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Informationsveranstaltung „Die Energiewende in Friedberg, - Viele Wege – ein gemeinsames Ziel“

 
v.l.: Dr. Martin Demmeler, Bgm. Bernd Müller, MdL Dr. Simone Strohmayr, Bernd Bante, Winfried Lorenz
Friedberg: SPD Friedberg |

„Die Energiewende in Friedberg, - Viele Wege – ein gemeinsames Ziel“

war der Titel eines Informationsabends der Friedberger SPD, zu der Experten und Kommunalpolitiker eingeladen waren. In seiner Einleitung betonte Hansjörg Krazeisen, die notwendige Energiewende ist zwar von Bund und Freistaat beschlossen, das Gelingen jedoch setze Information, Transparenz und rechtzeitige Information der Bürger voraus. Die Friedberger SPD leiste hierzu ihren Beitrag.

Den Einstieg machte Dr. Martin Demmeler von der Beratungsfirma Green Energy City, welche mitberatend bei der Erstellung des regionalen Klimaschutzkonzepts tätig war. Ausgehend von einer detaillierten Beschreibung des Istzustands der lokalen Energieversorgung und des Energieverbrauchs erläuterte er die Folgen der von der Bundes- und Landesregierung beschlossenen Energiewende. Bei der Einhaltung der damit vorgegebenen Ziele müsste der CO2 – Ausstoß bis 2030 um 55 % reduziert werden. Im Dialog mit Experten und Vertretern von Wirtschaft und Kommunalpolitik wurde für dieses Ziel ein Konzept für die Region Augburg mit 23 Leitprojekten entwickelt. Wie ambitioniert das Konzept ist, verdeutlichte er am Beispiel der Energieversorgung in der Region. Um das angestrebte Vorgabe zu erreichen, müssten in der Region 110 Windkraftanlagen mit jeweils 2 Megawatt Leistung errichtet werden, die Photovoltaik-Dachflächen auf das 6-fache und die Photovoltaik-Freiflächen auf das 10-fache vergrößert werden. Bei der thermischen Sanierung des Wohnungsbestands müssten allein in Friedberg-Stadt jährlich 8,3 Millionen € investiert werden.

Zurück in die Gegenwart führte der Beitrag von Bernd Müller, Bürgereister von Bobingen. In seinem Beitrag betonte er, die Stadt Bobingen habe nicht erst auf die Energiewende der Bundesregierung gewartet. Bereits 2008 habe der Stadtrat ein Klimaschutzkonzept beschlossen und mit einer Machbarkeitsstudie begonnen. Im Anschluss wurden sechs Handlungsfelder, von der Raumordnung, über die Energieversorgung bis zur Öffentlichkeitsarbeit definiert. Eine der wichtigsten Aktionen war die Rückführung der Energieversorgungsnetze in kommunale Hand. Ohne diesen Schritt funktioniere eine Energiewende nicht. Bei ihren Klimaschutzbemühungen achte die Stadt Bobingen konsequent auf Verbrauchsreduzierung und Steigerung der Energieeffizienz. Bei der Planung von städtischen Bauprojekten werde überdies grundsätzlich die Möglichkeit der Errichtung nach dem Passivhausstandard geprüft. Generell müssen alle Neubauten der Stadt im Energieverbrauch 20 % unter dem geforderten Standard liegen. Er wehre sich aber gegen Energiesparen ohne Rücksicht auf entstehende Kosten. Mit der Teilnahme am eea-Programm (european energy award) verfüge die Stadt über ein Programm zur effektiven Kontrolle der eigenen Aktivitäten. Zusammenfassend wertete Bobingens Bürgermeister, Bernd Müller, die Umsetzung der Energiewende als einen spannenden Prozess, der neben viel Arbeit auch Freude bereiten kann.

Auf die Bemühungen der Stadt Friedberg eingehend, betonte Bernd Bante, Stadtrat und Bundestagskandidat, dass schon eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt oder auf den Weg gebracht wurden, so die thermische Sanierung von städtischen Immobilien, den Bau von Photovoltaikanlagen auf Dächern, die Erarbeitung eines Standortgutachtens für Windkraftanlagen und die Erarbeitung eines Energienutzungsplans. Dennoch gebe es noch viel zu tun, vor allem, wenn das ehrgeizige Klimaschutzprogramm für die Region auch in Friedberg umgesetzt werden soll. Einig war er sich dabei mit der anwesenden Landtagsabgeordneten Dr. Simone Strohmayr, die Umsetzung der Energiewende verursacht enorme Kosten, diese dürfen aber nicht nur auf den Schultern der Bürger und den kleinen Betrieben abgeladen werden. Es sei auch wichtig, den Kommunen, aber auch den Investoren endlich verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen vorzugeben. Das gegenwärtige Planungschaos auf Bundesebene dürfe nicht über die anstehende Bundestagswahl hinaus verschleppt werden.
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