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Jazzer und Filmkomponist Klaus DOLDINGER: PASSPORT-JAZZ mit Weltgeltung

Jazzer und Filmkomponist Klaus DOLDINGER (73) in Wiesbaden: Jazz im Hof.
 
Tenor-Saxophonist K.D.: „Klaus Doldingers Passport“ (seit 1971), eine Band, die mit ihren Alben auch die US-amerikanischen Billboard-Charts stürmte und bis heute als Deutschlands bekannteste Jazzband erfolgreich im In- und Ausland tourt.
 
Klaus Doldinger spielt auf einer aus Kabul (Afghanistan) stammenden „Flöte“ .
 
Saxophon, das wie ein Alt-Saxophon aussieht, aber wie ein Sopran-Saxophon klingt; von Zuschauern auch schon mal als „Reise-Saxophon“ getauft.
 
Doldingers PASSPORT-Band bei JAZZ IM HOF.
Klaus DOLDINGER – Jahrgang 1936 – ist ein deutscher JAZZ-Musiker (Saxophon, Flöte), der auch als Komponist für Film- und Fernsehmusik weltbekannt ist. Dass er eine Institution ist, zeigte sich beim Auftritt mit seiner Band PASSPORT in Wiesbaden: Der Modern-Jazz Tenorsaxophonist brachte fetzige Musik aus drei Jahrzehnten mit in den JAZZ IM HOF. So viele Fans hat wohl der Hof des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst zu der bekannten sommerlichen JAZZ-Konzert-Reihe noch nie gesehen; meine Bilder-Strecke belegt dies. K.D.s offizielle Homepage: http://www.klaus-doldinger.de/ - ebenda auch die Konzert-Termine der „Passport on Stage“ Tour 2009.

Im 21. Jahr ihres Bestehens bot die Insidern bekannte und beliebte Veranstaltungs-Reihe „JAZZ IM HOF“ mit DOLDINGERs Passport den Zuhörern eine Jazzband mit Musik von absoluter Weltgeltung; für den deutschen JAZZ einmalig! Deutschlands erfolgreichster und populärster Jazzmusiker wurde schon das zweite Mal im Hof präsentiert: Den Mitgliedern des Fördervereins Jazz im Hof e.V., der die Veranstaltungsreihe unterstützt, muss man DANKEN. Und für 15 Jahre Förderverein ‚Jazz im Hof’ GRATULIEREN. Kaum zu glauben, dass Mann/Frau (und auch einige Kinder) für einen Eintrittspreis von 12 Euro (bei DOLDINGER als ein „erhöhter Preis“ – Kinder bis 12 Jahre frei) eine derartige hochrangige 7-Mann-JAZZ-Gruppe LIVE und zum „Anfassen“ erleben können. Wenn sich dazu das Wetter auch erstklassig zeigt: WAS WILL MAN MEHR!? Ab 11 Uhr gab es am 26.07.2009 daher schon keine Sitzplätze mehr im Hof; Konzertbeginn 11.30 Uhr – Ende ca. 14 Uhr. Im WEB kann man sich über die vom 14. Juni bis 16. August laufenden weiteren Sonntags-Termine von JAZZ IM HOF (mit neuen Sounds und Beats & Jazzbands) informieren: 2. 8. Maryland Jazzband, 9.8. Barrelhouse Jazzband (Stargast: Brenda BOYKIN (USA)), 16. 8. Wiesbadener Juristenband (Stargast: Duncan GALLOWAY), 22.8. (Samstag ab 19.00 Uhr) Boogie-Party (mit Christoph Oeser Trio und Dirk Raufeisen Trio). Es darf getanzt werden!

Dass DOLDINGER Mitglied des künstlerischen Beirates der Union Deutscher Jazzmusiker und Aufsichtsratsmitglied der GEMA ist, verwundert nicht. Der Bandleader plauderte zwischen den bunt gemixten Musikstücken aus dem Nähkästchen, unter denen es auch Evergreens zu hören gab: „Bye Bye BlackBird“ zum Beispiel. Ein Jazz-Song von 1926, den schon Ella FITZGERALD gesungen hat; vorher sagte K..D.: „Wonach mir der Sinn jetzt steht“.

Auch über seine Reisen in ferne Länder, z.B. Marokko, erzählte DOLDINGER, wo er bestimmte Titel komponiert hat. In Wiesbaden wurde marokkanische Stimmung mit großem Erfolg evoziert: In ihrem Jubiläumsjahr 2006 hat die K.D.-Gruppe mit „Passport To Morocco“ eines der bemerkenswertesten Alben ihrer langen Karriere veröffentlicht. Inspiriert von einer Reise nach Marokko lotete die Band Berührungspunkte und Überschneidungen zwischen arabischen Stilistiken, Jazz und europäischen Musikformen aus. Klaus DOLDINGER, dessen Musik schon immer unterschiedliche Stile und Kulturen zusammengeführt hatte, gab einmal mehr ein Signal in Sachen Völkerverständigung. Statt wie üblich immer nur von den Unterschieden zwischen Orient und Okzident zu sprechen, zeigte „Passport To Morocco“, dass es auch anders geht.

Als 8-9-Jähriger habe er erstmals JAZZ gehört, der ihn verzaubert hat, erzählte der Saxophonist, der in Wiesbaden auch auf einer aus Kabul (Afghanistan) stammenden Bambus-„Flöte“ spielte (vgl. Bilder-Serie). K.D. sagte bei „Zimmer frei!“: „Ich hörte meinen ersten Live-Jazz, als eine US-Soldatenband probte. Das hat mich umgehauen.“ Einige Musikstücke spielte DOLDINGER in Wiesbaden sehr gekonnt zudem auf einem kleinen Saxophon, das wie ein Alt-Saxophon aussieht, aber wie ein Sopran-Saxophon klingt; von Zuschauern auch schon mal als „Reise-Saxophon“ getauft, erzählte der Musiker-Stargast den Fans nebenbei, der damit JAZZ-Freunden mächtig einheizen konnte.

Gesungen wurde zwischendurch auch einmal: beim Stück „Lucky Looser“: Vocal BIBOUL DAROUICHE; Percussion. Bevor es als „Zugabe“ den „TATORT“-Krimi-Song meisterhaft gespielt gab, hatte DOLDINGER seine Gäste mit dem bekannten DAS-BOOT-Song verzaubert: Sein wohl bekanntestes Werk ist die Titelmusik zu dem Film "Das Boot". DOLDINGER erzählte über den Kontakt mit Freunden wie dem Filmemacher Wolfgang PETERSEN und auch über den „Das Boot“-Autor BUCHHEIM. Am Starnberger See hat K.D.-&-PASSPORT unlängst gerade ein Konzert gegeben: Bühne am BUCHHEIM-Kunstmuseum - direkt vor dem See. Musik, Natur und Seeblick: ein einzigartiges Erlebnis. Zusammen mit dem Sänger Max MUTZKE, der durch seine erfolgreiche Teilnahme am Eurovision Song Contest 2004 in Istanbul bekannt wurde, trat er dort auf.

Klaus DOLDINGER war am 10. Mai 2009 bei „Zimmer frei!“ und machte gemeinsame „Hausmusik“ mit Götz ALSMANN. Der Komponist für Film- und Fernsehmusik, ob „Liebling Kreuzberg“, „Das Boot“ oder „Die unendliche Geschichte“, sagte hier: „Einen schlechten Film kann man mit einem guten Soundtrack nicht retten, einen guten Film aber mit falscher Musik schnell kaputt machen“. Der Musiker meinte zur Komposition seiner „Tatort“-Titelmelodie, die in Wiesbaden LIVE gespielt wurde: „Ich habe einen 20-Sekunden-Film gesehen, ein Fadenkreuz, sah hektisch blickende Augen, einen fliehenden Mann. Mir war sofort klar: Es geht um Spannung, Schnelligkeit und Dramatik. Und wenn der Typ zu rennen beginnt, muss man wissen: Jetzt geht es los!“

In einem Interview mit der „Jazzzeitung“ äußerte DOLDINGER, dass er die Tatsache aufregend fand, dass das, was er als Jazzmusiker die ersten Jahre gemacht habe, sich nicht immer unbedingt mit filmischen Inhalten vertragen habe: „Da war es eine wertvolle Erfahrung, mal in ein anderes Fahrwasser zu geraten, andere Vibrations zu spüren. Eben Stücke zu komponieren, die weit weg von dem waren, was ich als Jazzer für eine Band mir bekannter Jazzmusiker komponieren würde – das sind ganz unterschiedliche Welten!“ Und das habe sein „Spektrum an Möglichkeiten absolut erweitert“.

Er habe auf diese Art und Weise eine Menge Stücke komponiert, auf die er normalerweise nie gekommen wäre: „Ich habe auch die, sagen wir mal, ‚kreative Einstellung’ vieler Filmemacher schätzen gelernt. So ein Wolfgang Petersen ist ja eben mal nicht nur ein Filmregisseur, sondern er ist eine Persönlichkeit mit äußerst positiver Ausstrahlung. Und das reißt einen natürlich auch irgendwie mit, klar!“ Wohingegen, wie er in frühen Jahren Nacht für Nacht gespielt habe, „acht Stunden lang, von abends um acht bis morgens um vier“ – da habe sich mit vielen Musikern schon „mehr oder minder auch so ein sich relativ schnell einstellender Verschleißeffekt bemerkbar“ gemacht. (Jazzzeitung Nr. 2009/ Nr. 1.)

Wer den Jazzer Klaus DOLDINGER weniger kennt: K.D. steht seit 55 Jahren auf der Bühne. In dieser Zeit hat er ein paar tausend Konzerte gegeben, ist in 50 Ländern aufgetreten, hat über zwei Millionen Alben verkauft und rund 2000 Kompositionen geschrieben, darunter Welt-Erfolge wie die Filmmusik zu Wolfgang PETERSENs U-Boot-Drama „Das Boot“, „Die unendliche Geschichte“ und Dauerbrenner wie die Titelmusik der ARD-Krimireihe „Tatort“ u.a. mehr.

2006 hat Klaus DOLDINGER im Zusammenspiel mit der WDR-Bigband eine spezielle Neu-Bearbeitung des berühmten Themas aus „Das Boot“ aufgezeichnet.

Seit dem heute 38-jährigen Bestehen seiner Band trat DOLDINGER stets mit hochtalentierten Musikern auf: aus JAZZ und ROCK. Darunter auch Udo LINDENBERG, Pete YORK, Johnny GRIFFIN; auch SASHA. Immer wieder neue Talente sind zur Band gestoßen, und die Besetzung wechselte. So blieb der Sound der PASSPORT-Gruppe am Puls der Zeit. PASSPORT klingt stets frisch, aufregend und innovativ. Die in Wiesbaden mit K.D. aufgetretene aktuelle Passport-Formation (zur Tour 2009) hat dies bewiesen: Klaus Doldinger (sax), Ernst Ströer (percussion), Biboul Darouiche (percussion), Christian Lettner (drums), Peter O`Mara (guitars), Roberto Di’ Gioia (keyboards, piano) und Patric Scales (E Bass).

Als Gäste begrüßte K.D. bei Jazz im Hof in Wiesbaden besonders den Schauspieler Klaus Theo GÄRTNER, der (wie er mir sagte) schon 30 Jahre lang mit K.D. zusammenarbeitet. Der Komponist K.D. schrieb auch die Filmmusik für „Ein Fall für zwei“ (mit Hauptdarsteller GÄRTNER, „Matula“).

Zu hören war im Hof auch „Samba Cinema“. Klaus DOLDINGER hätte noch so vieles Interessantes erzählen können: Dass er bei einem Stipendium am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf zunächst Klavier und ab 1952 Klarinette studiert hat. Dass er während dieser Zeit erste Erfahrungen in der Musik-Branche gesammelt hat, 1952 mit Freunden die bekannte Band „The Feetwarmers“ gegründet hat: Eine Dixie-Formation, mit der er 1953 erstmals auftrat und 1955 auch seine erste Plattenaufnahme hatte. Bekannt ist, dass K.D. auch einmal zusammen mit dem späteren Minister Manfred LAHNSTEIN (Posaune) gespielt hat. 1955 gründete K.D. seine eigene Band „Oscar's Trio“, in Anlehnung an sein großes Vorbild Oscar PETERSON. Mit dieser Gruppe gewann er den ersten Preis beim Jazzfestival Brüssel, den „Coup Sidney Bechet“.

Ältere Zeitgenossen wissen vielleicht, dass DOLDINGER auch Erfolg hatte mit seiner Version von „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“. Für eine US Getränkefirma ging K.D. schon 1960 auf seine erste Auslands-Tournee in die USA, spielt u.a. mit George LEWIS und im Birdland. DOLDINGER erhielt 1961 sogar die Ehrenbürger-Würde von NEW ORLEANS und spielte „Modern Jazz“ mit US-Expatriates wie Don ELLIS, Johnny GRIFFIN, Idrees SULIEMAN, Kenny CLARKE, Donald BYRD und Benny BAILY. 1962 gründete er das „Klaus Doldinger Quartett“, mit dem er im Jahr darauf für das Philips-Label seine erste Platte, "Doldinger - Jazz Made in Germany" veröffentlicht hat.

„Meine Eltern haben mein Talent gefördert, waren aber sehr gegen eine Laufbahn als Berufsmusiker“, erinnert sich Klaus Doldinger. Der Vater habe stets gewarnt: „Du landest noch mal im Tingeltangel!"

In der Sendung "Zimmer frei!" stellte K.D. auch fest, dass er als Oberprimaner in den Düsseldorfer Jazzklubs "gelandet" sei. 1952 hatte er bereits seine erste eigene Band gegründet: „Wir waren hungrig auf Neues: Jazz, Blues, Kunst und die Vorliebe für die französischen Existenzialisten schweißte uns zur Künstler-Community vieler Genres zusammen.“ Und seinen Gymnasiallehrern war dies eher suspekt: „Ich musste die Oberprima zweimal machen. Denn wer sich nachts in verräucherten Klubs herumtrieb, eine von Gagen gekaufte Lambretta und eine Freundin hatte, dem fehlte angeblich die sittliche Reife.“

Ein musikalischer LECKER-Bissen zum Schluss: Bei YOUTUBE u.a. AUTUM(N) LEAVES mit DOLDINGER am Tenorsaxophon: http://www.youtube.com/v/foPFSmgjSJQ&f=videos&app=...

PS: Früher war es üblich, dass jemand vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst einleitend eine auftretende Jazzband begrüßt hat; auch die ZuhörerInnen (Gäste). Meistens war es die gerade amtierende Ministerin oder der Minister. Die erwartete „Herzenswärme“ scheint verflogen zu sein, nur auf einem Prospekt wünscht die neue Ministerin (CDU) „angenehme Stunden bei uns im Hof“! Hessen hat eine neue Regierung. Am 27. Juli war das Kunstministerium wohl verwaist; Sommerferienzeit?! - Die Ministerin Eva KÜHNE HÖRMANN ließ sich jedenfalls nicht blicken! Das Ministerium zu JAZZ IM HOF:
http://www.hmwk.hessen.de/irj/HMWK_Internet?cid=48...

An anderer Stelle schreibt das HMWK über "Etwas Geschichte und ein Jubiläum" im WEB:

Die Konzertreihe ‚Jazz im Hof’ feierte im vergangenen Jahr 20-jähriges Jubiläum. Am 4. Juni 1989 hatte das erste Konzert im Hof des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst stattgefunden. Unterdessen bemühen sich pro Jahr mehr als 800 Jazzformationen um einen Auftritt auf der großen Freiluftbühne. Die Mischung aus Lokalmatadoren und internationalen Spitzenbands hat ‚Jazz im Hof’ zu einer der beliebtesten Veranstaltungsreihen seiner Art in Wiesbaden und Umgebung werden lassen.

15-jähriges Jubiläum feiert in diesem Jahr der Förderverein ‚Jazz im Hof e.V.. Im Jahre 1994 gründeten 12 Personen den Verein, der pro Saison zwei Konzerte von „Jazz im Hof“ finanziert und das Ministerium bei der inhaltlichen Gestaltung der Veranstaltungsreihe unterstützt. Der gemeinnützige Verein ist im Vereinsregister beim Amtsgericht Wiesbaden eingetragen. Mitgliedsbeiträge und Spenden können steuerlich geltend gemacht werden. Die Vorstandsmitglieder sind ehrenamtlich tätig. Aktuell hat der Verein über 300 Mitglieder.

Neben dem Förderverein ‚Jazz im Hof’ unterstützen unter anderem die Volksbank Wiesbaden und das Hotel Crowne Plaza Wiesbaden die Veranstaltungsreihe.
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6 Kommentare
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Herbert Vollmer aus Weimar | 27.07.2009 | 22:05  
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W. H. aus Gladenbach | 28.07.2009 | 13:01  
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Dietrich Görlach aus Glashütten | 29.07.2009 | 17:19  
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W. H. aus Gladenbach | 05.08.2009 | 21:09  
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W. H. aus Gladenbach | 07.08.2009 | 10:50  
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Matthäus Felder aus Lichtenstein | 28.12.2010 | 09:11  
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