt.

Das Medien-Karussell dreht sich momentan ausschließlich um Michael JACKSON, 50-jährig in Los Angeles gestorben: Welche Pillen hat er am Tage seines Todes nun genau geschluckt? Welche Rolle spielt sein Leibarzt Conrad Robert MURRAY? Wird Krankenschwester Debbie ROWE doch das Sorgerecht für die Kinder beantragen? Und wo findet der Entertainer endlich seine letzte Ruhe-Stätte? Diese brennenden Fragen sind auch acht Tage nach dem Tod von MJ weitgehend ungeklärt. Ob der „King of Pop“ jemals in Frieden ruhen wird? Seit JACKSONs Tod am 25. Juni hat sich an der Westküste der USA die vermutlich größte Trauer-Bewegung gebildet, die es je gab. Elvis? Das war 1977, das war Memphis. Verglichen mit den Horden, die seit Tagen Los Angeles und Jacksons ehemalige Ranch Neverland belagern, war das alles doch noch sehr moderat.
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5 Kommentare
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Peter Taubald aus Burgdorf | 05.07.2009 | 13:43  
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W. H. aus Gladenbach | 05.07.2009 | 21:50  
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W. H. aus Gladenbach | 05.07.2009 | 22:06  
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W. H. aus Gladenbach | 07.07.2009 | 08:32  
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W. H. aus Gladenbach | 08.07.2009 | 11:23  
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