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Düsseldorf - meine Heimatstadt

Lambertikrche mit schiefem Turm und Schlossturm. Davor meine jung vermählte Frau Maria 1964
 
Rathaus
 
Andreaskirche in der Altstadt
Düsseldorf: Marktplatz | In Düsseldorf bin ich geboren und aufgewachsen. In der Nachbarschaft des ursprünglichen Maria-Theresien-Hospitals steht die Lambertikirche, in der ich zwei Tage nach meiner Geburt auf den Namen Manfred Leo Wilhelm getauft wurde. Die meisten Jahre meiner Kindheit und Jugend habe ich in Düsseldorf verbracht. Ich habe die Stadt sehr schätzen gelernt und denke heute immer noch gern an sie zurück.Obwohl ich seit Jahrzehnten nicht mehr dort wohne, besuche ich öfters meine Heimatstadt und meine Taufkirche.

Ein Wahrzeichen der Düsseldorfer Altstadt ist der schiefe Turm der Lambertikirche. Der "Knick" im oberen Teil ist bei der Wiedererrichtung nach dem letzten Krieg beibehalten worden. Die zugehörige dreischiffige gotische Hallenkirche ist im 14. Jahrhundert anstelle einer romanischen Kapelle des 12. Jahrhunderts im Stile der niederrheinischen Backsteingotik errichtet worden. Sie ist die älteste Kirche der Düsseldorfer Kernstadt. Die Kirche hat eine beachtenswerte Ausstattung, u.a. ein gotisches Sakramentshäuschen, ein altes Taufbecken und eine fürstliche Grabstätte. 1974 wurde die Lambertuskirche von Papst Paul VI zur päpstlichen Basilica minor erhoben.

Benachbart ist der Schlossturm, ein Relikt des 1872 bei einem Brand zerstörten Düsseldorfer Schlosses. Der Turm, ein Wahrzeichen vergangener Zeiten, wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt, aber Anfang der fünfziger Jahre restauriert. Die katholische Jugend Düsseldorfs hat für den Wiederaufbau gesammelt. Ich war an der Sammlung beteiligt und war bei der Sammlung der dritterfolgreichste aller Düsseldorfer Jungen. 1953 bis 1956 habe ich in der "Laterne", der fensteroffenen obersten Etage Gruppenstunden für die katholische Jugend gestaltet. Einmal  habe ich dort auch als Nikolaus mit Mitra und Stab gewirkt. Auf dem Burgplatz unmittelbar neben dem Schlossturm und bei dem alten renommierten Gathof "Goldener Ring" steht der Radschlägerbrunnen, der die Erinnerung an einen alten Düsseldorfer Jungenbrauch wach hält.

Unweit von Lambertikirche und Schlossturm ist das kommunalpolitische Herzstück Düsseldorfs, das Rathaus, zu finden. Verglichen mit Zentralbauten anderer Städte wirkt das Düsseldorfer Rathaus recht bescheiden. Den Besucher zieht eher das auf dem Marktplatz stehende Denkmal des hoch zu Roß sitzenden Kurfürsten Johann Wilhelm (genannt Jan Wellem) an. Es wurde 1711 von Gabriel de Grupello entworfen. Es zeigt den Kurfürsten in voller Rüstung. Der Kurfürst schenkte dem Hofbildhauer und Schöpfer des Denkmals zum Dank ein Haus am Marktplatz, das als Grupello-Haus bekannt ist. Es steht an der Ecke zur Zollstraße, wo auch der Gießerjong aufgestellt ist, der an den Gehilfen Grupellos erinnert. Die Zollstraße führt zum Rathausufer am Rhein. Zwischen Rathaus und Grupellohaus steht der Wilhelminische Bau, der heute in die städtische Verwaltung einbezogen ist. Der Marktplatz ist Anziehungspunkt bei Festen und Feiern, insbesondere in der Karnevalszeit.

In der Düsseldorfer Altstadt ist ferner St. Andreas sehr sehenswert. Die dreischiffige barocke Hallenkirche war seit dem 17. Jahrhundert die Klosterkirche der Jesuiten, die hier auch ein Kolleg besaßen, den Vorläufer des heutigen Görres-Gymnasiums an der Königsallee, das ich 1947 bis 1956 besuchte. Auch in dieser Zeit fand der Schulgottesdienst noch in der ehemaligen Jesuitenkirche statt. Das Jesuitenkolleg galt als besonders anerkanntes Bildungszentrum am Niederrhein. Auf dem Dach des Jesuitengymnasiums wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts die erste Sternwarte gebaut, die von dem Physiker und Astronomen Johann Friedrich Benzenberg betreut wurde. Der Hofkirche  St. Andreas wurde 1650 ein Mausoleum angegliedert, in der die pfälzischen Landesherren, u.a. Kurfürst Jan Wellem bestattet wurden. Die Kirche wurde im zweiten Weltkrieg beschädigt, der reich gestaltete barocke Altar völlig zerstört. Chor und Altar wurden in den fünfziger Jahren nach Entwürfen von Ewald Mataré neu gestaltet.

1805, also 32 Jahre nach der Auflösung des Jesuitenordens im Jahr 1773 wurde das Gymnasium, da jetzt "Lyzeum" hieß, in das ehemalige Klostergebäude an der Kirche St. Maximilian (kurz "Maxkirche") im Süden der Altstadt, der sogenannten Karlstadt verlagert. In dieser Zeit hat Heinrich Heine das traditionelle Gymnasium besucht. Der Name "Schulstraße" erinnert an das dortige ehemals angesiedelte Gymnasium. Die Maxkirche gehörte ursprünglich zu einem Franziskanerkloster, das im 17. Jahrhundert gegründet wurde. Die zugehörige Kirche wurde 1735-1737 gebaut. 1804 wurde das Kloster aufgehoben; der Protest der Düsseldorfer Bevölkerung bewahrte Klosterkirche und Klostergebäude vor dem Abriss. Im ehemaligen Kloster, dem Maxhaus, ist das Refektorium im Rokokostil erhalten.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Düsseldorfer Altstadt gehört ferner das Palais Nesselrode gegenüber der Maxkirche, das in alter, barocker Form nach dem Krieg wieder restauriert wurde. Es war ursprünglich Stammsitz der Herren von Nesselrode, die einem alten niederrheinischen Adelsgeschlecht entstammen, das schon im 10. Jahrhundert erwähnt wird. Spätere Nachfahren bekleideten hohe Staats- und Hofämter im Großherzogtum Berg. Heute birgt das Palais das Hetjens-Museum mit seinen rund 11 000 keramischen Objekten aus einem Zeitraum von 8000 Jahren. Ganz in der Nähe befindet sich ein altes Düsseldorfer Hafenbecken, das wieder ausgegraben wurde. Es ist aber nicht mehr mit Schiffen befahrbar, da die Rheinstraße zwischen ehemaligen Hafenbecken und Rhein gebaut wurde.

Am Südrand der Düsseldorfer Altstadt liegt das Palais Graf Spee. Es wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut. 1806 gelangte es in den Besitz der Grafen von Spee. Damals stand angrenzend noch das Berger Tor, das 1895 aus falsch verstandener Verkehrsplanung abgerissen wurde. Das Palais birgt heute das stadtgeschichtliche Museum. Es zeigt mehr als 2000 stadt-geschichtlich wichtige Gemälde und rund 30 000 Aquarelle. Mit seinem angrenzenden Park und Teich, dem Speeschen Graben, ist das Spee'sche Palais eines der besonderen Attraktionen der Stadt Düsseldorf.

Im Osten der Altstadt hinter dem Ratinger Tor im klassizistischen Stil erstreckt sich der Hofgarten, Düsseldorfs grüne Oase mitten in der heutigen Stadt, die im wesentlichen als öffentlicher Park schon 1769 angelegt wurde. Er erhielt Anfang des 19. Jahrhunderts durch Maximilian Friedrich Weyhe seine bis heute erhaltene Form. Dort stößt der Wanderer auf den "Jrönen Jong", der 1899 von Joseph Hammerschmidt gestaltet wurde. Er stellt den griechischen Meeresgott Triton dar, der auf einem Nilpferd reitet. Wegen der grünen Patina gaben ihm die Düsseldorfer den Namen "Jröner Jong". Die anschließende baumbestandene Allee führt zum Schloss Jägerhof, das 1713 außerhalb der damaligen Stadt als Sitz des bergischen Oberjägermeisters gebaut wurde. 1811 hat dort Napoleon mit seiner Gattin Marie Louise gewohnt und seine Pläne für das Großherzogtum Berg mit Düsseldorf als Hauptstadt entwickelt. Ob er geahnt hat, dass Düsseldorf einmal Hauptstadt des Landes Nordrhein-Westfalen würde? 

Schon bei Napoleons Besuch wurde eine Gewerbeausstellung ausgerichtet. Es folgten weitere Ausstellungen. Die bedeutendste war 1926 die GeSoLei, für die 1925/26 nördlich der Altststadt der Ehrenhof und die Rheinhalle gebaut wurden. Letztere wurde 1976-78 zur Konzerthalle umgebaut und heißt seitdem Tonhalle. Als Ausstellungsstadt hat Düsseldorf weiterhin internationalen Ruf.


 
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3 Kommentare
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Kirsten Mauss aus Hamburg | 19.06.2020 | 09:17  
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Manfred Hermanns aus Hamburg | 19.06.2020 | 11:10  
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Kirsten Mauss aus Hamburg | 25.06.2020 | 18:21  
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