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Intakte Natur nicht den Rattenfängern des Gelds opfern

Enoch zu Guttenberg Dirigent und Naturschützer
 

ERBENDORF. „Wir sind gerade dabei unsere Heimat zu verspielen und blind den Rattenfängern von Macht und Geld zu folgen!“ Sehr deutliche Worte fand Enoch zu Guttenberg für den nach seinem Geschmack „zügellosen Ausbau“ der Windenergie. „Mit der einmal von Umweltschützern herbeigesehnten Energiewende habe dies alles herzlich wenig zu tun.“ Für den streitbaren Baron gehe es um die Frage: was am Ende wichtiger sei, der hemmungslose Energieverbrauch oder der Erhalt von Heimat.

Auf Einladung des Vereins „Unser Hessenreuther Wald“ war Enoch zu Guttenberg nach Erbendorf gekommen, um die örtlichen Akteure beim Kampf gegen die geplanten Windkraftanlagen zu unterstützen. „Diese 200 Meter hohen Monster durchbrechen jedes Menschenmaß“, so der Redner, „denn sie dominieren nicht nur ihre unmittelbare Umgebung, sondern eine ganze Region.“ Es geht um den Erhalt der prägenden Sichtachsen und um jene markanten Höhenrücken die den Charakter der ganzen Regionen bestimmt. Oder kürzer ausgedrückt: „Es geht um die Substanz!“

Vogelmordmaschinen

Doch seien Windkraftanlagen nicht nur Gelände- und Horizontfresser, so Enoch zu Guttenberg. Sie erfordern die Entwaldung ganzer Höhenzüge und damit das Auseinanderreißen gewachsener Biotope. Zudem sind sie hocheffiziente Geräte zur Vernichtung von Vögeln und Fledermäusen. Vögel werden vom Sog der Windräder unrettbar eingezogen und buchstäblich zerhäckselt. Den Fledermäusen ergeht es ähnlich, wobei eben hier bereits der Druckunterschied im Umkreis der Rotoren ausreicht, um den Tieren ihre Lungen platzen zu lassen. Gutenberg rief nochmals in Erinnerung dass die Oberpfalz die einzigen noch in Bayern vorkommenden fünf Brutpaare des Fischadlers beherbergt. Eine Vogelart, so gefährdet, wie der weiße sibirische Tiger. Der Hessenreuther Wald muss allein schon deshalb vor diesen monströsen Vogelmordmaschinen beschützt werden.

Florierender Milliardenmarkt

Erschütternd sei es für zu Guttenberg, wie blind den Rattenfängern der Macht und dem Geld gefolgt werde. Der Baron kritisierte dass beim Energie-Umbau, nicht etwa die hehren Ziele im Vordergrund stünden, sondern massive wirtschaftliche Interessen mit im Spiel sind. Der Bau von Windkraftanlagen ist in Deutschland ein florierender Milliardenmarkt. Und viele hoffen von diesen großen Kuchen ein Stückchen abschneiden zu können. Bürgermeister träumen von goldenen Fördertöpfen, die wieder etwas Geld in ihre leeren Gemeindekassen spülen. Landwirte und Waldbesitzer hoffen darauf, dass eine saure Wiese oder ein unwegsamer Waldhang zur vermeintlichen Goldgrube werden könnte. Eine Zocker-Mentalität habe sich hier breitgemacht.

Doch der engagierte Naturschützer schlug auch versöhnliche Töne an: „Niemand vermag ernsthaft gegen Windkraft als Bestandteil eines Gesamtkonzepts erneuerbarer Energien zu argumentieren. Denn es gibt zuhauf bislang ungenutzten Flächen für alternative Energie beispielsweise in Gewerbegebiete. Es gibt auch die öden Randflächen der Bundesautobahnen, deren Tristesse sich weder durch Wind- noch durch Solarstrom-Gewinnung ernsthaft verschlimmern lässt. Was aber fehlt ist aber eine zuverlässigen Vernetzung, eine ausgereifte Speichertechnik und vor allem aber ein schlüssiges und überzeugendes Konzept zur Energie-Einsparung. Man hätte schon lange mit einem stand-by-Verbot auf zwei Atomkraftwerke verzichten können.

Bei aller grundsätzlichen Zustimmung zum Konzept der Energiewendemüsse muss eines klar sein: „Heimat kann nicht allein nach Nutzflächen bemessen werden.“ Man müsse bedenken, was sie für unser Lebensgefühl, unsere soziale Bindung, unsere Herkunft, unsere Geschichte und Kultur und damit unser ganzes Selbst bedeutet. Es gehe um die schlichte Abwägung was ist uns am Ende kostbarer: Der unbegrenzte, hemmungslose Energieverbrauch oder der Erhalt unserer Heimat.

Es sei nun leider zu befürchten, dass wir in der politisch inszenierten Euphorie der Energiewende gerade dabei sind, Fehler der Vergangenheit nicht nur zu wiederholen, sondern um ein Vielfaches zu übertreffen.

Zeitgeist widerstehen

Bittend ja fast schon flehentlich wirkte sei Apell den drohenden Ausverkauf zu verhindern. Dort wo Natur, Heimat und Kultur und damit Menschen existenziell gefährdet sind, haben sich Gleichgesinnte zusammenzufinden, um Widerstand zu leisten. Es gab und gibt immer wieder Grund einem Zeitgeist zu widerstehen, und es waren in unserem Land leider oft nur Wenige, die es wagten mit offenem Visier einem falschen Zeitgeist die Zähne zu zeigen. „Und deshalb verzweifle ich noch nicht. Noch glaube ich, dass Bürgerwille in diesem Land noch etwas bewegen kann.“

Den politischen Mandats- und Entscheidungsträger rief er zu: „Öffnen Sie Ihre Herzen und Augen wieder für Ihre Herkunft und Ihre Heimat!“ Das Publikum quittiert die engagierte Rede von Enoch zu Guttenberg mit stehenden Ovationen.

Webseite des Vereins "Unser Hessenreuther Wald"
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